Jupiter Ascending (3D)

„Von den Machern von…“ ist für mich eigentlich kein Kriterium, einen Film zu schauen, da dieses Hochgehype oftmals einfach nur verkaufsfördernd wirken und niemals garantieren kann, dass ein Nachfolgestück die gleiche Brillanz aufweist wie sein glorreicher Vorgänger.

Dennoch war die Neugier einfach zu groß, weshalb ich mir den neuen Titel der Wachowski-Elite gerne im Kino geben mochte. .kinoticket gekauft und rein in den Spaß.

Jupiter Ascending ist ein Glanzbeispiel dafür, das heutzutage nicht mehr viel Realität gebraucht wird, um einen Kinofilm zu produzieren, der irgendwie funktioniert.

Jupiter, ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, kommt durch Zufall ein paar Tatsachen auf die Spur, die ihr Heile-Welt-Bild gehörig durchschütteln und sie in ferne Dimensionen entreißen, in denen es Schlachten zu schlagen gilt, von denen das Wohl der Menschheit abhängt.

Was in vollem Maße beeindruckt, sind die fantastischen Welten, mit denen die Wachowskis auch eine ihrer größten Stärken ausspielen: Einfallsreichtum. Ansatzweise durfte man ihr kreatives Können schon in den Weltgestaltungen der Matrix-Trilogy bewundern, treiben sie dieses Spiel hier jedoch auf ihre Spitze. Ruckzuck befindest du dich in einem völlig anderen Universum, das irgendwie auch funktioniert und ob seiner patriarchischen Herrscher fast schon ein wenig an das korrupte System in Riddick erinnert.

Die schnöde Realität dieser Welt ist schnell vergessen und man befindet sich auf einem Trip, der geschichtlich bei weitem nicht an die Brillanz von Matrix heranreicht und keineswegs alleine zu beeindrucken weiß. Wettgemacht wird dieser Verlust meiner Meinung nach durch Farben und Formen der verschiedenen Galaxien, die die Protagonisten im Laufe ihres Daseins durchreisen. Harmonierend mit guten 3D-Effekten bildet sich hier ein Spektakel, dass durchaus unterhaltend wirkt.

Getrübt wird die Größe, die man damit hätte erreichen können, allein durch teils simple Dialoge, die so gar nicht an den mächtigen Charme der grünen Trilogy erinnern. Mila Kunis wirkt als Jupiter oftmals einfach nur wie ein Kind, dem man die Dinge drei mal erklären muss, bevor sie sie kapiert. Das nervt zuweilen und wird von anderen Schauspielgrößen auch nicht unbedingt kompensiert, obgleich Channing Tatum sehr vieles wieder rausreißt.

Er ist meiner Meinung nach einer der Gründe, weshalb man sich diesen Film überhaupt ansehen sollte. Nicht nur, dass sein Charakter am eigenständigsten ist, sondern auch die Ausgefeiltheit und Umsetzung seines Parts ist meines Erachtens durchaus gelungen.

Mit Jupiter Ascending zeigt sich, dass wir heute eben nicht mehr in einem Zeitalter leben, in dem es notwendig war, verschiedene Kniffe und Tricks anzuwenden, um spektakulär zu filmen, sondern wo mit ein paar Computerrenderings einfach alles möglich ist.

Dies wirkt sich hier fast nachteilig aus, weil man so sehr schnell in zu abstrakte Verhaltensformen abrutscht, die in sich nicht mehr schlüssig sind und so keine Glaubhaftigkeit vermitteln.

So gerät auch die geübte Kritik am kapitalistisch ausgerichteten Wirtschaftswesen ein wenig in den Hintergrund. Auch, wenn man eindeutig spürt, dass dies eine der Misstände sein soll, die die Wachowskis hier anprangern möchten, kommt doch nicht so wirklich Flair dabei auf. Es wurde gesagt und hoffentlich auch irgendwie verstanden, das einschmetternde Kometengefühl, dass dich hinterher verstört zurücklässt, bleibt aber aus.

 

.kinoticket-Empfehlung: Nicht mit zu großen Erwartungen anschauen und sich dann einfach von den Eindrücken verzaubern zu lassen, ohne dabei so tief in sich verschlungene Komplexitäten wie bei Matrix zu erwarten.

Dann macht Jupiter Ascending durchaus Spaß und sorgt für ein wenig Abwechslung im Alltag.

 

Nachspann
Im Nachspann werden verschiedene Bilder gezeigt. Die Besonderheit ist hier: Es gibt sie in 3D. Weiterführende Szenen oder interessante Infos fehlen aber.

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3 Gedanken zu “Jupiter Ascending (3D)

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