Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes

Papst Franziskus ist seit dem 13. März 2013 der 266. Pontifex und Souverän des Vatikanstaates, der nach dem freiwilligen Abdanken von Papst Benedikt dem 16. seinen Platz im Vatikan einnahm und von nun an als geistliches Oberhaupt der katholischen Kirche gilt und im Amt seinen Dienst verrichtet. Die katholische Kirche und im speziellen der Vatikan sind dafür bekannt, sehr große, teils undurchsichtige Strukturen zu haben und es gibt genügend Kritikpotenzial, mit dem sich die Kirche in den vergangenen Jahren auch schon auseinandersetzen hat müssen.

Derzeit wohl noch am meisten in den Köpfen der Menschen ist die Aufdeckung des Missbrauchs-Skandals (Spotlight), bei dem reihenweise Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe von Priestern an Minderjährigen von einer Zeitung aufgedeckt wurden. Genau durch diese Dinge – diese Undurchschaubarkeit einer Institution wie der katholischen Kirche – erstarken in mir große Zweifel an der eigentlichen Intention einer solchen Einrichtung und lassen mich immer aufhorchen, wenn etwas darüber oder davon gebracht und gezeigt wird.

Interessant an Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes sind nämlich wieder die Hintergründe. Wim Wenders hat sich zur Aufgabe gemacht, als Regisseur einen Film mit dem Papst zu veröffentlichen und mit seinem Namen für dieses Projekt grade zu stehen.

Fakt ist, dass kurz nach der Ernennung des Papstes im Jahr 2013 im März bereits ein Anschreiben vom Vatikan im Büro von Wenders landete, in dem man ihn bat, einen Film über den Papst zu drehen. Allein diese Anfrage löst in mir bereits hunderte Fragen danach aus, wofür? Warum möchte man ausgerechnet jetzt einen Film über den Papst, der ja noch nicht einmal lange im Amt war? Kostenlose Propaganda? Ein filmisches Zurschaustellen seiner Werte und damit eine erleichterte Verbreitung seiner Ideen und Gedanken im Volk? Tatsächlich hat man seitens des Vatikans die Türen und Tore weit geöffnet und Wenders eine unbeschwerte Arbeit gewährleistet, der somit auch Einblicke in die riesigen Archive des Vatikans erhalten hat und im Jahr 2016 letztendlich damit begann, seinen Film zu drehen.

Wenders selbst entschied, keinen Film „über“, sondern „mit“ dem Papst zu drehen, was eine Kritikfähigkeit dieses Werks von vornherein ausschließt und ggfs. Argumente gegen das Handeln und Wirken des Papstes von Anfang an nicht zulässt, da all das mit diesem einen Wort beseitigt werden kann.

Meinem Empfinden nach ist dieser Papst auch in Teilen anders als seine Vorgänger, er lebt öffentlich viel mehr Verzicht, achtet mehr auf die Armen der Welt und konzipiert einige gute Ideen in Sachen Umweltschutz und Naturverständnis, zeigt sich offener anderen Religionen gegenüber und lebt das, was er predigt, auch selbst insofern das möglich ist.

Dennoch stößt diese Kritiklosigkeit im Film zeitweilig bitter auf. Es wird eben einfach draufgehalten. Verbreitung der eigenen Gedanken quasi „zur besten Sendezeit“ ohne jede Gegenüberstellung oder kritischen Fragen. Man hält die Kamera drauf und lässt den Papst höchstpersönlich einfach erzählen. Spickt hier und da mit Ausschnitten seiner Reisen, zeigt, was er öffentlich zu sagen hatte und lässt eben alles komplett unkommentiert stehen. Damit liefert man die Chance, seine Worte und Predigten einfach „wirken“ zu lassen und den Zuschauer – speziell außerhalb der katholischen Kirche – durch ausgewählte „gute Taten“ von einer Person zu überzeugen, die definitiv nicht nur schlechtes auf der Welt gemacht hat.

Stöbert man in einigen Archiven und Schriften über den Papst, findet man schnell Dinge wie „Schweigen über Entführungen und Morden an über 500 Kindern“, „Mitwissen und nichts dagegen unternehmen“ (Quelle: Wikipedia), die zwar als Vorwürfe im Raum stehen, aber bis heute nicht abschließend geklärt sind.

Genau hier greife ein besonderes Potenzial an kritikübersäter Recherche, die erstklassigen Journalismus und Veröffentlichung von Wahrheiten und Fakten eine Leinwand böte, die man den kirchlichen Institutionen vorhalten und sie damit zur kompletten Wahrheit und Offenheit gegenüber der Welt verpflichten könnte, und nicht nur eine Plattform böte, um punktuelle Gedanken und Geistesgut an die Welt zu predigen und sie damit von der Gutmensch-Mentalität einer Kirche zu überzeugen. Aber Wenders dreht ja „mit“ und nicht „über“.

Dieser Entzug aus der eigenen Verantwortung ist in meinen Augen in höchstem Maße schändlich. Auch wenn die im Film angesprochenen Punkte allesamt löblich sind und ein wunderbares Bild des Papstes zeigen, dessen Lehren und Wünschen man sich auch als Nichtgläubiger gerne anschließen würde – es ist eben nur die halbe Wahrheit und Halbwahrheiten sind ganze Lügen, die schlussendlich jede gute Absicht als Irrsinn erscheinen lassen, da es wieder auf einen einzigen Punkt hinausläuft: Verlogenheit.

Genau das merkt man auch deutlich an der Präzision seiner Worte bei verschiedenen Themen. Geht es um die Lehre oder das Leben als Gläubiger an sich, ist er höchst präzise und kommt sofort genau auf den Punkt, während es bei Fragestellungen, die eine konkrete Antwort wünschenswert scheinen lassen, sofort schwammig wird und er sich in Ausflüchte und „Generalitäten“ verliert, die erkennen lassen, dass hier keine Aufklärung erwünscht ist und man sich auf die halbgaren Handlungen aus der Vergangenheit stützt und eben nicht weiter daran interessiert ist, dieses Thema noch länger als aktiv zu behandeln.

 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film lädt auf eine Reise ins Land der Liebe und christlichen Geborgenheit ein und verschweigt damit konsequent, dass auch in diesem Licht Schatten existieren, die angesprochen gehören und der Welt offen präsentiert werden müssen.

Die generelle Ausflucht in das Statement, dass „mit“ und nicht „über“ den Papst gedreht wird, entbehrt jedweder Logik und entmündigt sämtliche Kritiker von vornherein, was aus Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes ein reines Promotion-Werk der katholischen Kirche macht und rein gar nichts mehr mit Journalismus und Recherche zu tun hat.

Die Kritikfähigkeit muss der Zuschauer selbst mitbringen und im Suhl der Lobhudeleien und tatsächlich unverurteilbaren gezeigten Handlungen dann als Bürger noch einen kühlen Kopf zu bewahren und die Sache kritisch zu betrachten, wird einem hier sehr schwer gemacht.

Daher bitte nur die „außerkirchlichen Themen“ ungefiltert übernehmen und in Glaubensfragen dann gerne sehr ergiebig das eigene Hirn nutzen und die Dinge ernsthaft hinterfragen, bevor man sie als gegebene Wahrheiten akzeptiert.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen. Hier kommt nichts weiter.

Kinostart: 14. Juni 2018

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Zwei Herren im Anzug

An diesem Film scheiden sich wohl die Geister – die theatergeprägte Generation beschreit dieses Werk als Meisterstück zeitgeschichtlicher Dokumentation in Vollendung und feiert Josef Bierbichler als modernen Helden des Kinos ab, der es endlich vollbracht hat, die gebeutelte Geschichte dieses Landes fesselnd auf die Leinwand zu bannen, die nicht so versierten Freunde altdeutscher Geschichte fühlen sich gelangweilt und gelegentlich vor den Kopf gestoßen ob der missdeutbaren Botschaft, die dieses Werk hinterlässt.

Tatsächlich hat mich dieser Film beides – begeistert und verärgert. Als übermäßiger Konsument von Geschichten auf der Leinwand empfand ich es als sehr erfrischend und technisch super gelungen, mal einen Film in unserer Zeit zu sehen, der bewusst in schwarzweiß gedreht wurde. Obwohl man als Laie meint, dass dies ja alles einfacher macht, da man sich nicht mehr um Farben und Aussehen scheren muss, liegt die Wahrheit eher im Gegenteil: Es ist schwieriger, einen Film in schwarzweiß zu bringen, weil hier die Bildgebung und viele Details wesentlich schwieriger umzusetzen sind und man nicht mehr nur „einfach draufhalten kann“. Von dieser Seite her hat man die Umsetzung tatsächlich extrem gelungen auf die Reihe gebracht und das Spiel mit den diversen Wechseln sehr gekonnt inszeniert.

Ebenfalls hochgradig gelungen ist der Tritt ins vergangene Jahrhundert, das Aufleben lassen dieser Zeit und die historische Verbundenheit durch eine Generation hindurch zu sehen ist etwas, das man in anderen Filmen nicht in diesem Ausmaß hat. Die lokale Verbundenheit und der – wenn man so will – rote Faden durch alles ist in diesem Stück plastisch, historisch und grenzt dabei schon fast an das Unverständnis heutiger Generationen, die diese Epochen eben nicht mehr in dem Ausmaß zelebrieren, wie sie damals von der aktuellen Generation proklamiert wurde.

Und da kommen wir zu dem Punkt, was mir letztendlich übel aufgestoßen ist: Dieses immerwährende Festhängen an unliebsamen Fakten, die sich im Nachgang nicht mehr ändern lassen und auch heute keine neuen Lösungen anbieten, sondern sich einzig und allein im Bad von Schuld, Schuldzuweisung und Egalität suhlen, statt konkret Verantwortung zu übernehmen und für seine Sünden zu büßen.

Dieses Thema ist ein heikles, das in vielen Bereichen bereits große Kriege entfacht hat und wenn ich dann als jemand, der nicht in dieser Zeit gelebt oder aktiv und bewusst etwas davon mitgekriegt hat, sondern die Taten vergangener Tage nur aus Geschichtsbüchern und Filmen kennt, aus einem Film gehe und mir sage: „Okay, die Welt ist schlecht“, dann ist das eine Erkenntnis, die gleichzeitig keine ist, denn genau das wussten wir alle schon lange.

Es wäre in der Tat ein historischer Meilenstein, würde man die Egalität derjenigen dann einfach mal weglassen, sich das Gejammer von „Ich wusste es ja nicht besser und habe eigentlich auch nichts gemacht“ sparen und sagen: Wir waren das und genau das war scheiße, es tut uns leid.“ – dann hätten heutige Generationen die Möglichkeit, Schuld zu vergeben und man könnte gemeinsam damit beginnen, die schwarzen Kapitel der Vergangenheit in Sühne und Vergebung zu ertränken und sich tatsächlich an die Aufarbeitung machen.

Ich habe dem deutschen TV früher oft vorgeworfen, in seiner eigenen Historie zu ertrinken und keine anderen Themen zu kennen – von Freude und Ausgelassenheit ganz zu schweigen. Überzeugt haben mich diesbezüglich aber eher amerikanische Filme, auch in Sachen Moral. Die fehlte mir hier nämlich gänzlich – und dafür ist dieses Werk mit seinen 139 Minuten deutlich zu lang.

Freunde dieser Zeit, Leute mit den gleichen verschrobenen Ansichten oder Persönlichkeiten, die sich zurück in jene Epochen wünschen, feiern natürlich ein Fest alter Traditionen, finden sich wieder inmitten grandios ausgearbeiteter Szenen, die ein irres Bild vermitteln und tatsächlich tief in die Verkommenheit menschlichen Seins vordringen, aber all das bringt am Ende nichts, wenn es nicht zu einer Lösung führt oder gar Vorbild wird, sondern man sich schlichtweg drumrum entschuldigt und seiner eigenen Verantwortung entzieht.

Und genau das halte ich diesen Generationen bis heute vor – und nun steinigt mich dafür.

 

.kinoticket-Empfehlung: Josef Bierbichler fungiert hier gleichzeitig als Romanautor, Filmemacher und Hauptdarsteller und vereint die Geschichte einer Familie eines ganzen Jahrhunderts in historischen Bildern, die weit über dem stehen, was andere Dokumentationen bisher ablieferten.

Die Gleichgültigkeit, mit der man hier in Sachen Verantwortung umgeht, hat mich erneut vor den Kopf gestoßen und das Gesamtprojekt in Frage stellen lassen, weil mir dafür einfach zu viel Unverständnis und Einsicht entgegengekommen ist, die ich mir sinnigerweise von den Erzählenden gewünscht hätte.

Wer also eine zeithistorische Aufarbeitung besehen möchte, ist mit diesem Werk bestens gesegnet, jedoch sollte man weder Moral noch einen Sinn darin suchen, denn der wird uns gänzlich vorenthalten.

 

Nachspann
braucht man nicht abwarten, hier folgen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 22. März 2018

Stolz und Vorurteil & Zombies

Der Titel an sich ist ja bereits eine wunderbare Persiflage über die allseits aufkommenden Zombiefilme, die gerade ein Revival feiern, dass derartig überhand nimmt, dass man es bald nicht mehr sehen kann.

Dass nun überall einfach noch Zombies dazu kommen, gepaart mit dem Original Stolz und Vorurteil macht hier im Saal mal richtig Laune auf hohem Niveau. Das wunderbare Arrangement zwischen Romantik und Töten wurde hier so gekonnt ineinander verflochten, dass die Balance auf beiden Seiten immer gewahrt bleibt und keiner von beiden Interessenten zu jedweder Sekunde im Film enttäuscht von dannen ziehen muss: Sowohl Damen als auch Herren haben hier einen höllischen Spaß und können das Werk abfeiern, ohne dabei argwöhnisch die Augen zu verdrehen, wenn man mit Freundin wieder einer ihrer Schnulzen schauen respektive mit ihm wieder einer seiner brutalen Blutfilme durchleiden muss.

Wie die Herrschaften es gepackt haben, derart unterschiedliche Genres in ein einziges zu verwandeln und dann auch noch eine so gute Geschichte darum zu basteln, dass das Patchwork-Filmwerk als Alleinstellungsmerkmal dastehen lässt, ist mir bis heute ein Rätsel. Tatsache ist: Dieses unglaubliche Experiment funktioniert – und zwar erstaunlich gut. Es macht Spaß, den Helden bei ihrer Arbeit zuzusehen und in der Traumwelt der Romantik einzutauchen, während rund um einen rum einfach alles einstürzt.

Selten habe ich bei einer so ernsten Angelegenheit so viel Spaß im Kino erlebt und erst recht nicht nach dem Abspann so über das Nachfolgende so laut gelacht, wie hier: Wer sich mal etwas völlig Abwegiges anschauen möchte, einen einigermaßen harten Magen hat und im allerbesten Fall noch das Original kennt, der kommt hier richtig auf seine Kosten.

 

.kinoticket-Empfehlung: Der Titel holt hier beide schon von ihren Plätzen ab: Leute, die Romantik mögen und Menschen, die solche Filme überhaupt nicht abkönnen.

Das Kunstwerk zu vollziehen, hier beide Klientel friedliebend im Kino nebeneinander vergnügt zu sehen, ist den Machern hier ausgesprochen gut gelungen. Hoffen wir, dass die restlichen Bücher dieser Reihe auch noch verfilmt werden, denn auf diesen Klamauk hätte ich ehrlich riesig Bock.

 

Nachspann
Sitzen bleiben … geiler kann ein Film kaum enden ;-)

Himmelskind

Es wäre nicht so jämmerlich, wenn es nicht so erbärmlich ernst wäre, so wie man da im Kino sitzt und sich diese unglaubliche (im negativen Sinne) Geschichte ansieht, die eigentlich förmlich dazu einlädt, im Saal seine Witze zu reißen und das Ding in den Dreck zu ziehen.

Haben einige auch getan und keiner kann es ihnen verdenken.

Dass ich’s aus persönlichen Erfahrungen (danke, liebe Christenheit) nicht so mit dem Glauben habe, zumindest nicht so, wie sich die anerkannten Kirchen das vorstellen, dürfte ja mittlerweile an einigen Stellen durchgesickert sein.

Dass mich diese heilige Frömmigkeit, die so ungeniert freizügig im Kino präsentiert wird, aus diesem Grund immer häufiger aufregt, wisst ihr nun auch.

Was also gibt es dieser lachhaften Nummer denn noch Positives abzugewinnen?

Wenn man täglich aufsteht und sich die Scheiße aus dem Leib kotzt und keiner der verfluchten Mediziner weiß, was Sache und was dagegen zu tun ist, dann fühlt man auf perverse Weise mit, was einem da als Geschichte im Film geboten wird – auch wenn der Ausgang hier völlig skurril und die Ursachen ganz woanders zu suchen sind.

Die Verzweiflung, in die die Protagonisten geraten, das Rumgerate, diese wahnwitzige Art und Weise, wie damit umzugehen versucht wird, erinnert einen allein nur daran, welche Strapazen man im Leben an eigener Haut durchmachen musste und lässt hier und da einen Funken Hoffnung aufkeimen, dass vielleicht andere auch eine etwas offenere Haltung zu Problemen bekommen, die eben nicht alltäglich und durch eine Aspirin wieder in den Griff zu kriegen sind.

Was man dann hier im Film allerdings für Lösungsapparate in den Raum wirft, ist nicht nur lächerlich, sondern grenzt schon fast an Gefährlichkeit, zumal weder im Abspann noch sonstwo aufgezeigt wird, welche Konsequenzen solch eine Haltung haben kann und welchen Gefahren man sich aussetzt, sollte man auf die Hinweise der Menschen hören, weil einem in seiner Verzweiflung einfach nichts anderes mehr einfällt.

Aus dem Grunde sind die witzig-gemeinten Einlagen der Zuschauer somit wahnsinnig wichtig, um Notleidende vielleicht doch bei Vernunft bleiben zu lassen und ihnen zu zeigen, dass das gewiss keine Lösung darstellt.

Auf der anderen Seite spendet diese „wahre Geschichte, die für Kinozwecke dramaturgisch aufgewertet wurde“ unglaublich viel Hoffnung, in Situationen, in denen es gewissermaßen ausgeschlossen ist, Hilfe zu bekommen, vielleicht doch Hoffnungen am Horizont zu sehen, auch wenn man sie momentan nicht sieht und am Schluss auch nicht erklären kann.

Wie also soll man so eine Preview bewerten?

Gar nicht. War auch das erste Mal, dass mein Stammkino auf meine Bewertung im Kasten verzichten musste, denn ich weiß es schlichtweg einfach nicht.

Würde ich mir den Film deswegen nochmal ansehen?

Ja. Und zwar mit anderen. Um sie dafür zu sensibilisieren, wie es Menschen geht, die nicht nur unter einer Grippe leiden. Um zu zeigen, wie sehr man aufgerieben werden kann und welche Folgen das für einen hat – weil der Film diese innere Verzweiflung so wahnsinnig glaubhaft und gut rüberbringt und man das den Schauspielern wirklich abkauft, auch wenn die ganze Zeit über diese an Lachkrämpfe kratzende Lächerlichkeit im Raum mitschwingt.

Hier ist also unglaublich viel Vernunft und eingesetztes Hirn beim Schauen gefragt und ich bezweifel, dass das die Allgemeinheit pro forma mitbringt, wenn sie sich diesen Film auf gut Glück anschaut. Vielleicht hab ich auch deshalb bis zur Sneak selbst noch nie etwas von diesem Titel gesehen, gehört, oder gelesen?

P.S: Unglaublich gut: Die Darstellung der Mutter und das Wesen des Arztes – wo gibt es solche Spezialisten auf der Welt, die so viel Menschenverständnis mitbringen wie er?

 

.kinoticket-Empfehlung: Fakt ist: Wer diesen Film anschaut, sollte einen religiös-harten Magen mitbringen und nicht enttäuscht sein, wenn hier Dinge offenbart werden, die der Allgemeinheit so gar nicht schmecken dürften.

Was mich brennend interessieren würde: Wieviel von dieser ganzen Sache nun tatsächlich passiert ist und wo die Filmschaffenden alles die unterhaltsame Schere angesetzt haben, um hieraus verdauliche Kinokost zu gestalten. Aber diese Fragen werden wohl für immer unbeantwortet bleiben. Schade eigentlich. Denn unter „abartig“ kann man das Geschehen nämlich tatsächlich einstufen.

 

Nachspann
Geht die Blende auf schwarz, darf man erlöst aus dem Saal spazieren und sich weiterhin mit den Dingen beschäftigen, die wichtig sind. Facebook zum Beispiel. Oder Bier. Oder vielleicht auch etwas ganz anderes.

Ich bin dann mal weg

Hape Kerkeling dürfte für viele ja ein Begriff sein. Sein Buch Ich bin dann mal weg über seinen Trip auf dem Jakobsweg auch.

Devid Striesow als Hauptdarsteller zu engagieren war ein genauso kluger Schachzug wie die Idee, dieses Buch zu verfilmen. In einer Generation, die des Lesens überdrüssig geworden ist, erreicht man kein Publikum mehr mit Büchern, die schon seit Alters her als Inbegriff von Weisheit und Fortschritt gelten.

Mochte man vielleicht meinen, man kenne diesen Mann anhand seiner Auftritte im TV und vor Live-Publikum, entsendet dieser Film nun ein gänzlich anderes Image seiner Person umgeben von einer gemütlich-charmanten Leichtigkeit, die sich – gottseidank – mal nicht auf die kirchlich-sakramentösen Rituale stürzt und versucht, hier ein möglichst religionsbehaftetes Moralgetue von sich zu geben. Im Gegenteil: Die Kirche verschwindet fast schon in der Bedeutungslosigkeit, während das Suchen und Finden einer göttlichen Instanz in Hape-üblicher Gemütlichkeit über die Bühne gestrichen wird.

Und genau diese Entspanntheit, das Ankommen in der Natur – umgeben von den faszinierenden Landschaften Spaniens – das schrittweise Herantasten an Probleme, die im Geschrei unserer Zeit längst untergegangen sind, die Offenbarungen und das Lösen innerer Konflikte bricht hier wie ein großer, erlösender Schwall aus Entschleunigung auf den Zuschauer herein und hinterlässt eine wahnsinnig gemütliche Aura, in der sich sicherlich nicht nur ich mich allzu gerne dauerhaft baden würde.

Gepaart mit dem einzigartigen Humor von Kerkeling ergibt dies eine wunderbare Reise zurück zum Glück jedes einzelnen Menschen, der sich auf diesen Erzähltrip einlässt. Die ergreifenden Profile der verschiedenen Begleiter werden teils so stark und emotional ausgebreitet, dass man durchaus an einigen Stellen mit tiefer Ergriffenheit im Kino sitzt und sogar stellenweise mit den Tränen zu kämpfen hat.

Für mich war der Film ein Quell der Erquickung, der genau diesem Zeitgeist entgegenwirkt, in dem wir alle gefangen sind und unweigerlich unserem Ende zusteuern. Alles wird mehr, alles muss wachsen, wir arbeiten immer schneller, immer heftiger, der Mensch beutet sich selbst immer stärker aus und hinterlässt eine Spur seelischer Verwüstung und körperlicher Zerstörtheit, die innerhalb der Hetze umgeben von sinnlosen Postings, Facebook und anderem Firlefanz längst nicht mehr gehört, geschweigedenn entschleunigt wird.

Und aus genau diesem Wahnsinn bricht dieser Film gekonnt aus und zeigt auf, wie wichtig es für einen jeden von uns ist, sich wieder dem inneren Ich zu stellen und sich auf die Person und den Mensch selbst zu besinnen, statt sich weiterhin zombielike mit Dingen zu beschäftigen, nach denen bereits wenige Sekunden später kein Hahn mehr kräht.

 

.kinoticket-Empfehlung: Aus diesem Grund kann ich jedem nur schwerstens empfehlen, sich diesen Film anzusehen – auch wenn man das Buch schon kennt. Julia von Heinz hat derart filigran den Sprung in die richtige Richtung geschafft und endet hier mit keiner Silbe in einem Topf aus triefenden Klischees oder andersartiger Verwüstung eines guten Buches.

Im Gegenteil: Die Entschleunigung, das Mensch werden, das Fragen stellen und Antworten darauf finden. Die richtigen Fragen stellen, sich Zeit nehmen, für andere da sein, zur Ruhe kommen, weitergeben, entschlacken, innerlich wieder frei werden und der Seele neues Futter geben, damit der Mensch in all dem Wahnsinn nicht kaputt geht, sondern das Herz wieder lacht – all das organisiert dieser Film in gekonnter Art und Weise und richtet in diesem Schema wahnsinnig viel gerade.

Wer nach den 92 Minuten nicht gründlich gebadet wieder aus dem Kinosaal tritt und sein Leben unglaublich erleichtert empfindet, der hat während der Vorstellung geschlafen oder schlichtweg kein Auffassungsvermögen.

Genau solche Filme sollte man sich als Lehrbuch hernehmen, um das allgemeine Gesellschaftsbild wieder etwas gerader zu rücken und den Menschen zu erklären, dass neben Displays, Handys, Facebook und Co. auch noch andere Dinge existieren, die nicht nur einfach so da sind, sondern für die meisten von uns unverzichtbar.

Und weil die im Alltag mittlerweile fehlen, leben wir in einer Welt, in der das Handydisplay wesentlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt bekommt als dein Gegenüber, das verzweifelt versucht, mit dir ins Gespräch zu kommen um einfach mal wieder ein friedliches Beisammensein zu genießen.

Vielleicht schaffen wir es doch wieder zurück zu einem Zustand, wo Geselligkeit einen Stellenwert bekommt, weil die Menschen zu dem zurückfinden, was wirklich zählt.

Was das ist, zeigt dieser Film in allen Facetten. Also Abflug ins Kino!

 

Nachspann
Der Nachspann flattert genauso gemütlich mit vielen Bildern über die Leinwand und bricht das Gesehene dadurch nicht gleich ab. Vorzeitiges Aufspringen ist also unangebracht.

 

Und damit wünsche ich allen meinen Leserinnen und Lesern ein frohes neues Jahr 2016 und hoffe, dass nicht nur ich die Elemente dieses Films als Leitlinie statt der guten Vorsätze hernehmen werde.

Geht wieder aufeinander zu, schaut einander an, wenn ihr euch unterhaltet, lasst die Displays wieder in den Hintergrund rücken und hört auf, eure Umgebung mit diesem ignoranten und verletzenden Verhalten zu massakrieren. Nur wenn die Menschheit wieder aufeinander zugeht, sich in die Arme schließt und gegenseitigen Respekt erweist, wird es auf diesem Planeten wieder möglich sein, in Frieden miteinander zu leben.

Und ich denke, von diesem Krieg und seinen langfristigen Auswirkungen, die uns die letzten Jahre ständig erschüttert haben, haben wir alle mehr als genug.

Auf dass 2016 das Jahr wird, in dem Gespräche von Angesicht zu Angesicht wieder mehr wert sind, als das tote, kalte Tippen auf einem Smartphone, bei dem der Mensch hintenan gestellt wird und nicht mehr das wertvollste Geschöpf auf diesem Planeten ist.

Schaut euch wieder in die Augen – und schaut diesen Film.

In diesem Sinne – Frohes neues Jahr 2016!

Ben

Die Highligen Drei Könige

Es ist Vorweihnachtszeit. Black Friday Shopping Angebote, Vorweihnachtsstimmung, Brezeln und Weihnachtsmärkte: Auch Hollywood ist diese Jahreszeit nicht entgangen. Ganz logisch also, dass derzeit wieder Unmengen an klischeetriefenden Weihnachtsschnulzen aus den Schubladen hervorgekramt und in der Primetime ausgestrahlt werden – zu Gunsten der Werbetreibenden, zum Leidwesen der Zuschauer.

Und auch die Kinos machen davor nicht halt – nur, dass hier eben nicht alte Kamellen erneut durch die Filmspulen gerattert werden, sondern man schlichtweg etwas „Neues“ produzieren muss, um den Menschen einen Anreiz zum Reinschauen zu bieten.

Jüngstes Produkt weihnachtlicher Einstimmung: Die Highligen Drei Könige. Ja, der Wortspielzynismus, den man in der Kapitalwelt längst an unzähligen Eingangsschildern verschiedener Bars und Friseurläden bestaunen durfte, hat nun auch Hollywood erfasst. Und: Man macht den Witz zum Inhalt.

Ich persönlich glaube, der nächstgelegene Film, der dem Mainstreamzuschauer zu diesem Pendant am ehesten einfiele, ist die Hangover-Trilogie, aus der unbestreitbar funktionierende Elemente geliehen wurden, um hier möglicherweise an einen weiteren Erfolg anknüpfen zu können. Das Thema des offensichtlichen Drogenkonsums ist ja schon immer einen Lacher wert gewesen, wieso also nicht.

Gepaart mit einer absolut schlechten Story, die den „Glanz“ von Hangover weit hinter sich lässt, gibt das hier dann einen Film mit der Eleganz von wärmendem Erbrochenem mit einem Hauch von Weihnachten.

Wo große Errungenschaften wie Tatsächlich …Liebe längst bewiesen haben, mit wie viel Schneid und Feingefühl man solcherlei Filme gestalten muss, hat man sich hier höchstwahrscheinlich einfach nur einen Joint mehr in den Rachen gesteckt und diesen Wunsch eines erneuten Erfolgs auf feuchte Servietten geschrieben.

Die Story funktioniert, irgendwie. Ob wegen der Drogen, ob wegen des unaufhörlichen Umherwerfens sinnloser verbaler Artefakte oder einfach nur wegen seiner gesamtheitlichen Irre, den Zuschauer spricht es an – mich überhaupt nicht.

Ich bekam den ganzen Film über das Gefühl nicht weg, dass hier zwangsproduziert wurde, da die Zeit drängt und man eben nicht wirklich einfach nochmal Tatsächlich …Liebe auf die Leinwand hat bringen können. Von geschichtlicher Tiefe, emotionalen Momenten, ergreifenden Bildern oder gar einer unkitschigen Lehre ist dieses Werk weit entfernt. Viel eher geht es um billigste Anspielungen, sinnlose Plattitüden und das einfache Rumgehampel dreier Männer, für deren Geschichte sich keiner so wirklich interessiert. Man verspürt weder Sympathie, noch Mitgefühl oder Wehleid, sondern wünscht sich nichts mehr, als dass der Nachspann endlich auftaucht, um dieses Werk geistigen Schwachsinns ermüdet zu beenden.

 

.kinoticket-Empfehlung: Freunde von Drogenfilmen haben im highen Zustand sicherlich ihre Freude an diesem Film.

Wer jedoch auch nur den Hauch von etwas Anstand im Kopf hat, den zermartert das Gefühl des Fremdschämens und der Belanglosigkeit während der Spielzeit, denn die wahre Weihnachtsgeschichte ist das hier keineswegs.

Auch wenn die Jokes teilweise zünden, so fehlt doch gänzlich die Eleganz, die man bei Pendant-Filmen wie Hangover noch unbestritten vorliegen hatte. Schade eigentlich.

 

Nachspann
gibt’s außer ein paar farblichen Markierungen am Anfang keinen.

Sinister 2

Was kommt dabei raus, wenn man das Genre „Horror“ mit „FSK 16“ und „mainstreamtaugliches Kino“ mischt? Richtig: Meistens nichts gutes.

Warum mir der Film trotzdem gefallen hat?

Die Charaktere nehmen sich selbst ernst.
Wie oft begegnet man der manifestierten Dummheit, wenn man die Charakterausbildung in diversen Horrorfilmen ein wenig näher betrachtet. Hier macht man da ein klein wenig den Unterschied und setzt weniger auf ironisch-komische Einlagen, sondern vielmehr auf Ernsthaftigkeit und damit auch ein Stück weit Glaubwürdigkeit. Zwar beißt sich dies mit der Insgesamt-Aussage des Films zeitweise ein bisschen, jedoch gehen die Schauspieler in ihren Rollen authentisch auf und überzeugen so mit ihrem Tun.

Der Gruselfaktor stimmt.
Nichts ist schlimmer, als ein Horrorfilm, bei dem man ausschließlich lachen muss oder sich gar langweilt. Wenn die Tiefe der menschlichen Ängste nicht mal ansatzweise angekratzt wird, sondern nur oberflächlich peinlich versucht wird, durch altbekannte Tricks ein klein bisschen Panik zu schüren. Hier wurden jedoch Szenen eingebaut, die bei mir tatsächlich Gänsehaut auf dem Rücken spazieren schickten. Nicht viele, aber immerhin genug, um als Horrorfilm respektiert zu werden. Das Ungreifbare ist stets präsent, wenn klar ist, dass wieder ein wenig mehr ins Dunkel des Unwissens hervorgedrungen werden soll – und Psychoschocks sind sowieso wesentlich wirksamer als jedes noch so liebevoll angerichtete Blutbad im Bilderwald.

Die übliche Schlächterzählung fehlt.
Das systematische Abschlachten der anfangs lieblos eingeführten, oberflächlichen Darsteller fehlt hier gänzlich. Im Gegenteil: Es ist faszinierend, mit welcher Hingabe man sich hier an die Familie annähert und mit ihnen gemeinsam etwas erlebt, von dem anfangs gar nichts klar ist. Auch wenn der Clou der Geschichte eher fragwürdig und teils verstörend bis hin zu lächerlich ist, so hat der Weg in den finalen Abgrund durchaus seine Reize. Man springt zwar auf den Zug der bekannten Horrorfilm-Mache auf, reist aber nicht im Inneren des Waggons mit, sondern ist allenfalls S-Bahn-Surfer des Ganzen.

Der Soundtrack ist eigenwürdig genug, um hervorzustechen.
Es ist selten, dass man einen musikalisch so tief in die Verzerrtheit führen kann, dass selbst Disharmonien in sich vollkommen klingen und auf ihre perfide Art schon wieder eine völlig neue Harmonie ausmachen. Musikalisch betrachtet durchaus ein sehenswertes Stück, das irgendwie funktioniert und auch hier ein klein wenig aus der Masse ausbricht.

 

.kinoticket-Empfehlung: Nicht wirklich was für hartgesottene Fans von gruselnder Unterhaltung mit Sinn und Verstand, durch die Bodenständigkeit und andeutungsweise Andersartigkeit aber dennoch ein sehenswertes Stück, das in verschiedenen Punkten durchaus zu überzeugen weiß.

Die große Überraschung bleibt genauso aus, wie die totale Enttäuschung. Antipathien zu dem Film wurden bei mir keine geweckt und davor warnen würde ich auch zu keinem Zeitpunkt. Wer mal etwas anderes sehen will, darf hier getrost zuschlagen.

 

Nachspann
spart euch das Warten, hier kommt nichts weiter.

Der Chor – Stimmen des Herzens

Wer Dustin Hoffman mag, für den ist Der Chor sowieso Pflichtlektüre. Freunde des alltäglichen Lebens werden wohl anfangs so ihre lieben Schwierigkeiten mit diesem Film haben, was nicht zuletzt die „Oh nein!“-Schreie der Zuschauer im Saal beim Titel verlauten ließen.

Zugegeben, auch ich hatte – obwohl ich mich beim Trailer durchaus auf den Film gefreut habe – anfangs meine Schwierigkeiten, mit dieser bornierten, christlich-musikalischen Art zurechtzukommen, die sich im Schauspiel der Boys zu Anfang des Films überdeutlich bemerkbar macht.

Man möchte den Protagonisten teilweise ins Gesicht schlagen für ihre überhebliche Arroganz und weltfremden Ansichten, die sie zu Tage tragen und meinen, dass sich einzig und allein alles nur um sie dreht und alle anderen jämmerlich versagt haben. Ein Vorurteil, das ich vielen studierten Musikern vorwerfe, die sich dem Tralala der Künste verschrieben haben und dabei weder aus ihre Seele hervorkriechen, noch irgendwas mit den echten Gegebenheiten dieser Welt zu tun haben.

Getragen wird das ganze von einem Jungen, dessen rebellische Ausbrüche zuerst an Billy Elliot erinnern, der sich ebenfalls über darstellende Künste aus dem dunklen Loch seiner Vergangenheit rausgearbeitet hat, jedoch fährt man hier eine ganz eigene Schiene und bringt eine Form von Musik zum Tragen, die dem durchschnittlichen Musikliebhaber wohl eher unbekannt sein dürfte.

Und dann passiert das, was man anfangs noch kaum glauben mochte: Man geht irgendwie mit und erlebt die Geschichte, die doch in ihren Bann reißt, Musik, die auf ihre Art die Untiefen der Seele erreicht und einer klassischen Form zu Größe verhilft, die ihre Schiene nicht in der Hauptleitung, sondern einer völlig anderen Welt durchläuft.

Der Soundtrack dieses Films dürfte also definitiv einen Kauf wert sein, auch wenn man die Darstellung oder Story dann doch nicht so mochte.

Herausragend und erwähnenswert fand ich auch die Rolle von Kathy Bates, der man die Leidenschaft und Professionalität deutlich anmerkt. Sie ist für mich fast wie eine zweite Meryl Streep, unverkennbar, unvergleichbar und nicht austauschbar. Solche Koryphäen gibt es nur noch wenige und umso erfrischender und elektrisierend war es, sie in diesem Film zu erleben.

 

.kinoticket-Empfehlung: Man muss für Kirchenmusik schon etwas übrig haben, um sich von Anfang an in den Film zu verlieben.

Der schafft es allerdings, die restliche Meute im Laufe der Spielzeit auch einzufangen und bringt Klänge zutage, die auch antipathiespürende Phobiker bei den seelischen Wurzeln packt und am Ende das Herz doch erreicht.

Herausragend: Kathy Bates, die hier unglaublich viel charmante Stärke raushängen lässt und den Film durch ihre Kurzauftritte immer nach vorne tritt.

 

Nachspann
darf man sitzen bleiben, die Augen schließen und zuhören – der Song ist weltklasse. Bildmaterial oder weiterführende Szenen gibt es aber keine.