The Killing of a Sacred Deer

So ungewöhnlich der Titel, so abstrakt das Plakat zum Film, so verwirrend die Story: Viele kamen mit diesem Werk überhaupt nicht klar, ich feiere es bis zur letzten Minute.

The Killing of a Sacred Deer beschäftigt sich wieder einmal mit dem Wesen des Menschen und erzeugt dabei einen Bilderrausch aus Momenten, die alle in sich faszinierend sind. Dabei ist besonders die starke Ausstrahlung der Hauptcharaktere zu beleuchten: Hier wird endlich mal nicht mit Banalitäten gearbeitet, sondern durch sich zusammenziehende Fühlfäden im Körper eine Stimmung erzeugt, die gleichermaßen faszinierend wie unheimlich ist.

Und es macht Spaß, sich erst in den Plot reinfinden zu müssen. Es macht mehr Spaß, diese Unveränderlichkeit und stoisch-widernatürliche Gesetzgebung durchleiden zu müssen um anschließend vom Film eine Watschn nach der anderen zu kriegen, die einen nach dem Abspann förmlich aus dem Kino rausschleudern und definitiv für Gesprächsstoff sorgen.

Und da kann ich den allgemeinen Aufschrei der Gesamtbevölkerung durchaus verstehen, die für so etwas kaum etwas übrig hat: Nischenkino in seiner besten Form – ich liebe es!

Diese spannende Reise durch die Abgründe menschlichen Seins entfesselt sich selbst und prasselt in virtuosen Bildern auf die Allgemeinheit nieder, um Abscheu, Ekel, Hass oder andere Reaktionen hervorzurufen und es ist fast schon egal, was es wirklich ist: Dieser Film provoziert auf seine eigene Weise – und das mit einer perversen Ruhe und Gelassenheit, was The Killing of a Sacred Deer für mich zu einem faszinierenden und sehenswürdigen Spektakel macht, dass man sich unter keinen Umständen entgehen lassen sollte!

 

.kinoticket-Empfehlung: Wer dafür nicht zwingend zusätzlich Geld ausgeben möchte, sollte sich unbedingt nach einer TV-Ausstrahlung umsehen, wobei die Intensität und das mächtige Gebaren meiner Meinung nach erst auf dem Big Screen seine eigentliche Wirkung entfaltet.

Eine interessante und verwirrende Studie über Gefühle und Familie in einer bislang nicht dagewesenen Konstruktion, virtuos für die Leinwand inszeniert.

Anschauen!

 

Nachspann
Auch dieser Film ist nicht auf eine Zugabe angewiesen und hört deshalb mit der Schwarzblende auf. Warten sinnlos.

Kinostart: 28. Dezember 2017

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3 Gedanken zu “The Killing of a Sacred Deer

  1. Pingback: Frohe Weihnachten 2017 (+ Weihnachts-Toplist) | .kinoticket-blog.de

  2. JoGoldstein

    Super Rezension! Jetzt bin ich definitiv neugierig auf diesen Film. :) Was sind sonst so deine Highlights im kommenden Monat? Ich habe mir auf meinem Blog dazu auch mal ein paar Gedanken gemacht, falls du mal reinschauen möchtest, ich würde mich freuen. :)

    Gefällt 1 Person

  3. Deine Liste sieht doch schon mal sehr gut aus. Alle schon gesehen?

    Eine ganz große Perle kommt nachher gleich als Rezension hier ins Blog. Und dann würde ich noch mit ein paar kleineren Werken ergänzen (die Rezensionen dazu folgen zeitnah zum Kinostart):

    Das Leuchten der Erinnerung (Großartig!!)
    Julian Schnabel – A Private Portrait (klasse Biopic)
    Hannah (Noch nie gab’s so einen tollen Film über religiöse Hintergründe)
    Nur Gott kann mich richten (deutsche Produktion, hervorragend umgesetzt!)
    Three Billboard outside Ebbing, Missouri (Oscarverdächtig!)

    Übrigens: Dein Account ist noch mit einem nicht mehr existenten Blog verlinkt – evtl. kannst das ausbessern und deinen jetzigen Blog eintragen.

    Liebe Grüße, Frohes Neues und willkommen in meinem Blog :)

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