The Visit

M. Night Shyamalan ist für die meisten ein zu heißes Eisen, wenn es um gute Unterhaltung im Kino geht. Schon beim Aufblitzen seines Namens auf der Leinwand flüchteten einige der Zuschauer aus dem ansonsten proppenvollen Sneak-Saal hastig nach draußen.

Zu recht, wenn man sich den Film wirklich in voller Länge anschauen und artig bis zum Ende durchhalten will. Denn das entpuppt sich zumindest in den ersten zwei Dritteln des Streifens durchaus zur Zerreißprobe. An charmanter, umgarnender Charakterstärke mangelt es hier, wo immer man hin blickt. Weder die Hauptprotagonisten, noch die Neben- und Fun-Darsteller weckten in mir auch nur den geringsten Anflug von Sympathie und somit ist es verdammt schwierig, eine unterhaltsame Geschichte zu erzählen, die dann auch noch als „Horror“ verkauft werden soll.

Für mich war es eher eine versucht komödiantische Witzvorstellung, die voll von schlechten Witzen ist, die aber irgendwie doch funktionieren.

Zumindest im letzten Drittel kommen dann schon ein paar ganz gute Konter aus den Schnäbeln der Langweiler, die uns mit ihrer sonst öden Story irgendwo unterhalten wollen.

Ein einziger großer Moment ist in dem Film, an dem wirklich die Gänsehaut den Rücken runterläuft, der Rest ist zu langatmig, zu vorhersehbar, zu altbacken. Blumhouse Productions ist bekannt für diese Art von Horror, der die Massen anspricht und damit kommerziell definitiv funktioniert. Für den einstigen Filmliebhaber und Unterhaltungssüchtigen, der sich gern auch mal in die Nischen zurückzieht, jedoch nicht unbedingt die empfehlenswerteste Kost.

Meine Empfehlung: Mit dem unnormal wirkenden, ausartenden Schluss anfangen und darauf basierend dann ein Gagfeuerwerk starten, das mit weiteren Horrorelementen und ein bisschen von der Durchgeknalltheit des Kleinen aus Der Babadook gesegnet wird, dann kann man diesen Film auch uneingeschränkt weiterempfehlen.

 

.kinoticket-Empfehlung: Ja, Shyamalan kehrt zurück zu seinem einstigen The Sixth Sense-Trip, erreicht jedoch nicht die Hochblüte der Kultur, sondern drippelt leise vor sich hin.

Die lustigen Einlagen funktionieren erst zum Ende des Films, wenn wirklich alles langsam abdreht, die ersten zwei Drittel sind mühsam und qualvoll in die Länge gezogen. Den einzigen, wirklich schockierenden Moment gibt es demnächst sicher irgendwo als Raubkopie zu sehen, den Rest kann man sich im Kino zumindest schenken. Das erste Mal, dass ich eine Sneak tatsächlich mit „schlecht“ bewertet habe.

 

Nachspann
Hier flackern nochmal ein paar Bilder auf, die wunderschön und mystisch sind, weitere Szenen oder ein „Nachbrenner“ fehlen aber.

3 Gedanken zu “The Visit

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