Die Tribute von Panem – Mockingjay (Teil 2) (3D)

Es war ein Gedicht, im Kino zu sitzen und diese zeitliche Herausforderung zu meistern. Mit Tribute von Panem ist nun endlich eine Filmreihe vollendet, die nicht mit stupiden Einfällen oder mieser Schauspielerei auffällt, sondern durch überzeugende Darstellungen und vor allem ein exzellentes Drehbuch den Zuschauer auf einer intellektuellen Ebene erreicht, die im Vergleich seinesgleichen sucht.

Hat man im Trailer schon bewiesen, dass man Die Bestimmung und sogar Maze Runner weit abgeschlagen hinter sich lassen will, hat dieser Schachzug nun im finalen Produkt definitiv seine Wirkung entfaltet, denn die gezeigten Szenen schlagen ein wie eine Bombe.

Nicht etwa, weil man auf Action, viel Krach und bombastisches Getöse setzt, sondern vielmehr den Zuschauer dem glorreichen Fall einer Dynastie zuschauen lässt, die viel größere Kreise zieht, als einfach nur eine Geschichte weiterzuspinnen.

Was ich bei Die Bestimmung – Insurgent noch als bitter enttäuschend fand, das Schauspielercharaktere sich zwischen den Teilen als absolut unwürdig entwickelten und in den Folgeteilen nur noch bitter enttäuschten, ist hier völlig gegenteilig: Die Tendenz zum Wahnsinn ist einfach unglaublich!

Gott – wieso nicht einfach immer so? Wo bei Maze Runner die Darsteller irgendwie kindlich waren – man kaufte ihnen ihre Rolle zwar ab, wusste jedoch manchmal nicht wirklich, welches Zielpublikum man damit nun erreichen will – setzt man nun hier auf echte Schauspielgröße, auch wenn die Protagonisten kaum älter als ihre Konkurrenz sind.

Das Element des Schweigens, das des Verstehens, das Reden miteinander, die Suche nach Wahrheit, die offene Aussprache, der Rückhalt, die sinnliche Aneinanderreihung der anfangs fast ertränkten Elemente guten Verhaltens wurden hier auf ihren Höhepunkt getrieben und dem Zuschauer als ethischer Lebensweg präsentiert, dass Menschen wie ich schlichtweg einfach nur am Feiern waren.

Positiv empfand ich auch, dass man diese brachiale Gewalt, die man im Trailer ankündigte, nicht in dieser Form ins Rennen schickte, sondern völlig anders – düsterer – eine entspanntere Form gigantischen Untergangs präsentierte, die weder an die vorherigen Teile mit ihren klassischen Spielen erinnerte, sondern vielmehr zeigt, dass die Bürger Panems erwachsen geworden sind und sich den Herausforderungen stellen, mit denen sie die Unterdrücker konfrontieren.

Das Schauspiel von Snow, Katniss und Peeta muss immer wieder lobend herausgehoben werden. Keine Übertreibungen, kein Möchtegern, keine Absurditäten, man merkt diese drückende Last auf den Schultern der Darsteller, die sich in ihre Rolle tatsächlich reinversetzt und ihre Aufgaben überzeugend auf die Leinwand gebracht haben ohne dabei etwas zu spielen, sondern zu sein.

Die düsterne Beklemmnis zeigt sich nicht nur in den ruhigen, bodenständigen Aktionen der Crew im Film, sondern wird zusätzlich unterstützt von einem sagenhaften 3D, das mit anderen Großwerken dieses Genre locker mithalten kann. Auch hier wieder keine Eile, keine schnellen Schnitte oder irgendwelche panischen Aktionen, sondern eine kontinuierliche Fahrt ins finale Grauen, das mit ruhiger Kameraführung und eindrucksvoller Tiefe zu überzeugen weiß.

Am Schluss geht man tief befriedigt und über alle Maßen beeindruckt mit einer absolut stillen Ehrfurcht wieder aus dem Kino und ist froh darüber, dass wenigstens da Menschen existieren, die „Wahrheit oder nicht?“ ehrlich beantworten.

 

.kinoticket-Empfehlung: Werde ich mir den Film noch ein paar weitere Male ansehen? Absolut!

Und genau das solltet ihr auch tun. Ich weiß, dass für sporadische Kinogänger das Jahresende zur cineastischen Mega-Aufgabe mutiert, da mit Bond und Star Wars noch zwei weitere Blockbuster in den Rängen postieren, die man als Massenkonsument gesehen haben muss, das sollte jedoch keinen einzelnen davon abhalten, sich den ruhmreichen Schluss einer Filmsaga zu geben, die nicht nur eines hervorragend meistert: Authentisch zu überzeugen.

Alles, was ich an sämtlichen anderen Filmreihen der letzten Jahre kritisch bemängelt habe, wurde hier richtig gemacht: PR, Story, Darstellung, Ernsthaftigkeit – Mockingjay Teil 2 ist nicht nur ein Fest für die Sinne, sondern auch für jeden, der ernsthafte und bahnbrechende Unterhaltung sucht.

 

Nachspann
gibt’s keinen, dafür ein definitiv befriedendes Ende mit wunderschönen Bildern und einem würdigen Abgang.

7 Gedanken zu “Die Tribute von Panem – Mockingjay (Teil 2) (3D)

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