Deadpool 2 (mit Verlosung – gewinnt Freitickets und mehr!)

Das Beste zu Beginn: ES GIBT FREITICKETS! – Es gibt Poster! – Es gibt T-Shirts, Hemden, Plüsch-Einhörner … Twentieth Century Fox hat einen riesigen Packen Gimmicks für euch klar gemacht, die am Ende des Beitrags verlost werden!

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Wieder einmal fällt es sowas von schwer, nicht sein Maul aufzureißen und den Gefühlen einfach freien Lauf zu lassen… noch nie habe ich ein Embargo so gehasst wie dieses Mal!

Es ist schon ein gefühltes Leben her, dass ich diesen Film in der Premierenvorstellung für die Presse gesehen habe und Deadpool und seine Crew bei seinen neuen Abenteuern bewundern und vergöttern durfte.

Die Macher haben uns versprochen, dass sie den Humor nicht „verbessern“, sondern auf diesem Niveau bleiben. Sie haben genau das getan und damit ihr Versprechen gebrochen: Sie sind besser geworden! Teil 2 der Eskapaden rund um den besten aller Superhelden ist nämlich nochmal um einiges geiler als der erste Teil!

Seine Anspielungen und Superheldenstreiche in Bezug auf die X Men toppen sich selbst und verschaffen Deadpool in der Fortsetzung nochmal einen richtig fetten Brocken Sympathie, Fanliebe und Vergötterungspotenzial! In Verbindung damit, dass man mit New Mutants die Geschichte der X Men-Saga neu auflegen will, ergibt das ein Superhelden-Epos, das für die Avengers gefährlich werden könnte!

Man macht eben erstmalig einfach das, was der eigentliche Filmfan von seinen Filmschätzen erwartet: Man macht einfach weiter, ohne dabei zwanghaft in immer größere Superlativen zu driften und damit in absehbarer Zeit zwangsweise in Lächerlichkeit zu enden. Und damit verfolgt Deadpool 2 genau die Linie seines Superhelden aus Teil 1: Man bleibt sich und seiner Einzigartigkeit einfach treu und gibt damit den Fans etwas, dass sie lieben und verehren können – und bereitet damit den Weg für viele weitere Teile!

Auch in Sachen PR gibt’s von mir ein riesiges Lob: Prinzipiell könnt ihr euch alle .trailer des zweiten Films anschauen, ohne etwas vom Film gespoilert zu bekommen, das hat er nämlich einfach nicht nötig.

Oder schaut euch das verheerend geile Video von Celine Dion und Deadpool himself an: Selten so etwas Geiles gesehen und permanent Gänsehaut dabei gehabt! >> http://columbiarecords.com/ashes/

Die Promo zum Film ist so grandios umgesetzt, dass aus dem Film eben wirklich nichts verraten wird, sondern man mit Spaß, übermäßigen Gags und grandiosen Deadpool-Slapstick-Humoreinlagen verwöhnt und mit gebrochenen Knochen und einem Grinsegesicht wieder aus dem Saal geschoben wird!

Es wird episch! Es wird großartig! Es wird einzigartig und genau das macht Deadpool aus: Er ist kein Held aus der Dose, mit Fähigkeit XY, der einfach das macht, was Superhelden so machen, sondern er trifft einen Nerv bei den Menschen, die ihn dafür lieben und ehren, weil er eben nicht so ist, wie man es sonst von Superhelden erwartet.

Und glaubt mir: KEINER von euch bereut es, diesen Film gesehen zu haben – und niemand bereut es, dafür ins Kino gegangen zu sein: Es gibt so viele geile Anspielungen und Dinge, mit denen einfach keiner gerechnet hätte und die man sich in den Jahren des ersten Films noch nicht mal zu träumen gewünscht hätte.

Man kringelt sich vor Lachen – man brüllt, lacht, ist geschockt und fühlt sich unfassbar gut unterhalten: Was Marvel in 18 Filmen großartiger Comicverfilmungen exzellent aufgebaut hat, macht Deadpool 2 einfach mal schon in seiner ersten Fortsetzung!

 

.kinoticket-Empfehlung: Nachdem ihr das Witzniveau nicht anheben wolltet, sondern einfach gleich gut bleiben, dreht bitte keinen dritten Teil – aber beeilt euch damit!

Deadpool 2 übertrifft sich in allen Bereichen und jault nur so auf, was Humor, Unterhaltung, Fun und Einzigartigkeit angeht: Es ist der Film, auf den ich dieses Jahr krankhaft hingefiebert habe und man hat dabei nicht nur alles richtig gemacht, sondern zieht die besten Karten und legt sie uns auf den Tisch!

Kommt rein, genießt es und taucht erneut und so oft ihr könnt im Deadpool-Universe ab: Es wurde für euch gemacht!

 

Nachspann
✅ Was glaubt ihr denn? :D Sitzen bleiben oder nicht? … Stichwort: Marvel! ;-)

Kinostart: 17. Mai 2018

 

:: G E W I N N S P I E L ::

So, und damit euch die Warterei nun endlich nicht mehr ganz so nervt, gibt’s hier ein riesiges Paket, welches von Twentieth Century Fox für euch zusammengeschnürt und mir zum Verlosen überlassen wurde!

Mit dabei sind 2×2 Freitickets, Kinoplakate, T-Shirts, Hemden, Plüscheinhorn – also alles, was das Deadpool 2-Fanherz begehrt!

Was ihr dafür tun müsst: Kommentiert im Blog unter diesem Beitrag einfach bis einschließlich 23. Mai 2018 24:00 Uhr, mit wem ihr euch zusammen Deadpool 2 im Kino anschauen wollt, und ihr seid bei der Verlosung dabei. Hinterlasst dabei eine gültige E-Mail Adresse, unter der ich euch fix erreichen kann.

Anschließend werden die Gewinner wieder per random.org ermittelt und von mir benachrichtigt, damit ich auch weiß, wohin ich euch den Gewinn schicken darf.

Alle angegebenen Daten werden nur im Rahmen dieses Gewinnspiels genutzt und anschließend wieder gelöscht. Facebook, Twitter und andere Websites haben nichts mit dem Gewinnspiel zu tun, dieses wird ausschließlich von www.kinoticket-blog.de veranstaltet und die Gewinne von Twentieth Century Fox zur Verfügung gestellt. Eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen. Es gelten die üblichen, vernunftbasierten Gewinnspielbedingungen.

Und jetzt Abmarsch – sucht euch euren Kinobuddy, kommentiert (am besten beide, das erhöht eure Gewinnchancen!) im Beitrag und drückt euch gegenseitig die Daumen. Ich wünsch euch viel Spaß und freue mich schon auf die zufriedenen und glücklichen Rückmeldungen von euch.

Möge die X-Force mit euch sein!

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Wahrheit oder Pflicht

Okay, Klartext: Im Presseheft ist vom „Meister des Horror-Films Jason Blum“ die Rede, von „äußerst wichtig, sein Publikum ständig im rätselhaften Unklaren zu lassen“, von „Geschichte, deren Rahmenbedingungen eine Herausforderung sind“.

Ich blätter wieder zu, schau nochmal auf das Cover: Jap, ist wirklich von Wahrheit oder Pflicht die Rede.

Gut, ich hatte den .trailer im Rahmen der Sneak Preview bereits angeteasert gesehen, und die ist grundsätzlich FSK 18 – also darf alles gezeigt werden, auch im Vorprogramm. Und es hat mich nicht begeistert, sondern eher enttäuscht. Alle anderen so: „Ja, der wird mega geil!“ – Ich so: „Ähm, ich hab da so meine Zweifel, denn der .trailer zeigt bereits genügend Macken, die eigentlich voraussagen, dass das Ding einfach scheiße wird.“

Was eignet sich besser, als den Film einfach zu sichten? Nichts. Kein Gelaber mehr – Fakten auf den Tisch.

Hand hoch: Wer will nochmal die Abhandlung über das „Horror“-Konzept von Blum hören? Bausteine? Billiger Plot? Keine Lust, irgendwas explizites zu kreieren? Usw.? Keiner?

Gut, dann erspar ich euch das an der Stelle und rege mich heimlich und leise über was ganz anderes auf: Dieser Schuppen hat mit Get Out unfassbare Summen eingefahren, er hat – und ich meine, mich daran zu erinnern, darüber auch bereits schonmal lautstark rumgenölt zu haben – Herausforderungen wie die The Purge-Reihe auf die Rippen gestellt, Happy Deathday als Überraschung im Kino gebracht und jetzt zu all dem noch Kohle in den Taschen.

Und was kommt?

Wahrheit oder Pflicht.

Ernsthaft jetzt?

Ich mein, nicht dass der Titel nicht vielversprechend wäre und man daraus nicht eine endgeile Story rauskitzeln könnte, so mit „Welt geht unter – alles am Arsch … Raumstation … letzter Funkspruch: Wahrheit oder Pflicht?“ – Nein… Achso… ähm … ja, hier war ja was mit „ich spoiler nicht“ – äh … stimmt, aber das kommt ja auch nicht. Jason Blum als Leihgabe für miesen Horrorgeschmack ist in seiner Meister-des-Horrorfilms-Genialität ja längst über all unsere Vorstellungen hinaus und hat die grundgeniale Kombination an Überraschung und Grandiosität entdeckt. Nicht.

Es ist nämlich einfach nur billigster Abklatsch von allem bisher dagewesenen, nur in unlustig und langweilig. Der ganze Film hat überhaupt keinen Drive, die einzige Stelle, die wenigstens lustig und langweilig war, war wieder so selten dämlich, dass man sich das auch hätte ersparen können und während der Show haben mir links und rechts ständig Leute reingequasselt, was sie meinen, das als nächstes passieren wird.

Und – ihr dürft raten – sie haben ihren Satz teilweise kaum zu Ende sprechen können, da ist es auch schon passiert.

Scrollen wir noch einmal zurück: „äußerst wichtig, sein Publikum ständig im rätselhaften Unklaren zu lassen“ – was zu lassen? Rätselhaft? Was denn? Wenn jede kleinste Handlung bereits schon Stunden im Voraus von jedem Dahergelaufenen vorausgesagt werden kann? Ernsthaft jetzt? MEISTER DES HORRORFILMS?

Mir kommen die Tränen!

Und ich erinnere nochmal daran: Dieser Verein schwimmt mittlerweile im Geld! Sie könnten also … ordentliche Drehbuchschreiber engagieren… äh … der hat ja schon mal einiges geschrieben.

Unter anderem das Drehbuch zum X-Men/Deadpool Spin-Of X-Force, der uns im Herbst beglücken soll.

DAS ist nun wahrhaftiger Horror.

NEEEEEEEIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNNNNNNNNNN…

 

.kinoticket-Empfehlung: Ich hab gewonnen: Er ist so, wie ich im .trailer bereits vermutet hab.

Aber andererseits haben Blum-Filme es ja nicht umsonst auf das Treppchen des Erfolgs geschafft, also irgendwelche Geister muss es geben, die dafür .kinotickets ordern und ihn damit erfolgreich machen. Denen wird der Stoff dann sicher auch gefallen.

Ich fands ehrlich gesagt nur zum Kotzen – und das ist allein meine persönliche Meinung, von der ihr euch alle bitte überhaupt nicht beeinfluss… ach vergesst es!

 

Nachspann
Nö. Also einfach nein.

Kinostart: 10. Mai 2018

A Beautiful Day

A Beautiful Day hat in Cannes auf dem Filmfestival gleich mal zwei Hauptpreise abgegriffen: Bestes Drehbuch und Bester Hauptdarsteller. Wer sich jetzt fragt, woher dieser Titel auf einmal kommt: Im Original schimpft sich das Werk You Were Never Really Here – und wir können jetzt eine Grundsatzdiskussion über schlecht übersetzte Titel starten … oder: Ihr geht einfach ins Kino, schaut euch das Teil an und pflichtet mir bei, dass dieses Mal der übersetzte Titel absolut nicht mehr so doof ist, wie er sich anfangs anhört. Ja – okay – es ist kein wirkliches Deutsch … aber nach dem Film dachte ich: Passt.

Diesmal wirklich.

Überhaupt: Joaquin Phoenix ist eine Koryphäe, was subtiles, düsteres, dreckiges, abgefucktes Kino angeht: Und er macht sich einmal mehr die Ehre und übertrumpft sich einfach selbst. Die Thematik ist dreckiger denn je, der Film fährt dabei aber hochstilisierte und fast schon künstlerische Ästhetik auf, die dem Gebaren zwar absolut nicht angemessen ist, den Film für den Zuschauer aber um einiges erträglicher macht.

Ja, es gibt viel zu wenig Diskussion über solche Themen, ernsthafte Auseinandersetzungen damit, Wissen und Informationen oder gar Anlaufstellen für Prävention, die derartiges verhindern könnten. Es gab (auch filmisch) bereits Ansätze dafür, die aber genauso in den Untiefen verschwinden, wie das aufgeklärte Wissen über Darknet und Co. in den aktuellen Medien: Es ist schlichtweg nicht existent.

Und das ist genauso furchtbar, wie einige der Szenen aus dem Film – grandios gespielt und meisterhaft umgesetzt! Dieser Film hat es einfach absolut in sich und packt dich bei den Eiern, drückt zu und überlässt die Schmerzen deiner Weiterverarbeitung! Ein großartiger Film über ein furchterregendes Thema, dass von niemandem besser gespielt hätte werden können!

Und damit gehört er für mich auf die Leinwände. Ins Fernsehen. In den öffentlichen Diskurs. Er bietet erneut die Möglichkeit, dass wir uns mit unseren eigenen Schrecken auseinandersetzen und uns als Menschheit an die Hand nehmen, um die Dinge besser zu machen, der Welt ein freundlicheres Gesicht verleihen und den Weg dafür ebnen, dass unsere Kinder eines Tages ein besseres Leben führen als es unsere Zeitgenossen teilweise tun müssen.

Diese Erfahrung ist absolut irre … und einmal mehr gilt mein Dank Constantin Film, deren Repertoire ich so etwas Überwältigendes ehrlich nicht zugetraut hätte.

 

.kinoticket-Empfehlung: Schluss mit der Spielerei, Schluss mit dem Firlefanz: Es wird Zeit, dem Kino wieder Zündstoff in die Hände zu liefern, um eine ekstatische Bombe platzen zu lassen, die dabei weder Ästhetik noch Ehrgefühl zerstört: Was euch hier geliefert wird, ist sensationell und wurde zurecht in Cannes ausgezeichnet!

Joaquin Phoenix überzeugt einmal mehr als abgefuckter Begleiter in eine Welt, vor der man am liebsten die Augen verschließt! Das Thema ist unfassbar hart, seelisch brutal und die Performance dazu haut euch zusätzlich aus den Socken – grausamer Inhalt, grandioser Film!

 

Nachspann
Don’t wait for it … es kommt nichts mehr.

Kinostart: 26. April 2018

A Quiet Place

In vier Tagen wird sich euer Leben grundlegend verändern!

Meins ist es bereits und ich hab keinen blassen Schimmer, wie ich mit meinem jämmerlichen Wortschatz dazu beitragen kann, euch das ein wenig näher zu bringen.

Kurz gesagt: Ich besuche im Jahr im Durchschnitt zwischen 600 und 700 Kinovorstellungen (und ja, da ist keine Null zu viel!), schaue mir zu Hause die ein oder andere Blu-ray, 4K oder auch im TV mal ein paar Filmchen an und stöbere seit neuestem auch etwas aktiver auf Netflix rum, weshalb ich behaupten kann, in meinem Leben doch schon eine kleine Auswahl an Filmen gesichtet zu haben, von denen manche tatsächlich so gut waren, dass sie es auf meine Lifetime-Top-10-List geschafft haben.

Diese Liste wurde kürzlich komplett geleert. Da steht jetzt nämlich nur noch ein einziger Film drauf: A Quiet Place!

WOW!

Wisst ihr, seit Anbeginn der Zeit – quasi gefühlt seit Adam und Eva – besuche ich Kinos in der Hoffnung, endlich mal etwas vollkommen Grandioses, Flashendes, bisher noch nie Dagewesenes zu finden, dass sich allen Regeln widersetzt und einfach sein gänzlich eigenes Ding macht – ohne einen einzigen Fehler dabei zu machen und vor allem: Ohne den Zuschauer für dumm zu verkaufen.

Ich liebe Horrorfilme, ich liebe Spannung, ich liebe vollkommen verwüstete Ausgangslagen. Ich stehe auf Weltuntergangsszenarien. Ich stehe auf Filme, die dich so richtig im Hirn durchficken und dir keine einzige Minute Ruhe gönnen, sondern aus der Intelligenz in deinem Schädel Brei machen und sie dann verzehrfertig vor deine Augen werfen und dich von Anfang bis Ende fordern.

 

A Quiet Place.

Hat.

All.

Das.

Vollständig.

Erfüllt!!!!!!

 

Ich feiere diesen Film – seit ich ihn gesehen habe! Ich LIEBE ihn! Ich vergöttere ihn! Diese … ach was, ich will euch gar nichts verraten. Okay, etwas verrate ich doch: Den Mitarbeitern meines Lieblingskinos gebe ich hin und wieder ein paar Tipps, was sie demnächst im Kino anschauen sollten.

Ihnen hab ich gesagt: „Du wirst die nächsten 5 Jahre freiwillig hier für die Hälfte des Gehalts weiterarbeiten, nur, damit du weiterhin SOLCHE Tipps von mir bekommst!“

Und ich stehe dazu: Es ist das – mit ABSTAND (die Liste ist LEER!) – BESTE, dass ich jemals in meinem Leben zu Gesicht bekommen habe!

Diese Intelligenz! Diese detailverliebte Durchdachtheit! Dieses Reinwerfen und darin verrecken lassen! Dieses … AHHHHH

 

.kinoticket-Empfehlung: Geht einfach rein und überzeugt euch selbst!

Nehmt KEIN Popcorn mit und nichts, was raschelt oder irgendwie „Lärm“ macht!

Vertraut mir: Ihr spaziert hinterher mit voller Popcorntüte wieder raus! Niemand von euch isst da drin ein einziges Maisflockenteil! Nichts! Absolute Ruhe, vollkommene Spannung und Einigkeit darüber, dass dies das beste ist, was man je ins Kino gebracht hat!

Krasinski, ich hoffe, ich kann dir eines Tages persönlich die Hand schütteln und mich auf Knien vor dir dafür bedanken, dass du uns dieses Werk geschenkt hast!

 

Nachspann
GEFLASHT!!! Aber sowas von … und jeder um mich herum meinte: Wir müssen denen unbedingt sagen, dass sie kein Popcorn kaufen dürfen! Abwarten braucht ihrs nicht, es folgt (hoffentlich ein zweiter, dritter, vierter Teil dieser Legendarity!!!) … nichts weiter.

Kinostart: 12. April 2018

Ghost Stories

Normalerweise halte ich Abstand von Büchern, Theaterstücken, Bühneninszenierungen und dergleichen, wenn ich weiß, dass davon demnächst ein Kinofilm rausgebracht wird – weil für mich nichts über Kino geht.

Bei Ghost Stories ist es genau umgekehrt: Ich habe den Film gesehen und wünsche mir seitdem nichts sehnlicher, als diese Story einmal als Theaterstück zu erleben, was es ursprünglich ja auch war bzw. ist.

Gerade mit dem Thema „Geister“ können viele ja überhaupt nichts anfangen und ich habe selbst Pressevertreterkollegen von mir mit einem sanften Arschtritt in diese Vorstellung katapultieren müssen, und sie wurden nicht enttäuscht.

Es ist großartig, wie man hier mit den Inhalten umgeht, welche Erzählweise man wählt und wie sich das Werk schlussendlich vollständig entfaltet. Ich hoffe, dass möglichst viele (alle) Rezensenten meinem Erzählduktus folgen und hier grundsätzlich nichts spoilern, denn das Werk lebt von den Twists und Irrungen, in die man als Zuschauer geleitet wird.

Da ich bereits vor Kinostart die Möglichkeit hatte, diesen Film mehrfach zu schauen, konnte ich inzwischen überprüfen, dass sich in den verwinkelten Phrasen dieses Stücks tatsächlich keine offensichtlichen „Fehler“ eingeschlichen haben – was das Werk für mich wieder etwas großartiger macht.

Einige haben damals darüber geklagt, dass es ein wenig „zu viel“ sei, was ich allerdings vehement abstreite, da das Stück nur so funktioniert und anderenfalls höchst langweilig wäre.

 

.kinoticket-Empfehlung: Der Gruselfaktor stimmt, die Erzählungen erreichen Theaterniveau (kommt ja von da her) und der Plot ist – bei solch einem Thema – in sich stimmig und fehlerfrei.

Es macht riesigen Spaß und brennt mir seitdem tierisch in den Fingern, Ausschau nach einer Bühnenaufführung davon zu halten.

Geht rein und nutzt die Chance, er wird sowieso kaum wo laufen – schätze ich.

 

Nachspann
braucht man nicht abwarten, hier folgt keine weitere Szenenbalgerei mehr.

Kinostart: 19. April 2018

It Comes at Night

Heute möchte ich euch eine Perle des aktuellen Kinos vorstellen: It Comes at Night.

Leute: Ich bin sprachlos! Der .trailer lässt Hoffnung auf einen mittelmäßigen Horrorstreifen aufkommen und in meiner Sehnsucht nach gutem Material zieht es mich natürlich in die Lichtspielhäuser.

Ticket gekauft, Popcorn im Schoß und los die Show!

Und was da kommt, ist so viel besser als das, was man erwartet – ich habe lange nicht mehr so einen grandiosen, unbeschreiblich guten und bewundernswerten Streifen gesehen wie diesen hier!

Mein bester Freund steht überhaupt nicht auf Schockmomente und hasst es, wenn man Suspense-Stimmung aufbaut und ihn werde ich definitiv vor den Bildschirm fesseln und  dieses Teil zeigen! Natürlich hat man auch hier stimmungsmäßig ordentlich die Sau rausgelassen, aber eben nicht so, wie man vermutet! Mit so viel Liebe, Detailangst, Misstrauen und menschlicher Analyse hat man sich einer Situation zugewandt, die von Anfang bis Ende absolut spannend bleibt und einen mit einem übermäßigen und fast unerträglichen Brainfucked-Gefühl wieder aus dem Saal stößt. Mein Gedanke war eher, dass das extrem durchdachtes, extrem intelligentes Kammerspiel ist, in dem bedrohliche Elemente die Hauptrolle übernehmen, die keinerlei Anstalten machen, auch nur anflugweise an der Intelligenz des Zuschauers zu zweifeln.

Es hat lange gedauert, aber ich war tatsächlich wieder einmal sprachlos nach einem Film!

 

.kinoticket-Empfehlung: Von daher: Es wird zur Masteraufgabe, das Kino zu finden, in dem dieser Titel überhaupt (noch) gezeigt wird, aber der Kampf um diesen Platz ist mehr als lohnenswert, denn man darf endlich wieder mal in einen Plot abtauchen, in den sich der Regisseur selbst verliebt hat!

Großartig – beklemmend – fesselnd und absolut sehenswert!

 

Nachspann
folgt keiner mehr, der Saal kann freigegeben werden.

Kinostart: 18. Januar 2018

Criminal Squad

Heute läuft er endlich an und es wird Zeit, euch darüber zu berichten: Criminal Squad.

Für mich stellt der Film ein paar ganz wichtige Weichen in Richtung Zukunft des Kinos, auch wenn das nur meine persönliche Meinung ist (so wie ja alles hier im Blog). Tatsache ist, dass in jüngster Zeit ein paar neue Metropolen die Zuschauerschaft aus den Sälen rauslocken und anderweitig an die Monitore zu binden versuchen und die Geschäftszahlen dieser Unternehmen sind vielversprechend.

Klar also, dass sich auch in Hollywoods Reihen etwas tun muss, um die Anlaufstelle Kino auch in Zukunft weiterhin attraktiv zu halten und nicht vollends die Kontrolle über den Zuschauerstrom zu verlieren – denn genau das haben sie in den letzten Jahren ja unentwegt zugelassen.

Und in der Tat: Spricht man mit Regisseuren und Filmschaffenden, stellt man fest, dass den Big Bosses Risiken mittlerweile viel zu risikoreich (haha) geworden sind und man sich lieber 10.000x absichert und ja niemand verprellen will. Das Ergebnis sind weichgespülte Drehbücher, runtergecuttete FSK-Freigaben, merkwürdig seltsame Allgemeinplots und das Fehlen jedweder Nischen, die eine ganz spezielle Klientel – diese dafür dann aber exzellent und nicht nur durchschnittlich ansprechen.

Hauptsache, man lockt so viele Zuschauer wie möglich ins Kino und der Rest ist dann egal. Nun kommen Netflix und Konsorten auf den Plan und vermasseln dieses Geschäft durch ein paar Stellschrauben, die in den großen Studios seit Jahren eingerostet zu sein scheinen: Man erteilt Kreativitätsfreigaben, man macht Gelder locker, man ärgert sich nicht über vergeigte Serien, sondern schöpft aus einem Topf und verteilt einfach an alle.

Hat man sich irgendwo verkalkuliert, holen es drei vier andere Mitspieler durch Mehreinnahmen wieder raus. Dazu greift man nicht zu tief in die Tasche der Nutzer, sondern bietet allumfassenden Service, der im Monat weniger kostet als ein .kinoticket und schon hat man Unterhaltung für den armen Mann.

Soweit, so möglich.

Das Problem ist aber: Filme werden fürs Kino geschaffen und sollten auch auf großen Leinwänden gezeigt werden. Nicht, weil man sie nicht auf kleineren Monitoren schauen könnte, sondern weil es bei Filmen so ist, dass man sie immer nur ein einziges mal „zum ersten Mal“ sehen kann. Und dieses Erlebnis wird immens gestört, wenn die Leinwände zu klein sind, die Soundanlage nicht stimmt oder das Publikum einfach das falsche ist. Hier kommt Kino ins Spiel und eröffnet Chancen, die man in seiner eigenen Freundesclique niemals hat, weil da allein schon immer die gleichen Personen zusammen Filme schauen. Natürlich nenne auch ich einen knapp 2m Bildschirmdiagonale-Fernseher mein eigen, aber fragt euch mal, warum Personen wie ich dann trotzdem fast ausschließlich ins Kino rennen und nicht zu Hause vor der Riesenglotze sitzen: Weil alles, was kleiner als eine Kinoleinwand nur noch ein billiger Abklatsch dessen ist, was man im Kino erlebt hat. Am besten vergleichbar mit Fotos, die man im Urlaub geschossen hat und die die Gefühle, Sinneseindrücke und Empfindungen aus dem Urlaub nochmal hervorrufen können – aber immer nur als Abbild dessen und niemals als Original.

Diese Wucht, die bedrohliche Ruhe, die gewaltigen Soundtrack-Eindrücke, das Reagieren von völlig Fremden auf bestimmte Szenen, die Angespanntheit von 256 Personen im gleichen Raum – all das kriegt man mit keinem noch so gut ausgestatteten Heimkino auf die Reihe. Und die meisten dümpeln noch mit 1,09m oder 1,39m Bildschirmdiagonale zu Hause rum. Das ist, als würde man sich die Weltmeisterschaft im Fußball auf seiner Apple-Watch ansehen. Geht, ist aber nicht unbedingt schön.

Und hier erprobt man zur Zeit wieder etwas, das ich persönlich höchst begrüße: Den Zuschauer mit hochwertigem Content zu locken, der das Bildungsniveau ankratzt, aber nicht so dermaßen überstrapaziert, so dass sich auch Hein-Blöd gut unterhalten fühlt, die allgemeine Intelligenz des Zuschauers aber nicht beleidigt wird durch all zu stupide Plots.

Und genau in dieser Liga spielt Criminal Squad: Er taktiert das Action-Genre, reizt seine Möglichkeiten aber nicht bis zur Lächerlichkeit aus, sondern gewahrt eine gewisse American Sniper-Gepflogenheit, die sich von den sonst dermaßen stupiden oder beleidigenden Filmen dieses Genre deutlich abhebt, auch wenn man hier jetzt keinen Meilenstein geschaffen hat.

An dieser Stelle dann Gerard Butler zu nennen, ist vielleicht ein Fehler, weil gerade er für die Sorte Film steht, von der man sich eigentlich distanzieren will, allerdings hat man seinen Bart derart zurechtgestutzt, dass auch er endlich als „gestandener Mann“ wahrgenommen werden kann und nicht mehr als Witzfigur. Überhaupt hat man bewiesen, dass es eben nicht ständig irgendwelche zwuseligen Fäden sein müssen, die den „Männern“ im Gesicht rumhängen, sondern man mit Gepflegtheit und auch gestutzten Bärten wesentlich mehr anerkennenden Respekt erzielt und sich die destruktive Übertriebenheit an dieser Stelle weniger auszahlt.

Und dass der Plot stellenweise noch Potenzial für wesentlich mehr bereit hält, unterstützt wieder meine Theorie: Man möchte aus dieser Sorte Film in Zukunft noch wesentlich mehr rausholen und „tastet sich mal vorfühlend in die Menge“ um zu schauen, wie so etwas angenommen werden könnte.

Dann liegt nämlich hier bereits wesentlich mehr Inhalt für weitere Verfilmungen parat, für die man mit diesem Teil bereits wohlwollend vorgearbeitet hat.

 

.kinoticket-Empfehlung: Männer-Action auf einem Niveau, für das Sicario seinerzeit die Obergrenze gelegt hat: Man distanziert sich von stupider Action und mischt das Genre mit Intelligenzanerkennung des Zuschauers durch und erhält brauchbares, durchtriebenes und gut fundiertes Kino, dass seine Fächer in der Gesellschaft wieder etwas breiter ausgelegt hat.

Meiner Meinung nach ein Film, der die Anfänge dafür setzt, das Kino wieder mit Inhalten zu füllen, die sich vom sonstigen Angebot abheben und die große Leinwand wieder voll auskosten. Daumen hoch – weiter so.

 

Nachspann
folgt keiner mehr, man braucht also nicht sitzen bleiben, sondern darf gleich raus.

Kinostart: 1. Februar 2018

Schneemann

Der .trailer sorgte im Vorfeld ja schon bei einigen für Furore und kündigte sich als bildgewaltiges Horrorspektakel an, was in Verbindung mit dem immer genannten Michael Fassbender bei vielen für hohe Erwartungen gesorgt hat.

Um eins vorweg zu nehmen: Die werden nicht erfüllt.

Allen, bei denen jetzt der Gute-Laune-Zeiger mit Hochgeschwindigkeit zu Boden sinkt, sei gesagt: Ganz so schlimm ist es nicht. Das Problem am Film ist meines Erachtens einfach das Drehbuch.

Im großen Ganzen lässt sich nämlich sagen: Der Rest ist wirklich gut, nur der Plot krankt an allen Ecken und Enden, wo immer man ihn kranken lassen kann. Es wirkt fast, als hätten die Macher in diesem Punkt einfach keinen Bock gehabt und sich daher auf die billigste Standard-Variante aller Optionen eingelassen aus Mangel an Kreativität oder unzulänglicher Einflussnahme.

Klar, Buchverfilmung hin oder her, Vorgaben … blabla … im Endeffekt kann man sich mit dem „basierend auf …“ auch davon lösen und einfach den besseren beider Filme gestalten, was hier aber nicht getan wurde.

Dies sagt keineswegs etwas über das Schauspiel von Fassbender oder seiner Kollegen aus, noch über die Kulisse und die Optik des Films, die zusammen mit der Kameraführung und der restlichen Technik wirklich herausragend gut sind.

Wer also einfach einen der besten Schauspieler unseres Jahrzehnts wieder vor sich hin professionalisieren sehen will, sollte sich durchaus ein .kinoticket zulegen und die Show einfach genießen, auch wenn der große Showdown in Wirklichkeit gar keiner ist und die Auflösung nicht nur schwelend vor sich hin bruddelt, sondern irgendwie auch gar nicht da ist.

Das große „Häh“-Fragezeichen stand auf jeden Fall nicht nur den Presseleuten auf der Stirn, sondern auch bei vielen Sneakern, die den Film bereits vor Kinostart sichten durften und auch nur mäßig begeistert waren.

 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte entweder ganz ohne Erwartungen in den Film gehen oder sich dessen bewusst sein, dass hier nicht so pompös aufgetragen wird, wie man es im .trailer verspricht.

Dem Film fehlt einfach ein würdiges Ende. Zu sagen, er wäre ein guter TV-Krimi ist ungerecht, dafür ist er viel zu gut, ihn aber im Kino als den Erfolg anzupreisen, ist auch nicht ganz richtig, denn dafür krankt er zu sehr am Drehbuch und den Vorgaben darin.

Alles andere spielt sich auf hohem Niveau ab.

 

Nachspann
gibt’s keinen, man darf also raus gehen und darauf warten, dass es anfängt zu schneien.

Kinostart: 19. Oktober 2017

American Assassin

Normalerweise kennen wir Actionfilme dieser Art mit Jason Statham oder früher Bruce Willis, deren Alter aber schon weit über dem Zenit dessen ist, was die Filmemacher dem Hauptdarsteller hier zumuten möchten.

Michael Cuesta startet daher seinen neuesten Kinostreich mit einem entsprechend jungen Hauptdarsteller mit dem Plan, diesen mit seiner Rolle altern zu lassen. Was man da rein interpretieren möchte, sei nun jedem selbst überlassen: Ob wir demnächst einfach weitere Teile dieser gestarteten Noch-Nicht-Filmreihe sehen werden oder man sich daran versucht, eine neue Moviemarke auf der Welt zu etablieren, die ähnlich The Fast & The Furious in kommenden Jahren immer mehr abwirft, oder man sich einfach nur weitere Optionen für kommende Verfilmungen offen hält, sei dahingestellt.

Tatsache ist, dass wir mit American Assassin definitiv am Anfang von etwas stehen, dass ich mal als grundsolides Action-Unterhaltungskino bezeichnen würde. Dylan O’Brien, den viele vielleicht eher aus den Maze Runner-Filmen kennen werden, widmet sich in dieser Buchverfilmung auf ehrliche und lockere Weise einem immer ernster zu nehmenden Thema ohne dabei zu sehr auf moralische Konsequenzen hinzuweisen, sondern die drohende Gefahr eher durch subtilen Optimismus und offensichtliche Satire zu untergraben.

Und der Plan geht irgendwie auf: Man fühlt sich zeitgeschichtlich an die Aktualität angeknüpft, ohne dazu aufgefordert zu sein, sich mit Martyrien den Kopf zuzupflastern, was die Lösungen für etwaige Probleme angeht. Stattdessen verschwindet der Geist wieder in die Unterhaltungsbranche des Kinos und überlässt die Welt da draußen für knapp zwei Stunden sich selbst.

Und dieses „Loslassen“ tut extrem gut. Den Film darum zum Beispiel im Rahmen eines Männerabend zu präsentieren, ist in meinen Augen die exakt richtige Entscheidung, denn da würde auch ich ihn verankern. Und an die Gleichheitsgeier da draußen: Auch Frauen sitzen in solchen Vorstellungen – nur eben mit den richtigen Erwartungen dazu ^^.

Hier zählt nämlich einfach nur: Bombastische Action, spannende Stunts, kein zu blöder Twist und einen Helden, den man sich durchaus zum Vorbild nehmen kann, auch wenn dazu das extrem junge Alter doch noch einige Hürden in den Weg wirft. Aber nach oben steht ja wie gesagt noch alles offen.

 

.kinoticket-Empfehlung: Bierchen in die Hand, Feierabendstress im Foyer abgeben und einfach einen tollen Film genießen, der Unterhaltung, Spannung, klasse Wendungen und fundierten Witz enthält, ohne dabei über sich selbst hinauszuwachsen und das Hirn zu sehr zu fordern.

Das Potenzial, diese Story weiter auszubauen, ist definitiv gegeben und wer von Anfang an dabei sein will, sollte jetzt die Chance nutzen und den Start davon in einem Kino erleben, dass sich nicht davor scheut, hier und da auch mal die Wände erzittern zu lassen.

Jason, du kriegst Konkurrenz.

 

Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, der Vorgeschmack ist bereits im Filmende integriert.

Kinostart: 12. Oktober 2017

Blade Runner 2049

Eines Tages entstand einmal ein Film. Eine Nische. Bewegtbilder. Die Menschen waren begeistert. Man entwickelte sich fort, führte immer neue Prozesse, neue Techniken, neue Blickwinkel und Kamerapositionen ein, stockte später mit immer mehr raffinierten Tricks auf und entdeckte irgendwann das CGI-Zeitalter. Arbeitete sich empor in immer neue Höhen und verließ den Independent-Film.

Mit jedem neuen Produkt wurde man immer größer, Hollywood entstand und es entwickelte sich eine immer größere kapitalistische Marktmacht, die seinerseits in immer höhere Sphären aufstieg, weil man mittlerweile nicht mehr nur mit Tricks, sondern auch mit Namen Geld machen konnte. Die Raffinessen, um den Zuschauer zu begeistern, waren längst nicht mehr Hauptbestandteil dessen, worauf man stolz war, sondern oft war es einfach nur die Marke.

Es wurden lieblose Fortsetzungen produziert, irgendwann gingen die Ideen aus, zwischendrin gab es auch mal einen heftigen Drehbuchautorenstreik und dann begann man, einfach alte Geschichten neu zu erzählen. Obwohl man es im Laufe der Zeit auch nicht besser konnte.

Wo anfangs noch der Charme, die Liebe zum Detail, die ausgeklügelten Fähigkeiten das Herz eines Films ausmachten, war es jetzt allenfalls der einstige Erfolg des namentragenden Vorgängers, der wieder Geld in die Kassen spülen sollte.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden wir mit solchen Reboots, Neuauflagen und Fortsetzungen gequält, die weder technische noch inhaltliche Verbesserungen aufweisen konnten.

Zwischendrin zuckelte immer mal ein Independent-Film an die Oberfläche, um zu beweisen, dass Kino doch noch Spaß machen kann und nicht nur die Multimilliardär-Mogule das Sagen haben, nur um sogleich wieder von einer Giganstromonster-Produktion plattgemacht zu werden, die im inhaltlichen keinerlei Anspruch mehr besaß und den Zuschauer in seiner fortschreitenden Verblödung eher noch unterstützte, als etwas dagegen zu unternehmen.

Und jetzt?

Jetzt kommen wir anscheinend langsam in eine Zeit, in der man es verstanden hat, die technischen Errungenschaften der letzten 30 Jahre sinnstiftend zu benutzen und dem geneigten Kinoliebhaber zwar entweder anheftende oder Neuinterpretationen alter Geschichten vorzusetzen, die aber so dermaßen beeindruckend zu präsentieren, dass sie ihre Originale im Eilschritt vom Thron fegen und selbst ein neues Jahrhundert ankündigen.

Und es erstmal auf die Reihe zu kriegen, dass eine Neuverfilmung seinen Klassiker einfach mal so eben mit einem Wisch besiegt und weit über ihm angesiedelt werden kann, ist schonmal eine Leistung für sich.

Dass dann aber in Serie zu produzieren, bereitet mir inzwischen ziemliche Gänsehaut, denn Kino dürfte sich demnach in den nächsten Jahren dann definitiv wieder lohnen.

Und mit Blade Runner 2049 haben wir einen weiteren Meilenstein Nr. 1, der sich mit ES das Treppchen teilt und die Aufmerksamkeit des Rennens aller Filme dieses Jahrzehnts auf sich gezogen hat. Und zwar mit so immens großem Abstand zu allen anderen Filmen, dass man sich fragt, ob die überhaupt auf der gleichen Piste im Rennen um die Gunst des Zuschauers mitfahren.

Mir kommt’s so vor, als buhlten die ganzen anderen Filme um „Ich bin besser“, „Nein, ich bin besser“, „Nein, du bist doof, ich bin viel cooler“ und allesamt merken sie nicht, dass ihre Ränge irgendwo zwischen 96 und 104 postieren und sich die Bevölkerung um ganz andere Dinge schert.

Und die Top 3 haben sich diese zwei gekrallt: ES und Blade Runner 2049. Und zwar beide gleichauf an der Spitze.

Es gibt als Laie (ich bin weder ausgebildeter Schreiberling, noch habe ich Journalist, Redakteur oder sonst etwas studiert oder gelernt) kaum eine Möglichkeit, sich ebenso würdig an dieses Werk zu nähern, wie es die Produzenten mit dem Klassiker aus dem Jahr 1982 getan haben.

Das unglaublich gute Gefühl hatte ich bei den sanft eingeführten Teasern schon, dass man sich hier mit extrem großer Würde einem zeitlosen Klassiker nähern würde, ohne ihn zerstören zu wollen. Und der Film bricht alle Rekorde.

Er wird in den kommenden Jahren selbst ein zeitloser Klassiker seiner Zeit werden und die Menschen auch noch in 20 Jahren mit seiner heutigen Überlegenheit faszinieren. Schade, dass man Twitter für diese Situationen nicht genauso wirksam konservieren kann, wie es damals für Zeitungsartikel und Kritiken galt. Schlagt einfach mal in der Community nach und lest ein paar Rezensionen aus Amerika: Sie sind allesamt wahr, das überschwängliche Lob gerechtfertigt.

Du sitzt im Kino und denkst dir immer mehr: Was bin ich nur für eine unwürdige Kreatur in der Schöpfung dieses Kolosses, dass man da auf die Welt losgelassen hat und das jetzt in aller Ruhe Stück für Stück die Ränge in allen Teilen der Welt erobert.

Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch als Hauptverantwortliche für den Soundtrack haben sich in ihrem Lebenswerk beide selbst mehr als übertroffen. Nicht nur, wie man sich den Original-Themes von viel weiter oben heran annähert und dem Film in seiner bahnbrechenden, unterschwelligen Wucht Tribut zollt, sondern die gesamte Kulisse ist gelinde gesagt spektakulär. Das Kino bebt, die Menschen zittern und man ist überwältigt – und ich rede hier immer noch ausschließlich vom Ton.

Dazu kommt eine Kulisse, die eine düstere Vision einer Zukunft formiert, die der von 1982 in absolut nichts nachsteht. Der Kunde darf staunen – und wird überwältigt von Impressionen und unglaublich bildstarken Stadtansichten, die den Geist einfach mal so in die Knie zwingen. Und der Soundtrack wirkt übrigens weiter.

Die Regisseure himself – Dennis Villeneuve und Ridley Scott – haben selbst die Presse darum gebeten, nichts zu spoilern, denn dieser Film lebt von seiner Geschichte und den Entwicklungen darin. Und ich bin gespannt, demnächst von meinen „Kollegen“ die Kritiken zu lesen und zu schauen, ob sie es genauso auf die Reihe gekriegt haben, wie ich es hier probiere: Spoilerfrei darüber zu schreiben und trotzdem der Begeisterung zum Ausdruck verholfen zu haben. Denn das ist ein weiterer Punkt dieser Megaproduktion: Hier man man wieder alles, was ich oben angekreidet habe: Ein Monsterprojekt mit einem Namen, der sich absolut vermarkten lässt – und dazu einen Film, der von Inhalten (!) lebt!!!

Leute, das ist unfassbar!!! Auf Twitter schreibt man, dass es eine unglaubliche Erfahrung ist, diesen Film zu sehen – und bei Gott, das ist es! Womit wir beim nächsten Punkt wären: Fürs Kino gemacht!

Blade Runner 2049 zählt wieder zu den Werken, die man uneingeschränkt und ausschließlich für den großen Screen empfehlen kann. KEIN Display dieser Welt, dass in irgendwelchen noch so himmlisch ausgestatteten Heimkinos präsentiert werden kann, könnte je die Imposanz und Macht genauso wiedergeben wie Kinos, die an IMAX-Qualität heranreichen, für die dieser Film produziert wurde. Wieder einmal gilt – mit Abstand: Je größer und lauter, um so besser.

Nicht, weil es hier an Actionsequenzen kracht und scheppert und man wieder laut brüllt und nichts dahinter ist, sondern weil der unterschwellige wummernde Sound in Verbindung mit den unglaublich beeindruckenden Bildern ein großes Ganzes ergibt, dass nicht mal annähernd auf anderen Bildschirmen widergespiegelt werden kann.

Und nicht zum Schluss noch ein Punkt, der mich sehr gefreut hat: Keine Mitleidsrollen. Niemand wurde hier zu irgendwas verpflichtet, um nochmal mehr Dienerschaft abzuschöpfen und mit seiner Ehre und Schauspielerwürde dafür zu stehen, dass den Bediensteten der großen Studios noch mehr Geld in die Kassen gespült wird, sondern man hat jedem, der „wieder aufkreuzt“, eine würdige Rolle verpasst, die sich mehr als galant in die Storyline einpflegt und ein herrlich süffisantes Wohlgefühl hinterlässt.

Darum:

 

.kinoticket-Empfehlung: Es ist Zeit, ins Kino zu gehen, um nicht die Geburtsstunde eines historischen Meilensteins der Kinogeschichte zu verpassen und mitzuerleben, wie ein Mega-Blockbuster tatsächlich wieder die Aufmerksamkeit der ganzen Welt verdient hat!

Was hier gerade passiert, ist beispiellos in der Geschichte des Motion Pictures!

Dieses Jahr kann definitiv nichts mehr kommen, dass dem noch eine Krone aufsetzen würde. Also nutzt die Chance – noch sind beide Repräsentanten der erfüllten Hoffnung, dass auch Blockbuster herausragend sein können, im Kino.

Ausreden zählen nicht: .kinoticket kaufen und sich selbst davon überzeugen!

 

Nachspann
Allein die Musik und optische Aufmachung ist es wert, sich den Abspann bis zuletzt anzuschauen. Auch wenn hier keine weiteren Szenen mehr kommen.

Kinostart: 5. Oktober 2017