Mission: Impossible – Rogue Nation

Sprechen wir mal von Macht. Wir leben in einem Zeitalter, in dem alles solch überdimensionale Maße angenommen hat, dass kleine Dinge im Sumpf der sich immer wieder überbietenden Superlativen einfach sang- und klanglos untergehen.

Man wird erschlagen von Großkonzernen. Strafen werden nicht mehr in 1000ern oder 10.000ern gezahlt, sondern in Billiardenhöhe. Mediale Macht hat einen neuen Höhepunkt erreicht und die öffentlichen Personen bestimmen die Gesprächsthemen mehr denn je.

Manche Dinge gibt es, die damit zusätzlich noch maßlos übertreiben und sozusagen sprichwörtlich laut löwe-brüllen, um möglichst gesellschaftsfähig zu proklamieren, dass auch sie zu der Übergröße gehören, die man uns vor Augen setzt. Dabei liegt wahre Größe schon seit jeher in den leisen Tönen.

Neben all dem Größenwahnsinn gibt es dann Filmreihen wie Mission: Impossible. Seinerzeit bereits ein Kinomeilenstein, der nicht versuchte, mit anderen das Kopf-an-Kopf-Rennen durch immer stupidere, sinnfreiere Aufplusterungen zu gewinnen, sondern der sich solide und „nebenspurig“ durch die Filmwelt kämpfte und einfach sein eigenes Ding machte.

Wenn man bedenkt, dass der erste Teil im Jahr 1996 auf den Leinwänden zu sehen war und sich mal ausrechnet, wie viele Filmjahre dieses Franchise nun schon auf dem Buckel hat, ist es erstaunlich, dass man dabei so bodenständig geblieben und keineswegs auf irgendeine Art von seiner fundierten Erzählweise abgewichen ist.

Genau das sorgt in Rogue Nation einfach nur für gute Laune und innere Freude. Man sieht eine Geschichte, die nichts kopiert. Es wird weder von den neuen Errungenschaften aus Batman oder von anderen, mächtigen Filmriesen kopiert, sondern man fährt treu seine eigene Schiene und erzählt einfach etwas eigenes, ohne sich selbst vergleichen zu wollen.

Man koexistiert in friedlicher Absicht. Das zu erleben ist für mich tiefgreifende, seelische Befriedigung. Während du im Kino sitzt und die Geschichte zum vielgezeigten Trailer siehst, zu spüren, dass zu keinem Zeitpunkt dieses so gehasste Neider-Konkurrenzverhalten auftaucht – ein wahrhafter Traum!

Man kann über Tom Cruise und seine Verbindungen zu Scientology denken, was man will. In meinem Bekanntenkreis sind viele, die seine Filme aufgrund dieser Tatsache vehement ablehnen und schon von vornherein komplett blockieren, wenn es auch nur den Anschein hat, dass dieser Kerl mit von der Partie ist. Und genau das empfinde ich an dieser Stelle mehr als unpassend, denn: Was auch immer da für ein Mist im Leben dieses Mannes stattfindet: Filme machen kann er!

Sehr erfrischend war auch der fast schon introvertierte Soundtrack, der die bekannten Melodien, die sicher jeder im Leben schon einmal gehört hat, diesmal nicht posaunend nach draußen schrie, sondern nur – und darum habe ich am Anfang über Macht geschrieben – machtvoll andeutet und mit der richtigen Anlage im richtigen Kino so richtig fundiert und brutal gefestigt zur Geltung bringt. Was dich hier tief im Herzen trifft, sind nicht mehr eine unglaubliche Menge spitzer Pfeile, die – jeder für sich – einen tiefen Riss hinterlassen, sondern hier walzt eine gewaltige, undurchdringbare, solide Mauer an Tonkunst auf dich zu und rattert über deine Gedanken, als wären sie Staub.

Verbunden mit den Szenen, die teils schon in den Trailern offenbart wurden, die als Film um so mächtiger, aber nicht aufgeplustert und schreiend von der Leinwand runterpoltern, ergibt Mission: Impossible – Rogue Nation ein Werk, dass Cineasten in seiner Gänze erfreuen und sowohl Kritiker als auch Liebhaber der Reihe endlich zusammenfinden lassen.

Und das – Ladies und Gentlemen – empfinde ich als wahre Regisseurskunst, denn daran unterscheidet sich, ob man in einem Blockbuster oder einem Möchtegernfilm sitzt. Hier haben wir es definitiv mit ersterem zu tun.

 

.kinoticket-Empfehlung: Was man bei anderen Showgrößen der Kinowelt schmerzlich vermissen lies, wurde in Mission: Impossible – Rogue Nation nun endlich richtig gemacht: Eigene Ideen, stilvolle Action, die Liebe zur Kunst und eine Authentizität, die weder kopiert, noch übertrumpft oder anderweitig laut schreit.

Das hier Gezeigte offenbart eine Ehrlichkeit, die die Seele runtergleitet wie Öl. Die Konkurrenzlosigkeit, mit der man sein eigenes Ding hier schafft, tut einfach nur gut und lässt einen Film auf die Menschheit los, der es sowas von Wert ist, gesehen zu werden.

Also Abmarsch bei diesen Temperaturen und ab ins klimatisierte Kino, um mit einer mächtigen Erfahrung mehr nach Hause zurückzukehren. Es lohnt sich!

 

Nachspann
Einen bebilderten, animierten, szenenerweiterten Nachspann gibt es hier nicht. Hoffen wir, dass dafür noch weitere Teile folgen, die auf den neuen Zug aufspringen und in der gleichen Weise für Filmspaß sorgen, der es in sich hat.

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6 Gedanken zu “Mission: Impossible – Rogue Nation

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