Unfriend

Wer mich kennt, weiß: Ich liebe guten Horror. Und was hab ich bei Unknown User geschwärmt, als man uns brühwarm ein neues Genre auf den Tisch gepackt hat, das Horror anreißt und dabei die moderne Technologie nicht außer acht lässt.

Endlich mal ein Film, der das Erlebte wahr sein lassen könnte, den halbwegs gebildeten Zuschauer nicht stumpf vor den Kopf stößt und mit Intellekt und durchaus gruseligen Szenen, vor allem aber mit sympathischen Darstellern den Weg in die Herzen der Horrorliebhaber findet.

Unfriend ist nun die deutsche (!) Antwort darauf und damit das komplette Gegenteil: Der Hass keimte bei mir schon während des Trailers hoch und mir war klar, dass dieser Versuch einfach nur ein Schuss in den Ofen sein kann – und was soll ich sagen: Meine Vermutungen hatten Recht! Leider.

Wir kopieren (ja, kopieren!) nun einfach die grandiose Idee aus dem oben genannten Meisterwerk und stülpen die große Kugel der Massenverblödung darüber, schütteln alles einmal kräftig durch, öffnen die Kugel und entlassen danach noch jeglichen Sinn… und fertig ist Unfriend.

Gibt es Gründe, weshalb die Darsteller so handeln, wie sie tun? Nein.

Ergibt es Sinn, was sich da auf den Monitoren abspielt? Nein.

Hat der Rest irgendeinen tieferen Sinn, der vielleicht sogar ethisch erziehend oder dergleichen wirkt? Nein.

Hier handelt es sich um billigsten Horror unterster Schublade, der das Wort „Facebook“ aufgreift und somit auf gezielten Massenfang gehen will, denn wer ist dort denn nicht registriert und somit interessiert am Geschehen im Film?

Die Pseudomoral desselben ist genauso fragwürdig wie die Story: Kommt es denn wirklich auf die Größe einer Zahl an einer bestimmten Stelle im Internet im Leben an?

Das Problem dabei ist: In Unknown User haben diese Effekte tatsächlich funktioniert, denn die große Show wurde dort nicht schlecht inszeniert, sondern tatsächlich meisterhaft durchdacht und bis zum Schluss logisch zusammengesetzt. Nicht so hier: Der Grund, weshalb man dieses und jenes tun oder lassen sollte, ist völlig an den Haaren herbeigezogen und ein feister Schlag in die Fresse eines jeden Online-Gängers.

Nicht nur Programmierer dürften sich hier verarscht vorkommen, sondern auch ganz normale Menschen, die zwischenmenschliche Beziehungen pflegen. Getreu dem stereotypischen Darstellen des bösen Internets in den Medien: Wo gesurft wird, ist alles düster, dunkel, unheilvoll und natürlich böse. Gefundenes Fressen für RTL und die öffentlich-rechtlichen Sender, wieder einmal über das Internet herzuziehen und alles pro forma schlecht zu machen, da dort das reinste Übel wartet und die Kundschaft bis zum Tode getrieben wird.

Und die Moral von der Geschicht‘: Gehst du ins Internet, bist du des Dämons Hauptgericht.

Was für ein Schwachsinn!

Und nicht zuletzt ist die Handlung hier so dermaßen vorhersehbar, dass das komplette (!) Kino eine Heidenfreude daran hatte, den nächsten Part vorherzusagen, der dann auch … oh Wunder … exakt so eingetroffen ist.

„Gleich werden wir uns alle wieder erschrecken. Nein, jetzt noch nicht, die Tür geht erst noch zu. Aber jetzt … gleich …. JETZT!“

Und da war es.

So etwas überraschungsarmes, langweiliges, stupides und sinnloses hab ich selten erlebt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Spart euch die Kohle und geht lieber in was anderes rein, alles ist besser als das hier.

So verblödet und hirnfrei, wie der Plot ist, so weh tut der Schlag ins Gesicht eines jeden, der halbwegs klar denken kann. Was andere großartig vorgemacht haben, wurde hier mal wieder eingedeutscht und in allen Facetten zerrissen und wunderbar zerstört.

Das Zuschauen macht nicht nur keinen Spaß, sondern ruft Hassempfindungen in einem hoch, dass man besser daran tut, den Saal nicht nur frühzeitig zu verlassen, sondern gar nicht erst zu betreten.

Glaubt mir, lohnen bedeutet etwas anderes.

 

Nachspann
Bleibt mal sitzen bis ganz zum Schluss. Habt keine Erwartungen und harrt dessen, was da kommt und schickt mir dann mal eine E-Mail oder einen Kommi hier rein und sagt mir, wie ihr es fandet. Ich fühl mich weiterhin verarscht.

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