Alvin und die Chipmunks: Road Chip

Ein entsprechendes Publikum muss der Film haben, sonst wäre wohl kaum aktuell der bereits vierte (!) Teil dieser Filmchronologie auf den Leinwänden zu bestaunen.

Warum sich gerade diese Form der Unterhaltung so sprunghaft fortsetzt, ist mir nach Sichten dieses Teils ehrlich gesagt ein Rätsel. Im Kino herrschte Eisesstimmung. Die Animationen sind dem technischen Stand unseres Jahrhunderts angepasst, die Synergie zwischen Animation und Realfilm überzeugt auch soweit, nur die Story hinterlässt bleibende Schäden.

Welche Ambitionen hatten die Macher mit ihrem Werk? Welche Intention steht hinter dem Schöpfungsprozess? Unterhaltung? Lacher? Musik?

Von den Jokes – wenn man diese als solche interpretieren will – war bis auf eine einzige Szene nicht wirklich etwas lustig. Die quietschigen Mini-Stimmchen, mit denen man sich als Kind immer mit Tapes lustig gemacht hat, nerven auf Dauer einfach nur und das Behandeln der Chipmunks im Film als völlige Selbstverständlichkeit regt einen ehrlich gesagt eher nur auf, weil daran so gar nichts herzlich, verständlich und vor allem sinnvoll ist.

Vielleicht fehlt mir hier auch einfach nur die Vorgeschichte, da ich – wieder mal – weder die TV-Serie noch die vorangegangenen Filme gesehen habe, jedoch empfand nicht nur ich den Streifen als eine Qual. Die Zeit bis zum Schluss wurde unerträglich lang und man sehnte sich nichts mehr herbei als den üblichen Abspann mit einem erwartbaren Ende. Teletubbie-Stimmung lässt grüßen.

Der Satz, mit dem ich diesen Film auf den Punkt bringen würde: Hätte man daraus ein 15minütiges Musikvideo gemacht, wäre es sicherlich ein Erfolg geworden, denn die Musik ist durchaus on top und begrüßt das unbemerkte Rhythmusgefühl in einem mit offenen Armen. Selbst da sind die Stimmen noch einigermaßen erträglich und man hat etwas Schwung in der Hüfte, der ganze Storymist drumrum ist aber einfach nur nervig und unerträglich lang.

Und die menschlichen Hauptdarsteller sind derart verblödet, dass weder im Film noch im Kino auch nur ein einziger Zuschauer dazu einen einzigen Lacher losgelassen hätte. Im Gegenteil: Es schwebte allzeit ein „What the Fuck“-Gefühl im Raum, weil keiner so richtig begreifen wollte, worein er hier geraten ist.

 

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Die unerträglich unwitzige Story ist echt eine Herausforderung für jung und alt, so dass sich die Lacher nicht nur vehement von dieser Vorstellung fern halten, sondern regelrecht davor fürchten.

Wer meint, hier gute Unterhaltung zu finden, die im alten Stil Stimmung in die Bude bringt, der irrt gewaltig. Einzig die Songs sind es wert, gehört zu werden, insofern man sich mit den durchaus nervenden Stimmchen dieser kleinen Viecher anfreunden kann.

Wer schon beim Trailer leichte Bauchschmerzen hatte, der wird mit harten Magenschmerzen wieder nach Hause geschickt. Der Rest kann ja während der Vorstellung anfangen zu tanzen oder anderen Schwachsinn veranstalten, dann wird es im Saal wenigstens lustig.

 

Nachspann
Anfangs wird noch ewas Radau gemacht, danach geht es in die übliche Floating-Geschichte über. Nachdem es also schwarz ist, darf man abhauen.

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Ein Gedanke zu “Alvin und die Chipmunks: Road Chip

  1. Pingback: Score – Eine Geschichte der Filmmusik | .kinoticket-blog.de

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