Jurassic World (3D)

Mittlerweile hat der Nachfolger der Jurassic Park-Reihe ja sozusagen fast alle Rekorde gebrochen, die es gibt – zumindest fühlt es sich so an, wenn man die einschlägigen Presseberichte dazu liest.

Klar ist also, dass auch ich als fanatischer Kinogänger mir den Streifen längst bei meiner Lieblingskinokette zu Gemüte geführt habe, um mir – wieder einmal – ein Bild von einem Film zu machen, in den sowieso jeder rennt und den man keinem mehr zu empfehlen braucht.

Ich kann mich dem Tenor der „Hat überzeugt„-Kritiker auch nur anschließen, denn ein Reboot zu meistern, das auf einem derart alteingesessenen Film basiert, den wirklich jeder lebende Mensch mindestens einmal gesehen hat, ist nicht unbedingt eine leichte Aufgabe. Gepaart mit den Anforderungen und Erwartungen der nostalgischen Dino-Fans dann ein Endprodukt auf die Leinwand zu werfen, das weder überrascht, noch enttäuscht und damit die Elemente von längst vergangenen Zeiten (22 Jahre sind nicht ganz ohne) gekonnt mit modernen Neukreationen zu verbinden, die beide gleichermaßen in einer Geschichte münden, die es irgendwie schafft, auch das Herz eines kritischen Zuschauers zu erobern, ist wahrlich ein Stück, dass mit Verlaub das Präfix „Meister“ verdient.

Genau hier sehe ich nämlich bei anderen Reboots immer das Problem: Man versucht, eine alte Geschichte, dessen Ursprung, Entwicklung und Ende jeder kennt, nochmal zu vermarkten und vergisst dabei, dass ausbleibende Überraschungsmomente dafür sorgen, dass die Neuauflage so gar nicht zündet und man eher gelangweilt und müde wieder von dannen zieht.

Nicht so bei Jurassic World: Hier hat man die Story mit den prähistorischen Tierchen und deren Liebhabern mitaltern lassen und die ganze Sache dadurch liebevoll in die Moderne transferiert, in der auf einmal alles so läuft, wie es hätte laufen können, hätte man „verdeckt“ an der Stelle weitergemacht, wo Jurassic Park III endet.

Die älteren Zuschauer entdecken sehr wohl die Elemente aus den ursprünglichen Filmen wieder, denen Jurassic World nicht nur mit der Besetzung der Charaktere, sondern auch an vielen anderen Stellen demütig Respekt zollt. Die Casting-Agenturen haben meiner Meinung nach beste Arbeit geleistet, denn so richtig über eine Besetzung aufregen kann man sich hier auf keinen Fall. Alle meistern ihre zugeschanzte Rolle super und liefern letztendlich überzeugende und authentische Arbeit ab, die sicherlich mit dazu beiträgt, dass dieser Film so ein internationaler Erfolg wurde.

Über die neue Art des „Supermonsters“ kann man sich streiten, ich gebe zu: Auch ich hatte beim Sichten des Trailers so meine Bedenken, ob diese Art des „neuen Bösen“ so richtig ankommt. Der Film beweist aber, dass auch hier die Macher den richtigen Riecher hatten, denn die Ideen sind weder überspitzt, noch übertrieben oder in anderer Weise extremisiert worden, als dass das Gezeigte keinen Spaß machen würde. Gerade diese seichte Nuance zwischen zu heavy und glaubwürdig ist es, die meiner Meinung nach so viele Menschen nicht vor ihren Intellekt stößt und sie somit unterbewusst verärgert. Könnte auch mit ein entscheidender Grund sein, weshalb die Einspielergebnisse selbst Massenphänomene wie Transformers 4: Ära des Untergangs in den Schatten stellen.

Die teils etwas banalen Dialoge, in deren Kielwasser oft ein kleines Stück Vorhersehbarkeit mitschwimmt, gehen im Reich der Urzeitgiganten fast schon ein wenig unter und sind meines Erachtens dadurch eher vernachlässigbar. Jurassic World erhebt zu keinem Zeitpunkt den Anspruch, ein verbalträchtiger Film mit Tiefgang zu sein, sondern möchte – laut Aussagen der Macher – selbst Erwachsene wieder zurück ins Kindesalter verfrachten und mit dem Gezeigten die Zuschauer einfach erstaunen und zu mehr Demut gegenüber dem Leben aufrufen.

Und das funktioniert hervorragend.

Die Größenwahnsinnigkeit wird hier nicht offiziell kritisiert, sondern ganz beiläufig durch immer neue Wendungen aus dem Weg geräumt mit dem Ziel, zu beweisen, dass der Mensch letztendlich nur das kleinste Glied einer Kette in einer Welt ist, die er nur scheinbar unter Kontrolle hat.

Als Zuschauer fühlt man sich mit auf eine Reise genommen, die im wahrsten Sinne des Wortes erstaunt und wieder einmal die Superlativen von guten Kinos bis aufs Ende ausreizt. Bei wem die Einrichtungsgegenstände mitsamt den darauf sitzenden Menschen nicht vibrierten, wenn einer der Dinos seine Pratzen irgendwo aufsetzt oder zu einem Schrei ausholt, der sollte schleunigst sein Kino wechseln und sich den Film einfach nochmal ansehen. Hier wurden Superlativen präsentiert, ohne welche sein zu wollen – getreu dem Motto: Es sind Dinos, jeder weiß, dass die Viecher weit über allem stehen, was man kennt, also brauchen wir darauf nicht extra hinweisen.

Genau diese „Zurückhaltung“ erlebt man teilweise auch in der Charakterzeichnung der Parkleiter und -inhaber und trifft hierbei eben auch nicht auf mögliche Stupiditäten, die man durchaus stattdessen erwartet hätte, sondern beweist einmal mehr, dass auch Reboots erneut begeistern können und es eben doch geht, Fortsetzungen zu drehen, die die Geschichte teils neu erfinden, teils wieder hervorholen.

Diesen Spagat hat man wunderbar vollzogen und so ist es am Ende auch entschuldbar, dass sich weiß gekleidete Protagonisten erfolgreich auf Stöckelschuhen vor überdimensionalen Dinos davonschleichen können und ihre Klamotten hinterher maximal einer Handwäsche bedürfen.

Ansonsten bleibt mir nicht mehr zu sagen, als:

 

.kinoticket-Empfehlung: Der Film tut sein übriges, um fast schon eine Art Volkszählung anzustiften. Jeder sollte ihn sich mindestens einmal anschauen und wer nicht selbst Kinobesitzer ist, sollte den Weg ins Kino auf sich nehmen.

Die Effekte sind akzeptabel, die darum gebastelte Welt phänomenal und der Sound dinomäßig gigantisch, gleichauf mit dem 3D, dem man hier auch jede Menge saubere Szenen gewidmet hat, die sich nicht mehr in den Kinderschuhen befinden, sondern mit der Geschichte erwachsen geworden sind.

Die eingebauten Szenen, mit denen man den Vorgängern Tribut zollt, lassen einen nicht wehmütig auf bessere Zeiten zurückblicken, sondern erwärmen eher nochmals das Herz. Von Enttäuschung weit und breit keine Spur.

Wer sowieso vor hatte, sich den Film anzuschauen, der wird ganz sicher nicht enttäuscht und wer bis heute noch zweifelt, der darf getrost zu Popcorn und Cola greifen, denn hier wartet großartige Unterhaltung und jede Menge Surrealität, die in heutiger Zeit so kaum vorstellbar, aber dennoch nahe an möglichen Wirklichkeiten angesiedelt ist.

 

Nachspann
Wozu noch etwas nachliefern, wenn eh klar ist, dass hier wieder ein vierteiliger Dreiteiler folgen wird? Nach diesem phänomenalen Kinostart und den jetzt schon unglaublichen Einspielergebnissen hab ich da absolut keine Bedenken, dass uns die reißerischen Dino-Zähne demnächst noch öfters im Kino begegnen werden.

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2 Gedanken zu “Jurassic World (3D)

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