Montrak

Montrak

© 2017 TBC Filmproduktion

 

Bevor ich mich hier verkünstel, lassen wir doch den Mann zu Wort kommen, aus dessen Feder Montrak stammt: Regisseur Stefan Schwenk himself im Interview mit .kinoticket-blog.de

Ben: Warum Vampirfilm?

Stefan: Warum Vampirfilm? Weil’s in Deutschland schon lang keinen Vampirfilm mehr gab. Vor allem hat’s mich gereizt, die Mischung zu finden aus Mittelalter und Neuzeiterzählung. Der Vampirfilm hat ja seine Roots in Deutschland mit Nosferatu, was ja viele nicht mehr wissen. Und das war einfach so die Idee, mal herzugehen und ’nen Vampirfilm zu machen, gerade jetzt, wo in Deutschland der Genrefilm wieder am Aufblühen ist. Das ist mein Beitrag zum Vampirfilm.

Ben: Hast du das Gefühl, dass der Vampirfilm so ein bisschen „neu gestartet“ werden soll, weil wir ja so eine gewisse neuzeitliche Veränderung erlebt haben durch die Twilight-Saga und das alles bisschen liebenswürdiger geworden ist und kitschiger, da jetzt wieder zurück zu den Wurzeln zu gehen und im Prinzip die Bosheit der Vampire wieder neu zu erfinden?

Stefan: Genau. Im Endeffekt ist es auch eine Anspielung, ’ne Liebeserklärung an das Genre der 80er Jahre, also z.B. Lost Boys oder Near Dark, da gibt’s viele Anspielungen und Hommagen. Ich persönlich mag härtere Vampirfilme gern, also mit richtig bösen Vampiren und wollte einfach mal ein Zeichen setzen, dass es noch was anderes gibt.

Ben: Gab es beim Dreh irgendwelche Schwierigkeiten, wo du gedacht hast: Jetzt wird’s echt brenzlig?

Stefan: Also wenn ich jetzt überlege: Die größte Schwierigkeit oder Herausforderung war natürlich die Planung, alles unter einen Hut zu bringen, die Termine der Schauspieler zu koordinieren, das hat Heike Fauser (die Produzentin) ganz toll gemacht. Bei einem Low-Budget-Film musst du, weil du die Leute nicht bezahlen kannst, schauen, wann die Schauspieler Zeit haben, da sie Arrangements haben, wovon sie leben müssen. Wir haben ja nur an Wochenenden gedreht und es war schon sehr aufwendig und auch schwierig, was das angeht, aber letztendlich hat alles geklappt. Deswegen auch fünf Jahre Produktionszeit.

Ben: Gibt’s für dich eine bestimmte Szene im Film, die deine persönliche Lieblingsszene ist?

Stefan: Also ich mag den Showdown ganz gern, da haben wir auch mal sechs Tage am Stück gedreht, das war so der einzige richtige Block, den wir hatten. Da haben wir’s auf jeden Fall krachen lassen, da bin ich auf jeden Fall sehr stolz drauf.

Dann gibt’s noch die Mittelalterszene, in der Wilhelm von seinen Dorfbewohnern vertrieben wird, die ist uns ganz gut gelungen. Es gibt einige Szenen, die ich ziemlich gut finde.

Ben: Was würdest du sagen, wer ist Zielpublikum? Für wen ist der Film gemacht?

Stefan: 18-60+? Wir hatten z.B. das Erlebnis auf unserer Kinotour, dass bei einigen Vorstellungen ein paar Leute 60+ da waren, die den Film ziemlich toll fanden und herausgefunden haben, dass da zwei verschiedene Meta-Ebenen drin sind und die haben da Sachen erkannt, was ich ziemlich spannend finde, da ich mir im Vorfeld ja auch Gedanken gemacht habe. Man kann das ja auf verschiedene Dinge übertragen. Das hat mich auf jeden Fall sehr gefreut.

Ben: Gab’s für dich persönlich Inspiration von anderen Filmen, die dich durchaus mit beeinflusst haben, wo du Anspielungen mit rein gebracht hast?

Stefan: Ja, da gab’s ne Menge Anspielungen an diverse Filme, ganz im Vordergrund steht der phantastische Film der 80er, z.B. Highlander, was den Fantasyfilm angeht, Terminator gibt’s zwei Szenen. Dann der klassische Vampir-Gangfilm, z.B. Lost Boys oder Near Dark, wie ich vorhin schon erwähnte, und unbewusst sicher auch. Ansonsten pack ich immer die innere Wahrheit in einen Film rein. Was mich z.B. im Leben irgendwie fasziniert, pack ich dann in eine Subebene, im Kontext auf die Vampirthematik umgemünzt mit rein. Leben, Tod, was mich im Leben halt bewegt.

Ben: Gerade das Thema „Tod“: Du hast eine Widmung im Film, was hat es damit auf sich?

Stefan: Der Film ist meinem verstorbenen Bruder gewidmet, der 2011 das noch so ein bisschen mitbekommen hat, als die Vorbereitungen losgingen. Ich hab ihm dann am Krankenbett noch so vermittelt: Wir machen den Film, was hältst du davon? Und er hat so den Daumen nach oben gehoben und gesagt „Yes“. Das war für mich das Zeichen, das jetzt durchzuziehen, auch wenn’s lang gedauert hat, sein Spirit war auf jeden Fall immer da und das hat uns natürlich dann bewogen, im Team den Film durchzuziehen.

Ben: Der Film ist mitten in der Kinotour drin [zum Zeitpunkt des Interviews] und ihr habt auch schon einige Festivals gehabt, wo er gelaufen ist. Was steht noch in der Agenda? Auf was dürfen wir uns noch freuen?

Stefan: Nachdem wir ziemlich erfolgreich bei diversen Festivals gelaufen sind, auch u.a. im UCI-Kino liefen im Rahmen der Midnight-Movies, stehen jetzt noch vereinzelte Kinos an. Parallel sind wir schon am Verhandeln mit Verleihern bezüglich Home-Entertainment, der Film wird definitiv auf Blu-ray, DVD und VoD erhältlich sein.

 

3C68334E-633D-4A5E-8E06-1D3BDEF5B3F5
Heike Fauser (Produzentin), Florian Freiberger (Schauspieler) und Stefan Schwenk (Regisseur) bei der Kinopremiere in München im Werkstattkino

 

Und an genau diesem Punkt sind wir nun angelangt: Montrak steht für’s Heimkino in den Startlöchern parat und bereichert ab sofort den deutschen Filmmarkt mit dieser liebevollen Huldigung an vergangene Zeiten, in denen Vampire tatsächlich noch richtig böse waren.

Natürlich lässt sich so ein gigantisches Low-Budget-Projekt nicht mit Mega-Blockbustern vergleichen, denen normalerweise viele Millionen zur Verfügung stehen. Hier wurden u.a. zwei Crowdfunding-Aktionen gestartet, bei denen ca. 15.000 € zusammenkamen, die für die Produktion verwendet wurden. Man spürt also schon, dass dieser Film ein Herzensprojekt ist, das finanziell von den Fans getragen wird, die genau solche Filme gerne sehen möchten.

Dabei findet man eben nichts vom glattgebügelten Hochglanz-Massenwahnsinn, den Hollywood am Fließband predigt, sondern man taucht ganz tief ins Nischendasein ein und erlebt eine düster erzählte Geschichte, die ebenso dreckig wie spannend ist und durch seine märchenhafte Düsternis begeistert. Damit beweist Deutschland einmal mehr, dass es kein Glamour und Glitzer benötigt, um Vampire ordentlich in Szene zu setzen, sondern dass ein klein wenig nostalgische Begeisterung ausreicht, um die altbekannten Stärken des Genrefilms packend auszuleben und dem Publikum einen echt sehenswerten Film zu bieten, der sich völlig in die abgelegene Mysterien-Welt der Vampire begibt.

Und solch ein Kniefall vor den heißgeliebten Fantasy-Filmen der 80er Jahre gehört einfach belohnt.

Wie ihr das tun könnt?

Auf dem Weekend of Hell wird’s einen Stand geben, wo ihr die Mediabooks direkt ordern und kaufen könnt. Mehr dazu findet ihr hier: https://weekend-of-hell.com/programm/#haendler

Ebenso werden Stefan Schwenk und seine Crew auf dem House of Horrors vertreten sein: Mehr dazu hier: https://www.houseofhorrors.events/

Und wer keine Zeit findet, zu diesen Conventions zu gehen, kann sein limitiertes Mediabook auch direkt bei der Produktion ordern: Hierfür einfach eine E-Mail an Heike Fauser ( h.fauser@tbc-film.de ) schicken und Cover-Wunsch dazu äußern:

Cover A (limitiert auf 333 Stück)
Montrak-Cover-A_mb
© 2018 TBC Filmproduktion | Nameless

 

Cover B (limitiert auf 222 Stück)
Montrak-Cover-B_mb
© 2018 TBC Filmproduktion | Nameless

 

Cover C (limitiert auf 111 Stück)
Montrak-Cover-C_mb
© 2018 TBC Filmproduktion | Nameless

 

Die Mediabooks werden dann ab 5. November 2018 verschickt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Endlich sind Vampire wieder böse und somit der Zustand der guten alten Welt wieder hergestellt.

Stefan Schwenk holt mit seinem neuesten Werk den Vampirfilm zurück nach Deutschland und beweist, dass man kein Glitzer braucht, um gute Unterhaltung zu produzieren. Die hingebungsvolle Hommage an längst vergangene Zeiten versetzt einen als Zuschauer zurück in die Vergangenheit und präsentiert eine mehrschichtige Erzählung in Form eines düsteren Märchens direkt aus dem Herzen der Bundesrepublik.

Wer Genrefilm mag, wird Montrak lieben!

 

Nachspann
✅ Coolest End Scroll ever seen. Bleibt sitzen, man hat sich hier richtig was einfallen lassen.

Kinostart: Ab 5. November 2018 als Mediabook inkl. Soundtrack erhältlich, 2019 wird es dann auch eine Amaray im Handel geben.

Original Title: Montrak
Length: 122 Min.
Rate: FSK 18

Werbeanzeigen

Die Hofer Filmtage locken ab dem 23. Oktober 2018 mit einem neuen Goldpreis

Heute gibt’s an dieser Stelle mal keine Kritik, sondern einen Sonderbeitrag, der etwas weiter in die Tiefen des Filmemachens einsteigt und euch einen ganz besonderen Preis vorstellt.

Ihr werdet festgestellt haben, dass meine besondere Vorliebe für Debütfilme jedesmal zum Tragen kommt und ich, wenn ich etwas besonders Schönes oder Empfehlenswertes entdecke, oftmals erst danach feststelle, dass es sich hier um ein Filmdebüt handelt.

Dazu gibt es ein Festival, die Internationalen Hofer Filmtage, auf denen alljährlich junge Filmemacher dazu angehalten wurden, ihre Erstlingswerke der breiten Öffentlichkeit vorzustellen um damit quasi in der Filmlandschaft Fuß zu fassen und neue, junge Regisseure und Regisseurinnen zu entdecken und zu fördern. Immerhin möchten wir in 20 Jahren noch genauso gute und frische Filme auf den Leinwänden sehen und nicht dabei aufpassen, wie die alten Genies langsam aussterben und immer mehr Müll auf den Bildschirmen landet.

Nachdem der Initiator und Gründer der Filmtage Heinz Badewitz verstorben ist, war es fraglich, wie es mit dieser Veranstaltung weitergehen sollte. Hierfür hat sich die Bayerische Akademie der Schönen Künste ein ganz besonders attraktives Angebot ausgedacht und wird fortan im Rahmen der Hofer Filmtage einen neuen Preis vergeben – den

 

Hofer Goldpreis der Friedrich-Baur-Stiftung verliehen durch die Bayerische Akademie der Schönen Künste in memoriam Heinz Badewitz

_DSC3179

 

Dieser Preis zählt zur wichtigsten Auszeichnung des Festivals und wird künftig am letzten Samstag im Rahmen des Festivals an den Gewinner übergeben, dessen Gewinnerfilm dann als Abschlussfilm am Sonntag im Rahmen einer Matineeveranstaltung erneut gezeigt wird.

Er besteht aus einem 1kg schweren Goldbarren (zertifiziert) in einer edlen Schatulle und wird gemeinsam mit einer repräsentativen Urkunde der Hofer Filmtage mit der Begründung der Preisvergabe sowie einer Stele der Hofer Filmtage ausgehändigt.

Der derzeitige Handelswert des Goldbarrens liegt bei rund 35.000,- €.

 

Warum Gold? Warum nicht Geld?

Die Initiatoren des neuen Preises haben sich gründlich darüber Gedanken gemacht, wie sie aktiv die Filmneulinge fördern können und sind darum auf diese Idee gekommen. Gold in diesem Wert ist ja nun mal etwas anderes als Geld, was man zum Kitten von Schulden oder Krediten im Nullkommanix verbraten kann.

Mit so einem edlen Stück in den Händen entscheidet man sich voraussichtlich dann doch etwas anders und kann den Barren z.B. als Sicherheit für einen Filmkredit bei einer Bank hinterlegen und so den Absprung über die Hürde der nächsten Filmproduktion schaffen. Was anschließend mit dem Preis angestellt wird, ist den Preisträgern völlig freigestellt.

In der Tat ist die Akademie selbst gespannt, wie die Filmemacher sich entscheiden werden und werden ihnen dafür eben nicht nur den Preis aushändigen, sondern stellen einen jährlich wechselnden Mentor an deren Seite. Dieser wird aus den Reihen der Akademie der Schönen Künste gewählt und hat fortan die Aufgabe, den oder die Preisträger/in ein Jahr lang beim Zweitfilm zu beraten.

Dieser Mentor muss alle zur Auswahl gestellten Filme selbst gesehen haben und wird völlig unbeeinflusst darüber entscheiden, welcher Film den Preis gewinnen wird. Als Mentor-Debütant ist dieses Jahr Edgar Reitz aufgestellt worden.

 

_DSC3198

 

Diese Auszeichnung soll dazu dienen, die Attraktivität der Internationalen Hofer Filmtage zu erhalten und junge Filmemacher dazu animieren, ihre Erstlingswerke beim Festival einzureichen. Die Deadline dafür ist dieses Jahr bereits der 3. September 2018.

Der Goldpreis wird ausschließlich für Debütfilme verliehen. Die Filmemacher können eigenständig entscheiden, ob dies der HFF-Abschlussfilm oder der erste Regiefilm ist.

Somit bleibt Hof als künstlerisches Sprungbrett für großartige Filme auch in Zukunft ein spannender Ort, an dem jeder jeden trifft und man sich in familiärer Stimmung mit Filmschaffenden austauschen kann.

Diese Förderung junger Talente war Heinz Badewitz‘ großes Anliegen und wird durch die Vergabe des neuen Preises somit auch in Zukunft fortgeführt.

 

_DSC3193
Thorsten Schaumann (Künstlerischer Leiter der Hofer Filmtage), Edgar Reitz (1. Mentor des Goldpreises), Georg von Waldenfels (Kurator der Friedrich-Baur-Stiftung), Bernhard Sinkel (Direktor „Film- und Medienkunst“ der Bayerischen Akademie der Schönen Künste)

 

Die diesjährigen Hofer Filmtage finden vom 23. – 28. Oktober 2018 statt. Mehr dazu auf der Homepage www.hofer-filmtage.com.

Embrace

Am 11. Mai 2017 waren in einigen Kinos manche Säle der Sondervorstellung Embrace komplett ausgebucht. Nora Tschirner als deutsche Schauspielerin promotete die Dokumentation im Vorfeld mit ihrem eigenen Namen und sorgte so wohl für eine immens große Nachfrage, so dass sich manche Kinos dazu entschieden, die Doku ein weiteres Mal über den Äther flimmern zu lassen.

Solltet ihr also nicht dabei gewesen sein, ist dies kein Grund zum Ärgern. Nutzt einfach die Suche auf http://kinofinder.kino-zeit.de/programmsuche/embrace oder http://www.kino.de/film/embrace-du-bist-schoen-2016/kinoprogramm/ und schaut, dass ihr noch eine dieser Vorstellungen erwischt.

Wer dann ebenfalls kein Glück haben sollte, dem bleibt die Möglichkeit, ab 18. Mai 2017 den immens wichtigen Film auf VOD oder DVD zu bestellen bzw. zu sichten. Daher auch meine zeitnahe Kritik an dem Werk und erstmals ein Hinweis auf die Heimkino-Veröffentlichung.

Als jemand, der selbst unter dem Thema zu leiden hatte und eine Vielzahl an Ärzten, Diäten und Versuchen hinter sich gebracht hat, war ich an dem Thema der Doku natürlich privat mega interessiert. Ein Zuschauer beschwerte sich hinterher bei mir, dass in dem Film fast schon diskriminierend Frauen die „Hauptrolle“ spielen, da dieses Thema Männer genauso angehe. Klar – jedoch sehe auch ich die absolute Notwendigkeit, alle mal darüber aufzuklären, was tatsächlich Sache ist, um diese unglaubliche Verzerrung endlich zu beenden und zu zeigen, dass im Leben eben nicht alles Gold ist, was glänzt. Denn Frauen sind bei dieser Frage tatsächlich am meisten betroffen und gehören damit für mich auch absolut ins Rampenlicht, was das angeht.

Worum es geht?

Ihr kennt mich und meine Prinzipien und wisst, dass ich niemals spoilern will und keinem den Sehspaß im Kino verderben, darum werde ich auch hier nicht damit beginnen, Inhaltsangaben runter zu schreiben. Ich formulier es mal so:

„Hast du dich je mal im Spiegel betrachtet und dachtest, du seist nicht schön genug?“

„Hast du schon mal Stellen an deinem Körper gefunden, die du nicht optimal fandest?“

„Würdest du sagen, du bist die Schönheit in Perfektion auf dieser Welt und verkörperst sie durch dein Aussehen?“

Kannst du die ersten beiden Fragen mit „Ja“ beantworten, dann ist der Film genau für dich geschaffen. Eine heilsame Umarmung anderer Menschen, die etwas gerade rücken, das in der Vergangenheit von diversen Interagierenden so dermaßen in ein verunstaltetes Bild verkehrt wurde, dass es mittlerweile abartige Ausmaße annimmt und Menschen nachhaltig schadet.

Genau diese Entwicklung wollte die Autorin Taryn Brumfitt aus Australien gemeinsam mit Nora Tschirner verhindern, indem sie das verkehrte Bild von allen Seiten beleuchten und damit der „einseitigen Berichterstattung“ auf der Bühne der Welt den Kampf ansagen.

Und das Ergebnis ist überwältigend.

Gehörst du zu denjenigen, die die dritte Frage mit „Ja“ beantworten, dann ist der Film für dich geschaffen, denn du solltest wissen, was du so vielen Menschen wie möglich empfehlen solltest, damit in der Allgemeinheit endlich das abstruse Denken aufhört, dass uns all die Jahre über eingetrichtert wurde. Dabei trägt der Film mit unglaublich vielen Fakten und Einblicken hinter die Kulissen der Branchen bei und bringt Leute auf die Bildfläche, die dazu wirklich etwas sagen können.

Und bevor ich jetzt ins Schwärmen über diesen mutigen und beachtenswerten Schritt komme, lasse ich einfach mal eine staatlich geprüfte Diätassistentin zu Wort kommen, die sich freundlicherweise bereit erklärte, mir nach der Vorstellung ein paar Fragen zu beantworten.

 

Ben (kinoticket-blog.de)
Wie fandest du den Film jetzt gerade?

Andrea H. (www.ess-therapie-muenchen.de)
Es war ein Wahnsinnsfilm und ich find’s richtig cool, dass diese Frau (Taryn Brumfitt) mal den Mut hatte, das in die Welt zu tragen, dass man einfach seinen Körper lieben soll so wie er ist. Denn dieses Thema betrifft so viele Menschen und sehr viele leiden wirklich darunter. Ich bin selbst Ernährungsberaterin und geb das meinen Leuten auch immer weiter: Dass es nicht wichtig ist, ob sie jetzt 5 kg mehr oder weniger haben, sondern dass sie einfach ihren Körper lernen zu lieben, wie er ist, weil genau so, wie er ist, ist er wundervoll.

Ben
Findest du es wichtig, dass man sich akzeptiert, wie man ist, oder sagst du, man sollte trotzdem schauen, dass es nicht irgendwelche übermäßigen Ausmaße annimmt?

Andrea H.
So, wie man sich gut fühlt, ist es richtig und es ist egal, ob der Arzt sagt, du sollst abnehmen oder ob der Mann oder Freund oder sonst wer es sagt, es ist nur wichtig, wie du dich für dich selber fühlst, ob du dich gut fühlst, ob du dich wohl fühlst. Denn was hilft dir ein Idealgewicht, wenn du dann unglücklich bist? Das hilft weder dir noch den anderen.

Ben
Also quasi dieses „Wohlfühlgewicht“ haben?

Andrea H.
Genau. Ich mein, wenn ich jetzt ständig esse um damit irgendwelche Gefühle zu unterdrücken, dann sollte ich natürlich daran arbeiten, weil das Essen meine Gefühle, meinen Hass, meine Wut, meine Angst nicht löst. Aber wenn ich jetzt einfach, weil ich z.B. drei Kinder bekommen habe, etwas zugenommen habe, dann soll ich meinen Körper so akzeptieren, wie er ist, weil genau so ist er perfekt und er erzählt ja auch die Lebensgeschichte.

Ben
Findest du, dass die Dokumentation das gut rüberbringt? Dass jetzt auch Kinder und Jugendliche da rein gehen können und sagen: „Hey wow, mich versteht jemand“?

Andrea H.
Ja, den Film könnte man überall laufen lassen. Zum Beispiel auch am Bahnhof auf den Werbetafeln. Ich finde, das ist ein Film, der noch viel mehr verbreitet werden muss, dass man wieder weg kommt von diesem Schönheitsideal „Du bist nur gut, wenn du schlank bist“, weil das nicht richtig ist. Das haben wir ja auch gehört: Wenn du nur dafür lebst, um schlank zu sein, dann bist du nicht glücklich. Dann gehen die ganzen Wunder des Lebens an dir vorbei.

Ben
Fandest du das jetzt gut, dass da auch Schauspieler mitgemacht haben oder hätte man da jetzt noch mehr Prominenz einbauen sollen oder war das Gleichgewicht zwischen Schauspielern und „Normalos“ gerade richtig?

Andrea H.
Das war genau richtig. Auch von den Schauspielern, die immer perfekt sein müssen, die Meinung zu hören, war gut – also war eine gute Mischung.

Ben
Und nach dem Film? Obstkiste oder Chipstüte?

Andrea H.
Das, worauf ich Lust hab.

Ben
Wie würdest du den Film in einem Satz beschreiben?

Andrea H.
„Wundervoll!“

Ben
Vielen Dank.

 

Andrea ist staatlich geprüfte Diätassistentin, die über sich selbst sagt, dass sie „Menschen ermutigen möchte, sich selbst zu lieben, so wie sie sind“. Ich denke, man merkt ihr ihre Lebensfreude und positive Einstellung bereits an dem kurzen Interview an und möchte mich daher nochmals für das Interview bedanken.

Wer mehr über ihre Arbeit erfahren möchte, darf gerne mal auf ihrer Website vorbei schauen: www.ess-therapie-muenchen.de.

Zur offiziellen Filmhomepage geht’s hier lang: http://www.embrace-derfilm.de/#home und wer gestern im Kino saß und mit Nora über den Film diskutieren bzw. Fragen stellen möchte, der sollte heute mal unter dem Hashtag #embrace auf Facebook vorbei schauen, denn sie lädt zum Livetalk ein und steht dort auch Rede und Antwort.

 

.kinoticket-Empfehlung: Ein aufrüttelnder Dokumentationsschocker, der intime Einblicke in eine Branche gewährt, die viele nur aus der verzerrten Wahrnehmung kennen, die uns Medien, Industrie und Werbung tagtäglich vorgaukeln.

Endlich hat jemand den Mut und spricht Dinge aus, die lange gesagt sein hätten sollen und liefert dazu die passenden Tatsachen und Fakten. Nach Aufklärungsfilmen wie Supersize Me und Voll Verzuckert – That Sugar Film ist Embrace folgerichtig ein Teil der öffentlichen Aufklärung über Falschinformationen bezüglich des eigenen Körpers.

Absolut sehenswert!

 

Nachspann
beinhaltet keine weiterführenden Szenen, man kann die Zeit aber gern zum Austausch nutzen, da die Vorstellung allgemein sowieso nicht allzu lang ist.

Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe

Es ist soweit: Der Film, auf den die Massen gewartet haben, steht vor der Tür und feierte vorgestern seine Deutschlandpremiere in Hamburg.

Ich selbst war heute im Rahmen der Ladies Night in Augsburg und habe zusammen mit ca. 1400 Frauen die Vorpremiere von Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe geschaut.

Es ist ein Kulturphänomen, das seinesgleichen sucht. Als Fanfiction zu den Twilight-Filmen gestartet und ursprünglich als reine SM-Kopie von Edward und Bella geschrieben entwickelten sich die im Nachhinein als Christian und Anastacia betitelten Figuren zu einem weltweiten Erfolgsprodukt, dass seit jeher als Publikumsmagnet gilt.

Doch statt jetzt hier meinen Senf zum Film abzugeben, möchte ich euch an den Meinungen einiger Damen teilhaben lassen, die mir freundlicherweise hinterher zum Interview zur Verfügung standen (und namentlich nicht genannt werden möchten ^^).

 

Wie hat dir der Film gefallen?

„Ich fand ihn schon gut. Also ich fand ihn teilweise ein bisschen lächerlich.“

Ist das förderlich für den Unterhaltungseffekt?

„Ja, ich glaube schon.“

Das ist ja jetzt der zweite Teil. Habt ihr den ersten auch gesehen und wie fandet ihr den Nachfolger im Vergleich?

„Ja, viel besser als den ersten.“

Von der Technik her oder vom Schauspiel oder komplett besser?

„Mei, es war halt mehr Sex…“ (lacht)

Und was hat dir besser gefallen?

„Die Handlung war irgendwie näher am Buch.“

„Ich fand ihn von allem her eigentlich besser. Man hat mehr gesehen. Beim 1. Teil hat man sich viel mehr erwartet, von den sexuellen Handlungen her, dass es da mehr in die Tiefe rein ging.“

Hast du auch alle drei Bücher gelesen?

„Ja.“

„Ich habe die Bücher nicht gelesen, aber mir hat er gut gefallen. Alles war dabei.“

Was findest du besser? Die Bücher oder was sie mit dem Film daraus gemacht haben?

„Ich muss sagen, der erste Teil: Da fand ich das Buch besser, und jetzt den Film. Ich hab die Bücher ab der Mitte des zweiten Teils auch nicht mehr weiter gelesen.“

„Ich hab nur das erste Buch gelesen, ich kann es gar nicht sagen, weil ich dachte, dass ist eh das gleiche. Aber jetzt hätte ich es vielleicht lesen sollen, wo ich das jetzt gesehen habe.“ (lacht)

Wie fandet ihr den Humor des Films?

„Ja, naja (lacht) – eher stumpf.“

„Vom Witz her? Ich fand’s witzig. Erotischer wie im ersten Teil.“

„Der Humor war absolut richtig. Wir haben uns davon sehr unterhalten gefühlt.“

Hat man gemerkt, dass es ein Abklatsch von Twilight ist?

„Nein, gar nicht.“ – „Überhaupt nicht.“

Auf meine Erklärungen und Vergleiche hin, die ich aus Spoilergründen hier mal nicht anbringen möchte, meinten die Damen dann:

„Ja, stimmt. Ich mochte Twilight auch, die hab ich auch angeschaut.“

„Ja, dann ist es aber echt so, dass die, die Twilight mögen, auch den hier mögen. Ich war nämlich auch kein Twilight-Fan und bin auch hiervon kein Fan.“

„Ich bin Twilight-Fan, ich habe auch alle Filme zu Hause, aber ich hätte das jetzt nicht so gesehen. Aber jetzt, wo du es so sagst…“

Was war jetzt der Grund, warum ihr ins Kino gegangen seid und euch genau diesen Film angeschaut habt?

„Musste man einfach jetzt wieder sehen. Ich hab die Karten schon im Dezember gekauft und hab die hier alle überredet. Wir haben halt den ersten gesehen und wollten die Fortsetzung sehen. Ist jetzt ja schon zwei Jahre her.“

„Ich bin nur mitgegangen, ich hätte ihn mir jetzt nicht alleine angeschaut.“

„Ich bin vielleicht jetzt auch nicht repräsentativ, ich kann das auch gar nicht so richtig begründen. Das hätte man sich vor Jahren auch gar nicht vorstellen können, dass das wirklich so groß übertragen wird und ich finde, dass man an manchen Stellen wegschauen muss und peinlich berührt ist. Und deswegen hab ich auch ein bisschen Abneigung.“

Würdest du sagen, durch Fifty Shades of Grey werden Sex und Tabuthemen öffentlicher präsentiert und dadurch mehr salonfähig gemacht? Dass man öffentlich besser und leichter drüber reden kann?

„Ja, das schon, dadurch, dass das jetzt öffentlich ausgestrahlt wird auch in den ganzen Kinos wird bei manchen Leuten, wo noch ein Tabu ist, dieses vielleicht schon gebrochen. Aber viele – glaube ich – haben da auch keine Berührungsängste.

„Jein, also im ersten Teil wird’s schon sehr verharmlost. Wenn Tenies das anschauen, die denken, das ist normal, wenn man die Freundin übers Knie legt. Es kommt halt drauf an, wer es schaut und wie man es aufnimmt.“

Was sagt ihr jetzt als Frauen dazu: Im Film wird ja immer ein wenig die Stellung der Frau im Gegensatz zu der Emanzipation und Gleichberechtigung, die ja heute eigentlich auf dem Plan steht, wieder komplett ins Gegenteil verkehrt. Ist das gut oder schlecht oder warum meint ihr, reagieren da so viele Leute drauf?

„Also ich finde sogar, dadurch, dass sie die einzige ist, die es schafft, ihn zu ändern und nicht zu allem Ja und Amen sagt, spiegelt sie die Emanzipation wieder. Weil sie eben dagegen ankommt. Im ersten Teil nicht, aber jetzt im zweiten vielleicht schon ein bisschen.“

„Ich finde nicht, dass es Schwierigkeiten mit der Darstellung der Frau gibt, die im Film ja oft als „Objekt“ dargestellt werden soll. Es kommt halt darauf an, wer was mit sich machen lässt. Geschmäcker sind da verschieden.“

Würdest du sagen, dass dieser Film ein Erfolg wird? Würdest du ihn dir nochmal anschauen?

„Ja, würde ich schon machen.“

„Ich kauf mir auch die DVD“ (lacht)

„Ja.“ (mehrfach wie aus der Pistole geschossen ^^)

„Definitiv ja.“

„Kann es mir schon vorstellen, weil eben dieses ‚Verbotene‘
oder nicht Alltägliche mal übertragen wird.“

Und da liegt jetzt die Faszination drin, dass gerade beim weiblichen Publikum – wie man ja sehen kann – der Film so gut ankommt?

„Ja, könnt ich mir schon vorstellen.“

Freut ihr euch auf den dritten Teil?

„Ja, auf jeden Fall.“

Würdet ihr diesen Teil hier weiter empfehlen?

„Ja, auf alle Fälle.“

Was hat euch am Film am meisten gefallen?

 

Und an dieser Stelle möchte ich vor spoilernden, aber interessanten Antworten mal aus den Interviews aussteigen und mich nochmal für alle bereitwilligen Antworten der Gäste bedanken, die sich die Zeit genommen haben und mir Rede und Antwort standen.

Was mir persönlich am meisten gefallen hat?

Man ist endlich ein wenig tiefer in die Materie eingestiegen, auch wenn man von Fifty Shades of Grey noch lange nicht behaupten kann, wirklich im Genre angekommen zu sein, sondern das alles durchaus noch sehr oberflächlich und – um es mit den Worten einer Dessouladenbesitzerin zu sagen – „langweilig“ ist.

Das Interesse an Erotik und dem Verbotenen ist wohl vielerorts schon immer da gewesen, aber es wurde in unserem Jahrzehnt nicht derart offen ausgelebt, wie es Fifty Shades of Grey jetzt tut.

Ich erinnere nur an die rühmlichen 68er, da wäre ein Film dieser Größenordnung wohl eher langweilig gewesen und hätte den Zuschauern nur müdes Lächeln abgerungen. Dass wir danach wieder in einer amerikanischen Prüderie angelangt sind, aus der man sich jetzt schrittweise wieder hervorkämpft, ist nun mal Tatsache und beweist, dass die Gesellschaft nicht nur permanent im Wandel ist, sondern sich gewisse Dinge in Abschnitten auch immer wiederholen.

Der Design-Effekt, der mir beim ersten Teil noch am besten gefallen hat, fällt in dieser Fortsetzung nun komplett weg, diese Liebe zur Unerreichbarkeit ist weg und man befindet sich mehr auf dem Boden der Tatsachen.

Über den Plot brauchen wir nicht reden, auch die Dialoge sind wieder zeitweilig so beschissen, dass sich in vielen Situationen allein aus der dämlichen Ausdrucksweise eine Art Selbstironie entwickelt, die als solches dann schon wieder lustig ist und durchaus seinen Unterhaltungseffekt hat.

In punkto Forschheit und anzüglicher Anmache hat man sich hier tatsächlich gesteigert und langsam ein Gespür dafür entwickelt, wie man in die Tiefen der Dunkelheit vordringen kann, die sich in der Allgemeinheit noch zu befinden scheint, jedoch agiert man auch hier relativ zaghaft und plotbedingt teilweise lächerlich.

Ich persönlich habe immer noch meine Probleme mit der Darstellung der Frau, die immer wieder als Sexobjekt und „Gegenstand“ bzw. „Eigentum“ angesehen werden soll. Diesbezüglich gibt es – wie beim Interview oben schon benannt – zwar nun endlich halbwegs vernünftige Gegenwehr, das Thema als Solches finde ich aber im Film zu unreflektiert und damit für die heutige Generation als zu unverantwortlich behandelt. Die Unterwerfung der Frau dem Mann gegenüber ist immer noch Thema in der Gesellschaft, was man schon anhand der Problematiken sieht, die aus dem Arabischen in die westliche Welt überschwappen und immer wieder für Unmut in unserem Land sorgen.

Interessant war auch, den Einlass zu beobachten, wie sich die Scharen der weiblichen Welt ins Kino zwängten und immer ein bedrückt dreinblickender Typ dazwischen … Macht euch den Spaß und vergleicht einfach mal mit Twilight und ihr werdet im Film so extrem viele Parallelen finden, dass man fast behaupten könnte, die Schreiberin der Fifty Shades of Grey-Romane hat absolut keine Fantasie, sondern tatsächlich Wort für Wort in den SM-Slang übernommen. Selbst Nebencharaktere bilden so eindeutig und erkennbar das Gegenstück zu den jeweiligen Doublen aus Twilight, dass einem fast schon die Lust daran vergeht.

Fakt ist, dass hiermit ein Nerv der Zeit getroffen wird, der gestern in Augsburg fast 1500 Menschen zeitgleich ins Kino gelockt hat und sicher wie beim ersten Teil auch in den nächsten Wochen und Monaten für volle Kinosäle sorgen wird.

Müsste ich mich zwischen beiden Filmen entscheiden, würde ich sofort zum neuesten greifen, da der tatsächlich sehr viel mehr Unterhaltungseffekt bietet und nicht mehr so zimperlich mit den Dingen umgeht, auch wenn man die Thematik durchaus besser hätte beleuchten und ausarbeiten können. Stichwort: SM-Variante von Underworld…? ;-)

Die Damen bekommen in den nächsten Wochen auf jedenfalls einiges zu sehen – und das nicht nur im Kinosaal, sondern auch davor…

© Dessous und Modelle ausgestellt von Fee, Steingasse 10, 86150 Augsburg, http://www.my-fee.de

 

.kinoticket-Empfehlung: Das Gespür, in die Materie einzusteigen, erwächst langsam, Teil zwei ist um Welten besser als der erste, erreicht aber noch lange keine Krone der Filmschöpfungen, sondern etabliert sich in der Frauenwelt durch Diskussionen über Tabuthemen garantiert immer noch zu einem Publikumsliebling und punktet durch teils sehr selbstironische Züge.

Ernst nehmen sollte man den Film auf keinen Fall, sondern einfach die Show genießen und sich über teils abartig dämliche Aktionen lustig machen und mit richtig viel Publikum, das stellenweise sogar zu den Entscheidungen der Darsteller applaudiert, wird auch der Kinobesuch zu einem ganz eigenen Erlebnis.

 

Nachspann
Da es sich hier um eine back-to-back-Produktion handelt (der folgende Teil ist also bereits abgedreht), sollte man auf jeden Fall noch sitzen bleiben, denn die Vorfreude auf 2018 wird in der Mitte des Abspanns nochmal angehoben.

(Exklusiv-Interview) Zwei um die Welt: In 80 Tagen ohne Geld

In einem zugegebenermaßen etwas merkwürdigen Trailer habe ich die beiden zum ersten Mal gesehen und dachte mir: Wow – ein Film übers Reisen, da muss ich unbedingt hin.

Pustekuchen. Denn das war kein Film, sondern die beiden Hauptdarsteller waren live vor Ort und haben über ein Experiment berichtet, das so sicherlich noch kein zweiter unternommen hat. Und es war nicht nur mega aufregend, den beiden Zwillingen beim Referieren über ihre Erfahrungen rund um den ganzen Globus zuzuhören und -zu schauen, sondern der Abend hat bei mir und sicherlich vielen anderen auch noch ganz andere Emotionen ausgelöst.

Warum ich hierüber berichten will? Weil ich es spannend und unglaublich wichtig finde, einen Blick über den Tellerrand zu werfen und für mich das Leben nicht nur aus Facebook, Arbeit und Schlaf besteht, sondern ich das Reisen als elementaren Bestandteil einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung betrachte.

Neben den irrsten Berichten aus aller Herren Länder bringen die beiden auch noch etwas mit, das mich unglaublich beeindruckt hat: Eine Weltoffenheit, Sympathie und Ausgereiftheit, was die Wertvorstellungen im Leben angeht, von denen sich so manch Großer (und Kleiner) mehrere Scheiben abschneiden sollte.

 

in80tagenohnegeld

Werbung für die Show vorm CinemaxX Augsburg am 10.10.2016
© 2016 kinoticket-blog.de

 

Zur Geschichte von Hansen & Paul Hoepner
Mit dem Fahrrad mal eben von Maastricht nach Milano radeln, um eine Möbelmesse zu besuchen, die seit drei Tagen vorbei ist, das Ganze dann etwas mehr ins Extrem prügeln und mit dem Bike nach Shanghai – für die beiden Zwillinge Hansen & Paul Hoepner gehört das zum Leben dazu.

Ersterer studierte Produktdesign, Goldschmiede und Fotografie, während Paul Mediendesign in Köln und „Human Factors“ an der TU Berlin studierte. Beiden wurde die Sehnsucht nach Abenteuern bereits in die Wiege gelegt, da ihre Eltern sie schon frühzeitig mit auf Touren nahmen. Dieses Hobby haben sie ausgebaut und jetzt das Experiment gewagt, in 80 Tagen einmal die Welt zu umrunden, ohne dabei Geld in der Tasche zu haben.

 

Das Ziel des Projekts
Vorurteile abbauen gegenüber anderen Menschen, anderen Kulturen. Die Couchzone verlassen, den Komfort hinter sich lassen und einmal die Erde umrunden, ohne dabei zu betteln oder auf bedürftig zu machen, sondern immer etwas zurückzugeben, wenn man auch etwas bekommen hat.

Das Ergebnis davon ist nicht nur wahnsinnig interessant, sondern sollte von euch allen gesehen werden, wenn sie ihre CinemaxX-Tour durch Deutschland machen und dabei ihr Projekt in den Kinos vorstellen.

 

Für mich ist es ein unglaubliches Privileg, die beiden kennengelernt zu haben und ich freue mich, euch heute hier ein exklusives Interview präsentieren zu dürfen, das ich nach der Vorstellung mit Paul Hoepner führen durfte.

 

Ben
Die erste Frage, die ich habe, ist: Was hat euch überhaupt bewegt, grundsätzlich diese Reise zu machen?

Paul
Ich glaube, der ursprüngliche Gedanke war, dass wir was machen wollten, was wir so vorher noch nicht gemacht haben, und zwar gleich aus zwei Richtungen: Wir wollten wieder ein Abenteuer erleben, wieder auf Reisen gehen, aber wir hatten keinen Bock, unendlich viel Geld auszugeben und unendlich viel zu planen, gerade was Finanzierung angeht, weil das bei unserer ersten Reise eben das aufwendigste war. Also dieses Crowdfunding, was wir gemacht haben, bei der ersten Reise. Und dann haben wir uns überlegt: Wir versuchen’s einfach ohne Geld einmal – keine Ahnung – quer durch Europa. Das war so der erste Plan. Dann haben wir halt immer weiter gesponnen und – wie es bei mir und Hansen dann halt so ist – spinnen wir so lang weiter, bis wir das Maximum haben. Also haben wir gesagt: Wir versuchen’s einmal ganz um die Welt.

Ben
Gab’s da jemals Zweifel daran, ob das Projekt generell durchführbar ist, oder habt ihr gesagt „Das ist auf jeden Fall machbar, nur  – es wird halt interessant“?

Paul
Es ist eigentlich ironischerweise beides, also einerseits hat mein Gefühl mir gesagt, und auch mein Verstand am Anfang, dass es nicht machbar ist. Ich hab auch ehrlich gesagt am Anfang nicht dran geglaubt, dass wir’s schaffen würden. Ich hab immer damit gerechnet, mir immer irgendwelche Trostpreise überlegt, so wie „Naja, wenn wir’s bis Lissabon schaffen, ist ja auch schon ganz schön“ und so weiter. Dass wir dann tatsächlich irgendwann nach Kanada rüberkommen, war schon ’ne Überraschung für mich. Und dass wir’s dann von Kanada tatsächlich auch noch nach Tokio schaffen, war ’ne Überraschung. Und so kam eigentlich eine Überraschung nach der anderen, bis man’s dann irgendwann fast geschafft hatte, und dann kam natürlich entsprechend die große Enttäuschung, dass man dann so kurz vorm Ziel scheitern soll, wenn man’s schon so weit geschafft hat. Das ist so ein bisschen wie wenn du in einer Quiz-Show bist und du hast die 900.000 € Frage und denkst dir: „Verdammt nochmal, jetzt geh ich auf die Million!“ und dann verkackste. (lacht)

Ben
Habt ihr irgendwelche Regeln für’s Unterwegs sein? Also so Regeln, die grundsätzlich gelten, sowas wie „Nimm möglichst wenig Gepäck mit“ oder legt ihr das speziell bei jedem Projekt dann neu fest?

Paul
Wir haben wirklich Regeln, die auch auf Erfahrung basieren. Die erste Regel ist, dass die Welt bei weitem nicht so gefährlich ist, wie sie immer dargestellt wird. Dass man vor Ort Sachen viel viel besser einschätzen kann, als wenn man sie von zu Hause aus plant. Das ist glaube ich wichtig, sich zu merken, weil: Wenn ich hier zu Hause eine Reise plane und ich gehe Informationen über ein gewisses Land durch, dann wird man mir durch diese Informationen sagen, ich sollte besser nicht in dieses Land reisen, denn das ist gefährlich. Aber wenn man erst einmal vor Ort ist und sich langsam rantastet an die Leute, an die Kultur, an die Problemzonen vielleicht auch in diesem Land, dann ist das eigentlich immer so, dass man feststellen wird, dass diese ganzen Gefahren, die da so übertrieben dargestellt werden, nur für diese Leute gelten, die total unsensibel in diese Kultur reinplatzen. Die vielleicht mit fetter Spiegelreflexkamera vorm Bauch in irgendein Ghetto reingehen und da Fotos von hungernden Kindern machen, weil sie es irgendwie toll finden und so Leute werden überfallen und vielleicht auch Opfer von irgendwelchen Raubmorden, aber wenn du halt einfach sagst: „Ich geh da nur hin, wenn ich eingeladen werde“, dann ist das was anderes.

Ben
Wieso sollte man sich den Vortrag von euch anschauen? Also, was ist der Beweggrund für jemanden, der jetzt im Internet surft, auf ein Blog geht und sagt: Ich hab hier einen Filmtitel, warum soll ich jetzt da rein?

Paul
Hab ich keinen Grund (lacht). Macht’s auf keinen Fall! (lacht)
Also ich glaube, was so das Feedback ist – kann man ja selber immer schwer einschätzen – aber was das Feedback ist, das wir so kriegen, ist, dass es schön zeigt, wie Menschen von den unterschiedlichsten Kulturen an einem Strang gezogen haben, nämlich dieses Projekt umzusetzen. Es sind ja alle Leute, die uns irgendwie geholfen haben, alle Leute, die uns unterstützt haben, irgendwie Teil dieses Projekts geworden und das wussten die eigentlich auch schon in dem Moment, wo die angefangen haben, uns zu unterstützen. Und das macht irgendwie all diese Leute zu einem Team. Und das ist – glaube ich – echt ein schönes Erlebnis, das zu sehen, wie das funktioniert, quer über alle Kulturen hinweg, über alle Länder, durch die wir gereist sind. Und der Mehrwert, den man auch als Zuschauer vielleicht ein bisschen hat, ist, dass man die Angst vor der Welt ein bisschen verliert. Dass man sich vielleicht eher mal traut, nach Indien zu reisen, wenn man noch kein Hotel gebucht hat, oder sich nicht sicher ist, ob man sich das Hotel leisten kann. Einfach mal hinfahren und zu sagen: Mir wird nichts passieren, weil ich hundertprozentig sicher bin, dass ich irgendjemanden finden werde, der mich freundlich aufnehmen wird, der mir vielleicht sogar ein Hotel zahlen wird, oder was weiß ich. Offenheit ist auf jeden Fall ein gewisses Thema.

Ben
Hat euch jetzt speziell diese Reise persönlich irgendwie verändert oder ist danach irgendetwas anders geworden?

Paul
Also was anders geworden ist, ist so ein Gefühl von „Was soll jetzt noch passieren?“ – wenn man es schon schaffen kann, ohne Geld um die Welt zu reisen und von wildfremden Leuten für ein Projekt, was ja eigentlich ein simulierter Zustand war, Hilfe zu bekommen, dann ist man sich eigentlich sehr sehr sicher, dass, wenn man in einer Situation ist, wo man ernsthaft Hilfe braucht, diese Hilfe auch bekommen wird. Und zwar auch überall auf der Welt. Und es gibt einem ein gutes, sehr zuversichtliches Gefühl übers Leben, weil was auch immer passieren wird – worst case ist: Man hat nichts mehr – und offensichtlich kommt man auch so ganz gut zurecht.

Ben
Und würdet ihr jetzt, nachdem ihr das alles erlebt habt und all die Eindrücke, die ihr gezeigt habt heute in der Show, diese Reise nochmal machen?

Paul
Das ist so ein bisschen eine zweiseitige Antwort dazu. Wir haben schon festgestellt, dass wir jedem empfehlen würden, so eine Reise mal zu machen, weil die Erfahrungen, die wir gemacht haben auf dieser Reise so wertvoll sind, allein die Menschen, die wir getroffen haben, mir gezeigt haben, wie Menschen in solchen Ländern eigentlich sind und nicht, wie sie durch die Medien dargestellt werden. Das ist das eine: Ich würd’s jedem empfehlen, das zu machen, aber ich würd’s selber nicht nochmal machen können, weil wenn ich jetzt schon wüsste, welche Strapazen auf mich zukommen, wenn ich diese Reise mache, dann würde ich wahrscheinlich sagen: Ich mach lieber was anderes. Aber trotzdem ist es die Erfahrung absolut wert, so an seine eigenen Grenzen zu kommen und in einer absoluten Abhängigkeit von anderen Menschen zu sein ist wirklich eine Erfahrung, die man mal gemacht haben sollte.

Ben
Und zu dem Projekt, das ihr angekündigt habt für 2017, dass ihr in Deutschland Abenteuer erleben wollt, gibt es da schon ganz konkrete Pläne oder ist das alles noch in der Schwebe?

Paul
Ist eher noch in der Schwebe. Wir wollen irgendwas in Europa machen, was eine Herausforderung ist, was ein Abenteuer ist und was uns auch mit den Menschen in Europa zusammenbringt.

Ben
Vielen Dank für das Interview.

Paul
Sehr gerne.

 

Wow. Wenn man bedenkt, dass sie auf der ganzen Reise eigentlich keine einzige negative Reaktion auf ihr Vorhaben erlebt, sondern allerhöchstens Unglauben entgegengebracht gekriegt haben, zeigt das einmal mehr, wieviel Positives doch in den Menschen steckt.

All dies basierend darauf, dass sie nirgendwo gebettelt haben, sondern ehrlich und aufrichtig mit ihrem Experiment durch die Straßen gezogen sind und die Menschen mit ihrer Geschichte unterhalten haben.

Und all dies ganz bewusst ohne soziale Netzwerke. Paul hat mir gesagt, dass es ihnen wichtig war, nicht auf irgendwelche Hilferufe auf Facebook zu bauen, sondern dass all diese Kontakte tatsächlich im echten Leben stattfinden sollten. Noch nicht mal Bekannte oder Tanten, die man vielleicht irgendwo in Toronto hat, wurden informiert, weil man dieses Kapital dann auch von zu Hause mitgebracht hätte. Kein Couchsurfing, keine Apps, kein Internet.

Dass man dann in Tokio beim Einkaufen eben nicht weiß, was man da gerade kauft und das Mittagessen mal aus kondensierter Gemüsebrühepaste besteht, die ungenießbar ist, gehört dann einfach zum Abenteuer dazu.

Auf jeden Fall haben die Jungs viel von der Welt gesehen und wurden von vielen Menschen unterstützt, was sie nicht nur in finanzieller Form durch Unterstützung verschiedener Projekte wieder an die Welt zurückgegeben haben und -geben.

Insgesamt wurden bei dem Unterfangen rund 150 32GB-SD-Karten an Videomaterial erstellt, von denen knapp 50 Minuten verwertet wurden, die ihr alle auch in ihrer Show Zwei um die Welt – in 80 Tagen ohne Geld im CinemaxX eurer Wahl bestaunen dürft.

Lasst euch diese wertvolle Chance nicht entgehen und bucht die Vorstellung, solange noch Plätze verfügbar sind – dieses einmalige Erlebnis bekommt ihr garantiert so schnell nicht wieder!

Es war mir eine Ehre, euch beide kennengelernt zu haben und ich hoffe, wir laufen uns auch in Zukunft noch oft über den Weg.

Eddie The Eagle – Eindrücke von der Pressekonferenz am 21. März 2016

20th Century Fox hat zur Pressekonferenz geladen und CinemaxX präsentiert eine Woche vorher dazu im Rahmen der Sneak Preview das deutsch übersetzte Finish des bereits rezensierten Meisterwerks Eddie The Eagle, der die unvergleichliche Geschichte des olympischen Ski-Springers mit dessen unermüdlichen Mut zur Selbstverwirklichung erzählt.

Ich hatte das Privileg und durfte im Rahmen der PK viele Eindrücke von den Schauspielern und vor allem dem echten Michael Edwards gewinnen und möchte euch nun an dieser Stelle ein paar Insider-Infos weitergeben, die ich im Zuge dessen aufgeschnappt habe.

Mit von der Partie waren Regisseur Dexter Fletcher, der originale Michael „Eddie The Eagle“ EdwardsHugh Jackman, Taron Egerton, Iris Berben und jede Menge mediale Prominenz.

Iris Berben bemerkte, dass es sehr ungewöhnlich ist, wenn sie im deutschen Fernsehen untertitelt wird und sprach damit eine meiner größten Befürchtungen der deutschen Übersetzung dieses Films an, die sich irgendwo auch bewahrheitet hat: Die Sprachgrenzen-Jokes sind tatsächlich der Übersetzung anheim gefallen und finden sich somit nur in der Originalversion des Films wieder.

 

Iris Berben: „Die Magie dieses Mannes ist einfach: Er macht Mut. Er zieht einen mit, er reißt einen mit. Es ist tatsächlich möglich, gegen alle Widerstände etwas zu erreichen, und das ist natürlich eine gute Botschaft […] zu sagen: Trau dich, mach es, sei nicht konform, mach nicht alles, was von dir von anderen erwartet wird, sondern erfülle deine eigenen Erwartungen.“

 

Damit bringt sie den Kern des Films meines Erachtens nach bereits auf den Punkt. Eddie The Eagle spornt nicht nur dazu an, über sich selbst hinauszuwachsen, sondern lebt es mit einer beschwingten, komödiantischen und beinahe überdimensionierten Art und Weise vor, dass Hugh Jackman sich dazu genötigt sah, davon abzuraten, tatsächlich selbst auf die Rampe zu steigen und diese Sprünge zu wagen, man soll da sehr sensibel rangehen und gut darüber nachdenken, denn solche Sprünge können dich töten!

Auch Regisseur Dexter Fletcher bekräftigt, dass für ihn die Message der Glaube an sich selbst ist.

Michael Edwards hat sich gestern auf der Filmpremiere in Deutschland den Film bereits zum 5. Mal angeschaut und ihm kamen jedesmal die Tränen.

 

Michael Edwards: „I don’t need to understand the german to appreciate the moment in the film.“

„Ich brauch kein Deutsch zu verstehen, um den Moment im Film zu schätzen.“

 

Der bringt die Emotionen und Gedanken, die Hürden und Probleme und das Selbstengagement nämlich in einer visuellen Bildkraft rüber, bei dem nicht nur die Farben rauschend eingestellt sind, sondern der ganze Film eine gewaltige Schubkraft entwickelt, die einen selbst dazu antreiben, seine eigenen Ziele zu erreichen.

Hugh Jackman antwortet auf die Frage, ob der echte Michael Edwards mutiger ist, als er, mit den simplen Worten: „150%!“ Er sprach u.a. darüber, dass man im Bonusmaterial von X-Men sehen kann, wie er schreit und weint und dass das alles nichts im Vergleich zu dem ist, was Michael Edwards auf sich genommen hat, um dieses Ziel zu erreichen. Er hat ihn gefragt, wieviele Knochen er sich in der Zeit seiner Laufbahn gebrochen hat und Edwards meinte zu ihm: „Frag mich lieber, wieviele ich mir nicht gebrochen habe: Drei.“

Taron Egerton implementierte, dass dieser Film keine forensische Untersuchung darstellt, sondern dazu designt wurde, zu inspirieren und dass sie von dieser Geschichte inspiriert wurden.

Dem Presseheft ist zu entnehmen, dass die Sprünge im Film durch sehr viel akkurate Kleinarbeit so aussehen, als hätten sie tatsächlich stattgefunden, diese Höhen jedoch von den Schauspielern aus Sicherheitsgründen niemals gesprungen wurden. Jackman kommentierte die Frage, ob er selbst je irgendeine Höhe gesprungen ist, mit den Worten: „Wenn Tom Cruise Bronson Peary gespielt hätte, hätte er die Sprünge durchgeführt.“ (in Anlehnung an den irren Stunt, den er mit dem Flugzeug in Mission Impossible – Rogue Nation tatsächlich selbst gemacht hat).

Michael Edwards wurde gefragt, ob es in echt auch einen Coach wie Bronson Peary im Film gegeben hat, da diese Person aus strategischen Gründen eingesetzt wurde, um den „Flow“ des Films besser voranzutreiben. Edwards antwortete: „Ich wünschte, ich hätte so einen gehabt.“

Er hat in seiner Skispringer-Karriere 20-30 Coaches gehabt und ihm war egal, ob es ein Schulteam, regionales Team, nationales Team war. Er hat einen Trainer gehabt, der 12 Jahre alt war. Er hat mit Amerikanern, Kanadiern, Japanern, Österreichern, Deutschen, Franzosen, Schweizern, Norwegern und vielen Nationalitäten trainiert und immer versucht, so gut zu springen, wie er konnte.

Dexter Fletcher entgegnete auf die Frage, wieso es 20 Jahre gedauert hat, bis jemand einen Film über eine so unglaubliche Geschichte wie Eddies Leben gedreht hat, mit den Worten: „We have to wait for Taron to be born […]“ – „Wir haben darauf warten müssen, dass Taron geboren wird…“ – der meistert die Authentizität nämlich mit bemerkenswert großer Schauspielkunst.

Aus Gesprächen zwischen anderen Medienvertretern konnte ich entnehmen, dass Michael Edwards zur Filmpremiere darüber sprach, dass er sich selbst auf der Leinwand wiedererkannt hat und die Verhaltensweisen und Mimiken von Taron Egerton unglaublich authentisch und real die Persönlichkeit von ihm widerspiegeln. Und ehrlich gesagt war das auch ein Punkt, bei dem ich Egerton eine unglaublich gekonnte Schauspielleistung zuspreche, denn die Mimik von ihm allein ist es wert, sich diesen Film näher zu betrachten. Einsame spitze!

Jedoch sei der Film erst heute in diesen Dimensionen möglich geworden, weil die Technik dazu ausgereift ist und früher ein solcher Aufwand kaum zu schaffen gewesen wäre, um diese Geschichte derart authentisch zu transportieren.

Michael Edwards wurde gefragt, woher er all seine ganze Kraft genommen hat, warum er niemals aufgegeben hat. Seine Antwort: „I don’t know. I guess from my parents, my grandparents […] I always as a child had to push myself.“ – „Ich weiß es nicht. Ich vermute von meinen Eltern, meinen Großeltern … Ich musste mich als Kind immer selbst antreiben.“

 

Dexter Fletcher:Eddie the Eagle is for me one of my greatest achievements.“

Eddie the Eagle ist für mich eine meiner größten Errungenschaften / Erfolge.“

Iris Berben: „Eddie the Eagle is for me … ein ganz großer Glücksgriff gewesen. […] ich habe einen winzigen Part. Es ist wirklich nichts, wo ich sagen möchte, das ist in meiner schauspielerischen Tätigkeit jetzt etwas ganz besonderes, aber es wurde etwas besonders, weil ich an einem Film beteiligt bin, den ich für einen ganz ganz wunderbaren Film halte, der ganz viel erzählt, der ganz viel Leute ins Kino bringen sollte, finde ich, gerade in einer Zeit wie heute, und ich denke, er hat etwas warmes, er hat etwas zufriedenes und das ist in einer Zeit wie heute – glaube ich – ein ganz schöner Zustand, warum man ins Kino gehen könnte, sollte und muss.

 

Und damit trifft diese Frau wieder mal den Kern der Sache und spricht aus, was meine wortlosen Gedanken waren, als ich aus dem Kinosaal der Pressevorführung raus spaziert bin und irgendwie mit dem Gesehenen klar kommen musste.

Also gönnt euch die Freude, ladet all eure Freunde, Familie und Bekannten dazu ein und genießt die Verfilmung eines Menschen, der uns allen ein Vorbild mit dem ist, was er in der Vergangenheit geleistet hat.