Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste (3D)

Der teils selbst spoilernde Trailer des zweiten Teils brachte mich dazu, mir Maze Runner – Die Auserwählten im Labyrinth auf Blu-ray zu organisieren und zu schauen.

Kritiken im Freundeskreis verhießen nichts gutes und beim Schauen stellte sich bei mir auch eine gewisse „Was soll das“-Manier ein, denn so richtig schlau wurde man aus dem Gezeigten tatsächlich nicht. Erinnerte mich ein Stück weit an die geniale Cube-Trilogie, in der quasi auch kaum Auflösungen zu sehen waren, was das Gesehene durchaus spannend bleiben ließ und bis zum bitterbösen Schluss konsequent für mentale Folter sorgte.

Hier sind es halt keine Erwachsenen, sondern Kinder in einer Welt, die keiner versteht. Die üblichen Rudelkämpfe, ein paar Überflieger und viel Masse – zusammengerührt ergibt das einen Cocktail an Darsteller-Figuren, mit denen schon in der Bestimmung-Serie für Furore gesorgt werden sollte, was ja bekanntlich mächtig in die Hose ging.

Tja, was soll ich sagen: Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste macht an dieser Stelle in meinen Augen einfach alles goldrichtig.

Zum einen: Die Stimmung! Man ist sofort in der Geschichte, die einen nicht nur abtauchen lässt, sondern in der man schier ertrinkt. Auftauchen zur Oberfläche? Zeit zum Nachdenken und Verarbeiten? Fehlanzeige. Kaum kommen die Darsteller ein wenig zur Ruhe, reißt dich der nächste Strom überwältigender Bilder und Kopfkino-Geschichten zurück in den Sog der Tiefe und offenbart das Grausamste aller Gefühle, das die Menschheit je hervorbringen konnte.

Der Action-Faktor in diesem Teil: Sensationell. Gepaart mit dem Beat des Soundtracks und den gezeigten Szenen hievt man hier nicht irgendwelche elektronischen Bauteile auf die Showbühne der Superlative, sondern erschafft eine Form von „Breaking Out“, die den Zuschauer in seinen Bann reißt und förmlich in alle Richtungen katapultiert. Es wird nie langweilig, es werden keine „Sich darauf einstellen können“-Pausen inszeniert, sondern gnadenlos abgeschossen, was abzuschießen geht. Grandios!

Der Soundtrack ist eine eigenständige Erwähnung wert. Hier wird schön düster und unaufdringlich die dystopische Zukunftsvision untermalt und geerdet durch die Spielzeit hindurch geführt, ohne dabei das Gefühl zu geben, man würde selbst in die Tiefen des Nichts abstürzen. Man ist niemals genervt noch wird man zeitweise von der Musik im Stich gelassen: Im Gegenteil – alles zur rechten Zeit in der rechten Menge und Länge – mit Bravour bestanden.

Die Kulisse beeindruckt zu jeder Zeit. Was sich die Macher hier einfallen lassen haben, um die unterschiedlichen Schauplätze richtig zur Geltung zu bringen, gepaart mit einem sensationellen 3D, das andere Produktionen weit in den Schatten stellt – genau für solche Filme wurde Kino in seiner Größe und Gloria erschaffen, um Zuschauern ein derartiges Erlebnis zu bieten, das sie weit aus dieser Realität rausreißt und so richtig tief in eine Geschichte wirft, die zu keiner Zeit Zweifel daran zulässt, als wäre sie nicht echt.

Die Laufzeit war viel zu schnell um und man hat nicht eine Sekunde daran gedacht, dass es noch ein Hier und Jetzt gibt.

Die Horror-Einlagen schocken derart wirkungsvoll, dass sich Filme wie The Visit noch eine große Scheibe davon abschneiden sollten. Stellenweise zuckte der komplette Saal zeitgleich von den Stühlen hoch. Schuld daran sicher auch die ehrwürdige Soundabstimmung und die entsprechende Lautstärke, in der der Film gezeigt wurde. Der Flow, mit dem hier die Zeit niedergetrampelt wird, sucht seinesgleichen. Ich dachte mir oft: „Ja, es heißt Maze Runner und nicht Maze Slowwalker“. Den Pitch nach vorne und das „Davonrennen“ hat man gekonnt und meisterhaft in Szene gesetzt.

Zusammen ergibt das einen Film, der seinen Vorgänger nicht nur weit hinter sich lässt, sondern auch die letzten Zweifel ausräumt, hier nicht mit der Genialität eines Cube mithalten zu können. Selten so ein überzeugendes Actionkino erlebt, das eine Story erzählt, die so von anderen auch hätte kommen können, aber niemals derart perfekt aufeinander abgestimmt aufgetreten ist. Das What the Fuck-Gefühl bleibt auch hier bis zum Schluss bestehen, da es an Auflösungen nur so mangelt, was tierisch Bock auf den dritten Teil macht und somit eine grandiose Geschichte ruhmreich zu ihrem Finale trägt.

Can’t wait 4 it.

 

.kinoticket-Empfehlung: Rein! Und zwar so schnell als nur irgend möglich mit 3D-Brille bewaffnet in die Mitte des Saals setzen und Kino in Vollendung erleben.

Dieses Werk wurde geschaffen, um die tiefen Sehnsüchte und Bestimmungen von Kinosälen nicht nur zu beantworten, sondern zu ihrer Vollkommenheit zu führen. Action, Sound, Antrieb, Kulisse, 3D und Unvorhersehbarkeit: Hier stimmt einfach alles.

Das Zuschauen bereitet nicht nur Freude und unterhält, sondern man ertrinkt förmlich in der Tiefe der Geschichte, bei der keine Zeit zum Atmen bleibt, sondern man permanent auf Trab gehalten wird.

Adrenalin pur, Entertainment vom Feinsten wie es das Herz eines jeden Kinogängers begehrt. Mehr davon!

 

Nachspann
Manchmal reichen „letzte Sätze“ aus, um genügend Vorabinformationen zu geben. Die Anfänge des Abspanns sind wunderbar 3D-animiert und zeigen noch einmal so richtig, wozu man heutzutage in der Lage ist.

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3 Gedanken zu “Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste (3D)

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