Verrückt nach Fixi

Dass hier die niederen Instinkte der Zuschauer angesprochen werden sollen, hat der Trailer ja schon eindrücklich aufgezeigt. Den Film mit vorherigen Beispielen wie Abschussfahrt gleichzusetzen, ist nicht unbedingt der schlechteste Gedanke, zumal sich die glattgestreiften Stereotypen hier genauso wiederfinden. Die Genialität der Grundidee scheitert meines Erachtens hierbei aber an der abhandelbaren Ploterzählweise, der keinerlei grenzüberschreitende Einfälle spendiert, sondern eher lieblos begegnet wird.

Somit verkommt die Schauspielerei einer Lisa Tomaschewsky zu der immer wiederkehrenden Einstellung, der im Film selbst nicht mehr viel beigemischt werden muss, um zeitlich über die Runden zu kommen. Überzeugend ist das allerdings nur in den ersten Minuten und hinterlässt später eher den Eindruck von Monotonie, da die überraschenden Wendungen und der Vielschichtigkeit einer möglichen Darstellung nicht Genüge getan wird.

Und da der Geist nicht gerade mit wendungsreichen Pointen und neuen Offenbarungen gefüttert wird, bleibt während des Schauens viel Zeit, um über Intentionen, Darstellungen und Blickwinkel nachzudenken, die sehr schnell klar werden lassen, dass dieser Film ein eher unschönes Bild von Ausgewogenheit liefert und hier in Sachen Geschlechter wieder sehr viel pädagogischer Schwachsinn verbreitet wird, den man besser nicht so ernst nehmen sollte.

Dass dabei dann wohl eher das jüngere Publikum angesprochen werden soll, dessen Hirn längst an Apple, Samsung, Google, und Facebook verkauft wurde, mutiert den Intellektuelleren sehr zum Leidwesen, denn der Humor siedelt irgendwo zwischen 9-Uhr-Pause und Feierabendbier um 18 Uhr an. Unter diesem Aspekt hat man dann einen 0815-Plot, der die Geschichte irgendwie auf die Leinwand rotzt, sich an immergleichen stereotypischen Darstellungen aufhängt und möglichst viel dessen zeigt, was die vorwiegend männliche Besucherschaft den Machern nach wohl erwarten würde.

Hierbei dann eine ernsthafte Kritik abzugeben, ist aus meiner Warte heraus schwierig, da das Stammpublikum solcher Filme durchaus bedient wird und auch auf seine Kosten kommt, ich jedoch den Grundgedanken verurteile, der hier über verschiedene Gruppen urteilt und dessen offensichtlich-logische Schlussfolgerungen ich so nicht teile.

Sieht man dann vom monotonen Schauspiel mal ab und schaut über die recht lieblos herbeigeführten Veränderungsmomente hinweg, hat man einen Film, der die Jugend zumindest für 94 Minuten kurz auf Abstand hält, dem man aber hinterher auch keinerlei weitere Bedeutung zumessen muss.

 

.kinoticket-Empfehlung: Kann man sich ansehen, wenn man auf Brüste und Sexismus steht, muss man aber nicht.

Zuordnen würde ich diese Klasse Film ganz klar dem Schulhofhumor, der nicht jedermanns Sache ist, jedoch eindeutig herauskristallisiert, an welches Publikum dieses Werk gerichtet ist. Hier eine lebenserweiternde Erfahrung zu erwarten, wäre die falsche Herangehensweise an diesen Film, der eher seichte Oberflächenunterhaltung bietet und nicht weiter ins Detail geht.

Wer Abschussfahrt mochte, wird hier wohl auch seinen Spaß haben, für Erwachsenere ist das aber eher der falsche Saal.

 

Nachspann
braucht man nicht abwarten, hier kommt nichts weiter.

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