Die Bestimmung – Insurgent (3D)

Twilight, Tribute von Panem, Harry Potter, Rubinrot / Saphirblau / Smaragdgrün, Fifty Shades of Grey – scheinbar ist es zur Zeit grad in Mode, mehrteilige Buchreihen zu verfilmen. Die Bestimmung – Insurgent als zweiter Teil der „Die Bestimmung„-Reihe bildet da nur einen weiteren Baustein im Buchverfilmungsrausch, den Hollywood gerade abfeiert.

Da der Trailer in 3D sehr vielversprechend wirkte, organisierte ich mir den ersten Teil auf Blu-ray und sah ihn mir kurz vor dem Kinobesuch zum ersten Mal an… und war restlos begeistert und überrascht.

Die eigenständige Welt mit ihren völlig eigenen Regeln, die man hier aufstellte, toppte meiner Meinung nach sogar den Erfindungsgeist von Die Tribute von Panem, dessen Teile ich mir schon zu früherer Zeit gerne im Kino angesehen hatte. Die Idee, die Gesellschaft derart zu klassifizieren und die damit einhergehenden Probleme – gepaart mit der Charakterstudie eines jeden einzelnen Mitspielers und den neuen Ideen – ließ sicherlich nicht nur bei mir Lust auf mehr aufkommen, denn sonst wäre Teil 2 ja niemals entstanden.

Umso mehr freute ich mich darauf, die Fortsetzung von Divergent dann auf dem großen Display zu schauen und umso mehr wurde ich bitter bitter böse enttäuscht.

Alles, was ich an dem ersten Teil so großartig schätzte – das sich Zurechtfinden in der Gesellschaft, die Zerbrechlichkeit und gleichzeitig Stärke von Tris, vielleicht auch symbolisiert an ihren langen Haaren und der Weiblichkeit, die damit eingeht, die mysteriöse Aura um Eric und Four, die eine tiefgreifende Vergangenheit vermuten ließ, der man sich in fortsetzenden Teilen hätte widmen können – wie bei einem Sprung vom Hochhaus katastrophal in den Abgrund gestürzt.

Doch nicht nur die Veränderungen optischer Natur (auch, wenn man sich im ersten Teil manchmal gewünscht hätte, sie würde es tun), sondern gerade die geistig-verbale Komponente lassen hier nicht nur extrem nach, sondern sind quasi kaum vorhanden. Die Dialoge sind so billig, dass man meinen könnte, der Drehbuchautor hätte vor Beginn seiner Arbeit gekündigt und man hätte das dann verfilmt.

Ganz ehrlich – es zieht sich ewig, bis man offensichtliches dann endlich als Fakt auf der Leinwand präsentiert? Überraschungsmoment gleich Null. Die Story wurde so gehörig gegen die Wand gefahren, dass ich mir für den dritten (und hoffentlich letzten Teil, auch wenn ich in Zeiten von „das Ende verfilmen wir als Zweiteiler“ nicht so wirklich dran glauben will) dann so richtig krachige Action und das Zugeständnis von fehlenden Spannungsbögen wünsche, so dass die Trilogy wenigstens wieder einigermaßen auf zwei Füßen steht, wenn auch hinkend.

Schade eigentlich, denn mit Divergent lieferte man Zündstoff erster Güte, aus dem man in den Fortsetzungen eine richtig fette Bombe hätte basteln können.

Vielleicht tue ich den Filmautoren hiermit auch unrecht, denn ich habe weder das eine, noch das andere Buch gelesen und weiß nicht, inwieweit ihnen hier die Hände aufgrund von Buchnähe gebunden waren. Für mich einfach nur enttäuschend.

Man nimmt vorhandenes, bastelt daraus eine Geschichte, die vor Logiklücken und Unlust nur so trieft und möchte damit einen weiteren Hit landen? Das Traurige daran ist, dass aufgrund der „Wir wollen wissen, wie es weiter geht“-Erfolgslinie der zweite Teil somit mehr oder weniger kapitalistisch zum Erfolg verdammt wird und somit ein dritter und womöglich vierter Teil nicht ausbleiben wird. Revolutionsgefühl kam bei mir definitiv nicht auf und wohlwollend umsorgt habe ich mich auch nicht gefühlt. Im Gegenteil. Der Blick zur Uhr versprach an manchen Szenen des Films dann doch ein Stück Hoffnung.

Positiv – und das meine ich an dieser Stelle tatsächlich ernst – war das Bühnenbild und die Kulisse. Hier erweckt man den Eindruck von Kaputtheit, Größe und dekadenter Eleganz, in der sich die ganze Sache abspielt und auch das 3D überzeugt an allen Enden. Selbst einfache Szenen sind wunderbar schmeichelnd umgesetzt. Sowohl Formen als auch Farben und Räumlichkeit kommen nicht nur gut zur Geltung, sondern überzeugen in allen Bereichen.

Das Problem ist nur: Die Charaktäre liefern nicht die Vorgeschichte dazu, um eine Existenzberechtigung für diese „kriegerische Zerschundenheit“ zu liefern und dadurch wirkt das Handeln der Einzelnen eher lächerlich als überzeugend. Schade, denn daraus hätte wirklich etwas großes werden können.

 

.kinoticket-Empfehlung: Holt euch die Blu-ray vom ersten Teil und belasst es dabei.

Ich werde mir die Fortsetzung selbstverständlich „im Namen der Wissenschaft“ reinziehen und euch hier im Blog berichten, ob sie sich lohnt oder man sich die folgenden Teile genauso stecken kann.

Dieser Film ist keine Sekunde wert, gesehen zu werden, wenn man auf die anfangs angefixte Story etwas gibt.

 

Nachspann
Es wäre cool gewesen. Aber auch hier: Enttäuschend.

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5 Gedanken zu “Die Bestimmung – Insurgent (3D)

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