Die Coopers – Schlimmer geht immer

Ein Titel, bei dem man als Erwachsener gar nicht erst überlegt, ob man ins Kino soll. Wenn man die Spielzeiten dann noch betrachtet – 12:00 Uhr, 14:00 Uhr – erst recht nicht. Und genau das ist ein riesiger Fehler.

In meinem Fall war der Film auch eher aus der Not geboren, um die Zeit bis Avengers zu überbrücken, und was soll ich sagen? Von der ersten Sekunde an überraschend und dermaßen spaßig, dass ich es sowas von bereut hätte, wäre diese Filmperle des gehobenen Familienfilms an mir vorüber gezogen.

Für diejenigen, denen sich der Magen bei dem Wort Familienfilm zusammenknäult: Nein, es ist keiner von den typischen Klischeefilmen, bei denen das Kind nervt, Heinz Harald Papa niemals da ist, weil er arbeitet und Mama Heike Makatsch mit ihren deutschen Plattitüden rumnervt und ihre Kinder brav erziehen will, während sie ihr Leid bei einer Zigarette ihrem ach so verständnisvollen Ehemann beichtet. Ganz im Gegenteil: Das hier – und das meine ich ernst – macht von der ersten Sekunde an einfach so richtig richtig Fun!

Keine von diesen Familien, bei denen es immer nur hektisch zugeht, jeder nervt und man am Schluss froh ist, wenn einfach mal wieder fünf Minuten lang gar nichts zu hören ist.

Die Liebe und der Zusammenhalt zwischen den einzelnen Mitgliedern fügt sich genauso harmonisch ins Gesamtbild ein, wie die restlichen Darsteller in das erzählte Geschehen. Klar wird auch hier das ein oder andere Erlebnis überspitzt und überzogen, jedoch niemals mit Fremdschämfaktor, sondern zu Gunsten des Zwerchfells der Zuschauer. Den Tag, über den hier berichtet wird, mit der Familie mitzuerleben, ist etwas, an das man sich gerne zurückerinnert. Keine schwülstigen Emotionsausbrüche, keine Pannen, die irgendwann alle ausrasten lassen und alles derart ad absurdum führen, dass man die Geschichte ins Reich des Fantastischen schieben könnte.

Es wäre toll, gäbe es Mütter und Väter, die derart erwachsen und dennoch so wahnsinnig cool mit ihren Kindern umgehen und Probleme auf diese Art meistern. Genau da kommen wir zum Wehrmutstropfen: Hollywood will unterhalten und hat sich nicht (nur) zur Aufgabe gemacht, die Wirklichkeit abzubilden. Denn es wäre fatal, von Eltern zu erwarten, sie würden permanent so mit ihren Kindern umgehen – dafür wurde dann doch etwas zu viel Sonnenschein gezeichnet – aber genau das tut als Zuschauer mal so richtig erholend gut.

 

.kinoticket-Empfehlung: Einfach mal eine Auszeit nehmen und einen Tag mit anderen erleben, der so chaotisch wie nur irgend möglich ist, aber dafür um so mehr Spaß macht und schlussendlich wie ein triefend-nasser Schwamm im Sommer wirkt, der über einem ausgedrückt wird: Erfrischend, erquickend und einfach himmlisch.

Auch für Erwachsene ein riesen Spaß! Reingehen!

 

Nachspann
ist bis zum Ende hin be-bewegt-bildert – man darf also sitzen bleiben.

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2 Gedanken zu “Die Coopers – Schlimmer geht immer

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