Straight Outta Compton

Mit 147 Minuten geht hier ein wahres Kaliber an den Start, dem man sich bereitwillig stellen muss. Erzählt wird die biografische Geschichte der HipHop-Crew „N.W.A.“ und deren teils brutalen Ausflüchte in die provokative Auseinandersetzung mit den alltäglichen Problemen ihres Lebens.

Der Film polarisiert. Wie schon aus anderen musikalischen Werken bekannt, trifft man hier oft nicht nur auf existenzangreifende Problematiken, sondern auch innerhalb des Musik-Business auf Korruption, Hinterhältigkeit und viel undurchsichtige Bürokratie, die so manchem seine Karriere kosten könnte.

Hier sind Szenen zu sehen, bei denen man nicht weiß, ob man das offensichtlich falsche Verhalten nun jetzt doch gutheißen soll oder nicht. Innerliche Genugtuung, Rache, Wut, Streben nach Gerechtigkeit und der Kampf mit den durchaus bekannten Problemen innerhalb der Gesellschaft stellen hier einen Großteil der Thematik dar und sorgen für jede Menge kurzweilige, interessante und beispiellose Einblicke in das Leben dieser Menschen. Ein Film über Musik, der zum ersten Mal nicht wirklich Wert auf die Stücke selbst legt, sondern sich sehr stark am Leben und den ganzen Geschehnissen außerhalb des Musikmachens orientiert und damit einen völlig neuen Baustein in das Puzzle der „Wir sind Musiker, wir machen jetzt auch Film“-Menschen wirft.

Interessant war’s allemal und spannend blieb es bis zum Schluss, auch wenn mir da gern noch ein wenig mehr kinopublizistische Theatralik ins Programm hätte genommen werden können, denn das hier sollte kein Personenportrait, sondern eher eine unterhaltende Spielfilmadaption werden, bei der dann gern auch ein wenig drastischer untermalt werden darf, als es in Wirklichkeit gewesen ist.

 

.kinoticket-Empfehlung: Spannend ist es, zu beobachten, wie Hollywood derzeit Licht ins Dunkel des Musik-Wirr-Warrs bringt und durch immer neue Publikationen verschiedenster Künstler aus verschiedensten Genres immer mehr Informationen an die Oberfläche dringen lässt, die das mysteriöse Dunkel von so manchem gehörten Song aus dem Radio erhellen lässt.

Dass hier mal weniger Wert auf die Musik selbst oder eine einzelne Person gelegt wird, sondern vielmehr das Drumrum im Sumpf von Korruption innerhalb des Musik-Biz gezeigt wird, macht diesen Film zu etwas ganz eigenem, der nicht kopiert und auch dabei sein will, sondern seine eigene Geschichte erzählt und mit dieser auch polarisiert.

Durchaus sehenswerte Kost, sofern man sich mit der Musik anfreunden kann und einfach etwas mehr über die Jungs dahinter wissen möchte.

 

Nachspann
enthält einige interessante Original-Szenen, die man sich gerne anschauen darf.

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3 Gedanken zu “Straight Outta Compton

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