Sisters

Was hab ich auf die Veröffentlichung von Deadpool gewartet und hingefiebert … und geliefert wurde Sisters. Mit so einer Enttäuschung schon vor dem Vorspann konfrontiert zu werden, benötigt bei mir dann viel Aufwand, um mich wieder in eine halbwegs akzeptable Stimmungslage zu versetzen. Und das hat Sisters so absolut gar nicht geschafft.

Der Film war von mir zwar auf die Liste der zu sichtenden Filme gesetzt worden, weil im Trailer schon einige Szenen angerissen wurden, die ihn für halbwegs sehenswert ausgezeichnet haben, jedoch bestanden meine Hoffnungen darin, die sehnsüchtig herbeigewünschte Kippe zum empfehlenswerten Comedy-Streifen zu schaffen, statt den Zuschauer mit biederen Billigwitzen zu konfrontieren und darauf zu setzen, dass genügend Dumme im Publikum sitzen, die so etwas lustig finden.

Zur Zeit wird viel Fäkalhumor versprüht und auf Themen gesetzt, die weder mit Sittsamkeit noch anständigen Lehren zu tun haben. Vermutlich holt man so aus der unteren Gesellschaftsschicht wieder Kohle nach oben, um neue Einnahmequellen zu sichern und Menschen ins Kino zu locken, die sowas „geil“ finden.

So und nicht anders wirken Tina Fey und Amy Poehler auf mich, wenn sie als viel zu alte Spinatwachteln versuchen, ihre verlorene Kindheit zurückzuerobern und damit kläglich scheitern. Denn nicht anders kann man das Unterfangen der beiden bezeichnen. Nochmal jung sein, nochmal Party machen, nochmal im Kielwasser von Robert DeNiro mitschwingen und einen Erfolgshit landen, der die Massen ins Kino zieht … der Plan ist fehlgeschlagen.

Der Humor trifft absolut nicht meinen Geschmack, sondern löst eher würgereizbehaftetes Fremdschämen aus. Das Niveau der Jokes ist derart niedrig, dass der Fall gar nicht lange dauern kann. Irgendwie will keine Stimmung aufkommen, die etwas von Heimeligkeit oder Sympathie in sich trägt, sondern man fragt sich eher die ganze Zeit, wie lange man dieses Pack noch ertragen muss, bevor man endlich vom Nachspann erlöst wird.

Klar, einen oder zwei gibt’s immer, die dabei dann lachen – was für mich einfach nur zeigt, dass die Gesellschaft Gottseidank immer noch aus verschiedenen Charakteren besteht und nicht alle denselben Humor haben. Und das ist für mich auch der einzige Grund, weshalb dieser Film „besteht“: Es gibt Menschen, die sowas tatsächlich lustig finden und für die ist der Film da. Alle anderen sollten einen weiten Bogen darum machen, denn unter lachkrampfartiger Unterhaltung verstehe ich etwas völlig anderes.

So richtig Sinn macht der Film überhaupt nicht, da weder etwas positives vorgelebt wird, noch irgendwelche nachahmbaren Ziele vorgestellt werden, die erstrebenswert wären. Am Ende ist einfach alles sinnlos und das Fremdschämen war völlig umsonst, was nicht zuletzt am Nachspann ersichtlich ist, wenn offensichtliche „Outtakes“ vorgestellt werden, die einfach nicht witzig sind.

Hier wird also mit den Elementen gespielt, die man schon aus Filmen wie Bad Neighbors kennt: Einfach wahnsinnig übertrieben, viel zu alt und dann auf jung getrimmt und einfach nur durchgeknallt sein, ohne großartige Inhalte dazu zu liefern. Hätte man hierzu noch etwas mehr Profil auf die Gesichter projiziert, dem ganzen etwas mehr Seele eingehaucht und auf einige Peinlichkeiten verzichtet, wäre daraus sicherlich eine interessante Gesellschaftsstudie geworden, die auf komischer Plattform die unverhinderlichen Züge des Lebens analysiert und damit umzugehen versucht.

Und was kommt dabei raus?

„Komm, machen wir einfach ganz viel unter der Gürtellinie und hauen richtig auf den Putz, dann wird das schon werden.“

Und ganz so einfach ist es am Ende dann eben doch nicht, weil die Enttäuschung nicht nur permanent in der Luft liegt, sondern Kinder gebiert und in den Mägen der Zuschauer so richtig zum Tragen kommt. Fehlschuss.

 

.kinoticket-Empfehlung: Man schaue sich den Trailer mit offenen Augen an und sei sich dessen bewusst, dass hier kein großartiges Etablissement dahintersteckt, sondern „mehr“ einfach nicht kommen wird.

Ist man mit dieser Tatsache befriedigt, wird man im Film durchaus respektabel unterhalten und kann vielleicht hier und da auch mal lachen. Findet man diesen Humor absolut nicht witzig, dann ändert der Hauptfilm auch nichts mehr an der Tatsache, dass hier einfach der Boden fehlt, auf dem das Konstrukt gebaut werden soll. Und solche Einrichtungen sind von vornherein dazu verdammt, zu scheitern.

 

Nachspann
liefert die oben bereits erwähnten „Outtakes“, wobei ich mir da nicht ganz sicher war, ob die nicht absichtlich produziert wurden. Ich fand’s im Gegensatz zu anderen Filmen absolut nicht komisch, sondern eher erbärmlich.

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Ein Gedanke zu “Sisters

  1. Pingback: How to be Single | .kinoticket-blog.de

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