The Purge: Election Year

Nach The Purge – Die Säuberung und The Purge: Anarchy schickt Regisseur James DeMonaco uns in die dritte Runde des Tötungsspektakels und lässt bei Kinokennern so manches Grausen aufsteigen: Dritte Teile sind in der Regel nämlich niemals gut, sondern bezeugen eher den Tiefpunkt einer womöglich längeren Filmserie.

Und in diesem Fall hoffe ich, dass sie niemals aufhört.

Schon die ersten beiden Teile waren endlich mal nicht in die Masse des Mainstreams gefallen und darin erstickt, sondern erfrischten mit einer neuen Idee und glanzvoll inszenierten Form perverser Unterhaltung, die nicht nur „krass“ ist, sondern gleichzeitig auch wertvolle Fragen im Umgang miteinander aufwarf, denen man sich – sofern gewünscht – hinterher unterwerfen durfte.

Genau das macht diese Filmreihe für mich so wertvoll: Der geneigte Fan kommt visuell definitiv auf seine Kosten und gleichzeitig braucht man das Hirn nicht am Einlass abgeben, sondern darf genüsslich darüber philosophieren, welche gesellschaftlichen Auswirkungen eine solche Machtherrschaft hätte, mit der man in dieser Trilogie rumspielt.

Schon beim Lesen merkt man, dass hier extrem viel Potenzial dafür da ist, diesen Film so richtig zu verkacken, weil nämlich irgendwann alles ausgelutscht und erzählt ist und man einfach nur noch wiederholt, wiederholt, wiederholt um nochmal Kasse zu machen. Und dieses Gefühl kommt bei The Purge: Election Year mal so überhaupt nicht auf – im Gegenteil: Es wimmelt nur so vor genialen Einfällen und Umsetzungen, die immer wieder derart Atmosphäre in den Äther schmeißen, dass einem schon per Definition die Gänsehaut über den Rücken schwappt.

Ja, der Film hat hin und wieder ein paar Längen, in denen nicht wirklich etwas passiert und man halt einfach mal so da ist, aber für einen Jason Blum eine herausragende Leistung und dass Größen wie Michael Bay noch ihre Finger mit im Spiel haben, zeugt von noch mehr talentiertem Können, wenn es darum geht, hier mal etwas außer der Reihe zu wagen.

Und grade dann, wenn die Stimmung evtl. abzukippen droht, reißt der Soundtrack (holt euch diesen Soundtrack Leute!) die Zuschauer wieder von den Stühlen und die gezeigten Bilder tun ihr übriges, um tierisch zu verblüffen und in erschrockenes Staunen zu versetzen.

Doch nicht nur die gezeigte Brutalität und perverse Freude an etwas völlig Irrsinnigem, sondern auch die konsequente Weiterentwicklung innerhalb dieses Experiments haben bei mir tiefste Bewunderung ausgelöst. So elegant und vorzeigbar war wirklich kein einziger dritter Teil, den ich jemals gesehen habe.

Und ich verfluche mich schon jetzt, dass die Zeit nicht dafür ausreichen wird, um sich diesen Film wieder und wieder anzuschauen … zumindest nicht im Kino. Denn ins heimische Kino kommt der mal auf jeden Fall – soviel steht fest.

 

.kinoticket-Empfehlung: Lasst euch vom Trailer nicht abschrecken, der teilweise mongoloide Züge aufweist und vermuten lässt, dass es sich hier um einen riesigen Haufen Mist handelt, sondern vertraut einem erfahrenen Kinogänger und geht rein.

Ihr werdet nicht enttäuscht werden, denn hinter all den wirren Bildern aus dem Trailer steckt ganz viel Sinn, Durchdachtheit und überraschend viele positive Eindrücke, mit denen man wieder aus der Vorstellung wankt.

Sofern es mir vergönnt ist, werde ich mir diesen Titel definitiv nochmal anschauen.

 

Nachspann
braucht man nicht abwarten, da kommt nichts mehr.

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3 Gedanken zu “The Purge: Election Year

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