Bemerkenswert

ACHTUNG: DRINGEND!!! Handlung nötig!

IHR SUCHT DIE NEUEN BEITRÄGE VON .kinoticket-blog.de?

Die findet ihr ab sofort auf dem neuen Server unter der gleichen Domain-Adresse:

www.kinoticket-blog.de

sowie im neuen Verteiler, in den ihr euch (leider) neu eintragen müsst. Wie?

  • www.kinoticket-blog.de aufrufen (.de-Domain)
  • In der Seitenleiste bis zum „VIP Pass anfordern!“-Kasten scrollen
  • E-Mail-Adresse eingeben
  • Button klicken
  • Link in der E-Mail bestätigen und ihr seid im neuen Verteiler.

 

Im Zuge des Wahnsinns, den Europa mit dem DSGVO-Gesetz gestartet hat, habe ich mir auch so ein paar Gedanken zu dem Thema gemacht. Ihr wisst, dass dieses Blog ein reines Hobby-Projekt von mir ist, in das ich persönlich Unmengen an Geld reinstecke und immens viel Zeit investiere.

Ich habe und ich werde mit diesem Ding niemals Geld verdienen, weil es nicht in meinem Sinne ist, über Werbe-Versklavung oder andere finanzielle Interessen das Wohl des Inhalts oder das Recht auf freie Meinungsäußerung zu verlieren und irgendwann auch nur noch so eine Get-Paid-Bitch zu sein, wie viele andere einstmals gute Anbieter es inzwischen geworden sind.

Mein Bestreben war und ist stets, den Lesern eine kostenfreie Möglichkeit zu bieten, an spoilerfreie Informationen zu gelangen, die einem garantiert nicht den Spaß im Saal verderben, weil zuvor schon sämtliche Inhalte verraten wurden, um sich vorab über Kinofilme informieren zu können.

Der Spaß und das Original – Kino – stand und steht bei mir immer im Vordergrund und es ist für mich eine riesige Freude, dass dieses Hobby nun schon so zahlreiche Freunde und Unterstützer gefunden hat, die Beiträge bewerten, kommentieren, an Gewinnspielen teilnehmen und mir mit Rat und Tat via Messenger oder persönlich zur Seite standen.

All dies habe ich all die Jahre aus eigener Kraft gestemmt. Und ich möchte mich auch in Zukunft auf Inhalte und tolle Texte, Empfehlungen und Verlosungen konzentrieren.

Und nun kommt da die DSGVO und macht einen gewaltigen Strich durch ziemlich viele Rechnungen. Reihenweise Blogs schließen, Facebook-Fansites gehen ein, Angebote werden beschnitten und Menschen finanziell in den Ruin gedroht, nur weil der Gesetzgeber halbgares Halbwissen als „final“ einstuft und somit Websitebetreiber dazu zwingt, Risiken einzugehen, die jemand, der nichts mit seiner Seite verdienen möchte, so nicht tragen kann.

Und all der ganze Datensammelwahnsinn ist ja eigentlich auch nur nötig, um das Angebot so zu perfektionieren, dass man als Anbieter möglichst viel verdient … also in meinem Fall der größte Schwachsinn.

Da es mir der vorherige Anbieter aber nicht ermöglicht hat, all die Datensammelwut zu beenden, habe ich mich schon seit langem dazu entschieden, das Blog eines Tages auf einen eigenen Server auszulagern, auf dem ich dann sämtliche Einstellungen eigenhändig vornehmen und die ganze Datenerfassung stoppen kann.

Dieser Tag ist nun da: Der neue Server in Betrieb, die Domain die alte, nur in den Newsletter müsst ihr euch – dank DSGVO – neu eintragen, da ich rechtlich keinerlei Zustimmung habe, dass ihr meine Texte auch weiterhin erhaltet, da die Systeme im Hintergrund eben nicht haargenau die gleichen sind wie früher und juristisch gesehen Milch nicht gleich Milch ist.

 

Wie komme ich also auch in Zukunft an kostenfreie E-Mails aus diesem Blog?

Ganz einfach: www.kinoticket-blog.de aufrufen, in der Seitenleiste nach unten scrollen und im Fenster „VIP Pass anfordern!“ eure E-Mail Adresse eintragen und auf den Button klicken.

Anschließend eure Mails checken (notfalls im Spam-Ordner nachsehen) und dort den Bestätigungslink klicken. Das wars schon.

Damit erhaltet ihr auch weiterhin wie gewohnt alle Beiträge absolut kostenfrei und indexierbar auf euer Smartphone oder PC/Mac und könnt euch so schnell und zuverlässig über kommende Kinofilme informieren mit den üblichen Qualitätsstandards: Spoilerfrei, meinungsbildend und ohne den Spaß am Film zu nehmen!

 

Der Unterschied: Ab sofort werden keine Daten mehr erfasst, die nicht zwingend erfasst werden müssen. Ich führe keine Statistiken über Besucherzahlen mehr (das ging im alten Blog nicht abzuschalten), es gibt kein „woher kam wer, welche Suchanfragen wurden auf mein Blog weitergeleitet“ etc. mehr, es gibt keine Online-Meldungen mehr und alles, was in irgendeiner Weise Daten erstellt, erfasst und speichert, wurde von mir persönlich ausgestellt und abgeschaltet.

Ich schreibe, ihr lest und wir alle haben anschließend Spaß im Kino und beim Quatschen. Um mehr ging es mir nie.

Natürlich ist es unabdingbar, dass für manche Prozesse auch weiterhin Daten weitergegeben werden, wenn ihr z.B. Gewinnspiele haben wollt und auch in den Besitz der Gewinne gelangen: Dazu brauch ich E-Mail und Adressdaten von euch, die ich natürlich nur persönlich auswerte und aufs Paket schreibe. Danach landet das Zeug im digitalen Trashcan und ist nicht wiederherstellbar.

Solltet ihr also ein zweites Mal an einem Gewinnspiel teilnehmen und erneut gewinnen, würde ich ebenfalls wieder E-Mail und Adresse benötigen, da ich sie nicht speichere oder anderweitig dauerhaft erfasse.

Ebenfalls ist es notwendig, bei Kommentaren einen Namen (darf gerne Fake) sowie eine E-Mail anzugeben, die aber auch Fake sein kann (z.B. Wegwerfadressen oder Einmal-Emails).

Und die Technik erfordert manche Dinge, die sich im Internet grundsätzlich nicht ausschalten lassen: Immerhin ist das Internet grundsätzlich ein vernetzter Bereich, in dem es um Datenaustausch geht. Die Technologie ist inzwischen soweit fortgeschritten, dass manche Sachen einfach sein müssen (z.B. die automatische IP-Übermittlung eures Internet-Providers, wenn ihr Websiten ansteuert oder euch online bewegt) – dies wird natürlich zwangsweise erfasst, ist von mir aber nicht auslesbar oder in irgendeiner Weise einsehbar, sondern reine Sache des ISP, der gesetzlich dazu gezwungen wird.

Ebenfalls wurden alle Verbindungen zu sämtlichen Social Media-Netzwerken blogseitig gekappt: Ihr findet meine Beiträge zwar immer noch auf meinen sozialen Kanälen (Facebook & Twitter sowie zeitweilig auch Instagram), aber ein digitaler Datenaustausch zwischen meiner Website und den sozialen Netzwerken findet nicht mehr statt.

Das hat zur Folge, dass FB und Konsorten eben nicht mehr ungefragt überall rumschnüffeln können, sondern auf meiner Seite quasi eine digitale „Sandbox“ ist, in der soziale Anbieter nichts mehr zu melden haben und somit auch keine Daten von euch abgreifen.

Natürlich dürft ihr die Beiträge von mir auch weiterhin in sozialen Netzwerken und Messengern teilen und austauschen: Dafür einfach die Browser-Adresszeile markieren (alles markieren) und in den gewünschten Timelines einfügen respektive im Messenger-Chat posten.

Ihr spürt schon: Digitale Freiheit … und trotzdem geile Beiträge.

Und genau das war das Ziel: Euch eine Plattform zu bieten, die nicht unter den schweren, unerfüllbaren Lasten der DSGVO zerbricht, die auch in Zukunft bestehen kann und deren Beweggründe keineswegs finanzieller Natur sind.

Und genau dies ist mir (hoffentlich) in euren Augen gelungen.

Also tragt euch einfach erneut in den Newsletter ein (wie oben beschrieben) und genießt ab sofort auch weiterhin meine Beiträge – http://www.kinoticket-blog.de

In ein paar Tagen wird dann die .com-Domain auch noch folgen.

ACHTUNG: Das neue Gewinnspiel zu „DAS KRUMME HAUS“ ist bereits online und kann ausschließlich im neuen Blog genutzt werden.

Den Beitrag dazu findet ihr hier:
http://www.kinoticket-blog.de/das-krumme-haus-inkl.-gewinnspiel/

So viel Zeit

So viel Zeit
© 2018 Universum Film GmbH

 

So viel Zeit vereint augenscheinlich so ziemlich alles, was in Deutschland Rang und Namen hat und in der Filmbranche irgendwelche Erkennungsmerkmale aufweist. Nicht umsonst sind zwei namhafte Fernsehmogule (ARD Degeto und Sky) maßgeblich in die Produktion involviert.

Genau hier liegt in meinen Augen auch das Problem: Man hat als Leader der deutschen TV-Gesellschaft und Botschafter-Beauftragter endlich mal die Chance, zu zeigen, was man auf dem Kasten hat und wie man eben doch alle Genres und Altersklassen bedienen kann und macht? Wieder nur Musik für die Alt-Generationen und weicht dabei kein Stückchen in die jugendliche Vitalität ab, sondern beschäftigt sich wieder nur mit der abgehalfterten Sterbebett-ZDF-Fraktion, die man in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten so gerne bedient. Dabei wäre die Szenerie prädestiniert dafür gewesen, endlich seine Fühler in jüngere Gefilde auszustrecken und damit der gesamten Bandbreite die Hand zu reichen.

Und ja, es ärgert mich maßlos, dass dieser Geniestreich gar nicht versucht wurde. Also bleibt nur, sich auf die Oldies zu konzentrieren und das Werk auch nur innerhalb der Grenzen des Altersheims zu bewerten.

Beschränkt man sich auf diese Zielgruppe, ist der Film durchaus sehr brauchbar, wandlungsfähig und fährt auch mit einigen Geschützen auf, die durchaus wert sind, dass man sich aus seinem Sesselchen erhebt und den beschwerlichen Weg in den großen, kalten Kinosaal antritt, weil Fernsehen dem hier fast nicht mehr gerecht werden kann, da man ein gewisses Niveau erreicht und auch etwas zu erzählen hat, wofür selbst mir die ARD dann auch wieder zu schade wäre.

Immerhin zählen die auf dem Plakat genannten Schauspieler mittlerweile quasi zum Portfolio deutschen Kinos und gehören nunmal nicht nur in die 22:00 Uhr-Schiene eines Oldie-Senders, wenn es der Film je auf so eine frühe Ausstrahlungszeit schaffen sollte.

Ich für meinen Teil hab ihn mir sogar 2x im Kino angeschaut, und das nicht nur, weil ich Jürgen Vogel mag und sein Schauspiel sehr schätze.

 

.kinoticket-Empfehlung: Verhält sich leider genauso altbacken, wie man es von der ARD erwarten würde und verpasst somit die sensationelle Chance, endlich ein jüngeres Publikum für das Schaffen der GEZ-Mogule zu begeistern, was bei dieser Steilvorlage problemlos möglich gewesen wäre.

Abseits davon hat dieser Film genug zu erzählen, um wirklich im Kino und nicht nur im TV beschaut zu werden, denn er fährt mit einigen Cast- und Plotüberraschungen auf und liefert auch sonst ein solides Bild ab – dass halt leider den Sprung in die Jungvitalität verweigert.

 

Nachspann
❌ aufstehen, rausgehen – dann macht man auch hier glaube ich alles richtig.

Kinostart: 22. November 2018

Original Title: So viel Zeit
Length: 100 Min.
Rate: FSK 6

Jupiters Moon

Jupiters Moon

© 2018 NFP marketing & distribution

 

Wenn man den Sternenhimmel besieht, hatten es Planeten wie der Jupiter schon immer schwierig in der Filmwelt: Jupiter Ascending war auch bereits ein visuell betörendes Werk, dass in seiner Geschichte die Allgemeinheit auch auch nicht überzeugen konnte, obwohl das Ding optisch wirklich absolut erstklassig umgesetzt war. Aber allein dies reicht eben nicht, um einen wirklich erfolgreichen Film auf die Leinwände zu bringen und dann vom Volk den Erfolg beklatscht zu bekommen, den man verdient hätte.

Jupiter’s Moon klingt nun irgendwie wie eine Fortsetzung davon und hat doch rein gar nichts mit dem oben genannten Titel zu tun. Zwar sind die Ansätze und Denk-Hintergründe vom ungarischen Drehbuchautor und Film- sowie Theaterregisseur gut gemeint, meiner Meinung nach aber doch zu abstrakt, als dass ein breites Publikum sich damit abfinden und „von allein“ drauf kommen könnte, welche verzweigten Hinweise sich dahinter verbergen.

Im Kino selbst wirkt es, als säße man in einem verspätet eingereichten Film, der sich zwingend mit der Flüchtlingskrise – und ganz im Speziellen mit den Problemchen Ungarns dabei – auseinandersetzt und eben auf den Zug aufspringen möchte, dann jedoch sehr eigenartige Wendungen annimmt und die politische Ernsthaftigkeit in ein ad Absurdum führt, dass den gemeinen Zuschauer ziemlich verschrecken könnte.

Stilistisch lässt man sich genügend einfallen, dass mit dem Überraschungsmoment über die relativ lange Laufzeit hinweg keine Langeweile aufkommt, die Frage nach dem „Warum“ und einem höheren Sinn stellt sich aber dennoch und gibt dem Film dabei einen komischen Beigeschmack. Mundruczó versucht hier, in eine fantastische Metaebene vorzudringen und es hat den Anschein, als ob er auf diesem Plateau dann überhaupt keine Ahnung mehr hat und sich mit Merkwürdigkeiten über die einzelnen Etappen hangelt und darauf hofft, dass niemandem auffällt, dass die notwendige Essenz dahinter jetzt gänzlich fehlt. Genau die wäre aber dringend von Nöten, um diesem Stoff dann eine gewisse Glaubwürdigkeit abringen zu können, damit überhaupt je die Lust dazu entsteht, sich weiterhin ernsthaft damit auseinandersetzen zu können.

Alles in allem bleibt also ein Gefühl der Merkwürdigkeit, mit dem man anschließend den Saal auch wieder verlässt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Wer einen seltsam anmutenden Film erleben möchte, ist hier genau richtig: Die Ideen sind gut, der Weg, den man dann ins Fantastische beschreitet, eröffnet aber einige Fragen, die auch bis zum Schluss irgendwie unbeantwortet bleiben.

Die Frage nach dem höheren Sinn des Films hat sich mir nicht ganz erschlossen, obwohl es visuell tatsächlich spannend gemacht und auch unterhaltsam war. Zu viel erwarten sollte man sich davon aber nicht, dann kommt auch keine Enttäuschung dabei auf.

 

Nachspann
❌ lohnt sich nicht, auszusitzen, hier folgt nichts mehr.

Kinostart: 22. November 2018

Original Title: Jupiter holdja
Length: 123 Min.
Rate: FSK 12

Charles Dickens – Der Mann, der Weihnachten erfand

Charles Dickens - Der Mann, der Weihnachten erfand
© 2018 KSM

 

Längst ist es in der Mode, nicht nur die Geschichten zu erzählen, die man sich schon seit Jahrhunderten erzählt, sondern auch die Hintergründe derart auszuschlachten, dass man als Leser und Konsument wirklich alles über die Begebenheiten weiß und es absolut kein Mysterium darum mehr gibt: Alles, was sich irgendwie zu Geld machen lässt, wird eben zu Geld gemacht.

War damals noch der Inhalt oder die Moral einer guten Erzählung das Hauptinteresse einer Geschichte, gehört es heut schon längst zum guten Ton, die traditionelle Geschichte mit neuen Moralansichten und Ausgängen zu schmücken, um mit bekannten Gesichtern neuen Stoff erzählen zu können.

Und wenn das eben nicht mehr reicht, dreht man einen Film darüber, wie die Geschichte geschrieben wird. Hierbei bedauere ich dann schon die nachfolgenden Generationen, die sich wahrscheinlich später im Kino besehen dürfen, wie im Jahre 2018 jemand Filme gedreht hat über jemand, der ein paar Jahrhunderte zuvor ein Buch geschrieben hat … Inception im negativen Sinne quasi.

Aber was soll’s: Es ist nunmal da und wir müssen wohl oder übel damit leben.

Charles Dickens, der bereits 1870 das Zeitliche segnete, gehört somit längst zu dem, was man Vergangenheit nennt, auch wenn seine Bücher bis heute gelesen werden und gerade zur Weihnachtszeit sein teuer erkauftes Werk zu den Klassikern überhaupt zählt. Die Frage bleibt, ob es darüber jetzt zwingend einen Film geben muss, der die Story darüber erzählt, wie dieses Werk entstanden ist, oder man sich einfach mit der Geschichte selbst zufrieden geben könnte und es dabei belässt.

Damit wäre dann alles, was ich negatives zu Charles Dickens – Der Mann, der Weihnachten erfand zu sagen hätte, gesagt. Der Film an sich ist nicht von schlechten Eltern, gut erzählt, sympathisch ausgestattet und definitiv auch irgendwie unterhaltsam. Hier hat man sich auch reichlich Mühe gegeben bei Set-Dekoration, Kostümierung und der allgemeinen Arbeit, die nicht zwingend verbal benannt wird – wer also noch nie etwas von diesem Autor gehört oder gelesen hat, sieht hier einen super spannenden Film, der im Anschluss unfassbar Lust auf die Geschichte selbst macht.

Ich hab keine Ahnung, ob die Jugend und nachwachsende Generation schon so abgeflaut ist, dass ihnen Ebenezer Scrooge überhaupt kein Begriff mehr ist, denn so richtig empfehlenswert ist dieser Titel tatsächlich nur für jene. Alle anderen erleben dabei zwangsweise das Gefühl von erneut aufgebrühtem Kaffee, dass sämtliche Innovation und genialen Einfälle, die man als Kind so an der Filmwelt geschätzt hat, vermissen lässt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Grundsatzfrage: Braucht es eine Story darüber, wie eine Story erschaffen wurde?

Lässt man diesen Fakt außen vor, ist der Film absolut tauglich und erzählt gutes Mittelmaß ohne großartige Innovation und bahnbrechenden Einfälle. Die Tatsache, dass das Ding bereits 2017 in den USA gelaufen ist, spricht ja auch schon eine sehr deutliche Sprache.

 

Nachspann
❌ bringt keine weiteren Erkenntnisse. Rausgehen erlaubt.

Kinostart: 22. November 2018

Original Title: The Man Who Invented Christmas
Length: 104 Min.
Rate: FSK 6

Gänsehaut 2: Gruseliges Halloween

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© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

 

Von Gänsehaut war ich seinerzeit ja schon sehr begeistert und der tristen Enttäuschungsmanier, die sich pressetechnisch bei den meisten in der Fortsetzung eingenistet hat, kann ich dennoch wenig abgewinnen: Für mich besteht dieser Film nicht ausschließlich aus Jack Black (der zugegeben viel zu wenig Screentime hat), sondern immer noch aus diesem grenzgenialen Humor, der für Sony fast schon außergewöhnlich gut ist, auch wenn man nun Nuancen eines „Zweit-Teilers“ spürt und hier nicht mehr mit der spritzigen Frische und dem „Neugeruch“ aufgefahren wird, den man im ersten Teil noch hatte – aber das ist irgendwo auch selbstverständlich.

Dennoch ist Gänsehaut 2: Gruseliges Halloween jetzt nicht der Totalabsturz, als der er von vielen dargestellt wird, sondern durchaus wert, sein .kinoticket zu lösen. Und beachtet man, was sich derzeit sonst noch so auf den Leinwänden tummelt, sollte man womöglich seinen Terminkalender ausleeren und schnellstmöglich noch eine der bestehenden Vorstellungen aufgreifen, um nicht gänzlich im Sumpf der Trostlosigkeit an Alternativen zu versinken. Da sieht es nämlich vergleichsweise tatsächlich mau aus.

Ich finde, für eine Fortsetzung eines Teenie-Films ist dieses Werk mehr als gelungen und man hat sich im Hintergrund genügend Mühe gemacht, um die Einzigartigkeit dieses Filmdoubles in seinen Wurzeln zu erhalten und das, wofür er sich bekannt gemacht hat, weiter mit kreativen Ideen zu füttern – und das ist dem Werk durchaus gelungen.

Auch der sonst so vielbeklagte Wiederkehrmoment erlebt hier eher einen erneuten Einschlag als einen Revival-Moment: Man sprüht durchaus noch mit frischen Ideen und hat auch designtechnisch wieder einiges aufgefahren, was es durchaus wert macht, den Film anzusehen.

Lasst euch also von den bösen Botschaften der unkindischen Erwachsenen nicht abschrecken, sondern lieber von dem einzigartigen Flair verzaubern, für das die Goosebumps-Reihe steht: In freudiger Erwartung, dass hier noch einiges kommen möge.

 

.kinoticket-Empfehlung: Bin mit unterirdischen Erwartungen in die Vorstellung rein und super positiv überrascht worden: Ich finde, man hält seiner Linie Treue und führt auch die Fortsetzung wieder gewohnt spritzig und mit diesem tollen Humor weiter, der schon im Vorgänger verzaubert hat.

Design, Sprüche, Vorantrieb und Optik sehen nach wie vor großartig aus – nur Jack Black hätte es etwas mehr sein dürfen. Ansonsten passt aber soweit alles.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 25. Oktober 2018

Original Title: Goosebumps 2: Haunted Halloween
Length: 90 Min.
Rate: FSK 12

Wo bist du, Joao Gilberto?

Wo bist du Joao Gilberto
© 2018 farbfilm verleih GmbH

 

„Hobalala“ … und man fragt sich, was das bedeutet… Joao Gilberto – wer ist das überhaupt? Was machst du hier? Und was soll das?

Ja, ich hab mit dem Film meine riesigen Probleme gehabt. Ich saß im Kino und dachte mir: „Ernsthaft?“

Alles ist so langsam, so unfassbar seltsam, so … keine Ahnung … schlecht?

Dieser Typ, der da erzählt, ging mir irgendwann gewaltig auf die Nerven. Nicht Gilberto, der andere. Gilberto ist ja nicht da. Zum Glück? Oder leider?

Und warum zur Hölle empfiehlst du dann allen anderen, sich den Dreck auch anzutun, wenn du doch genau weißt, dass der Film kacke ist? Hä?

Je länger du darüber nachdenkst, umso mehr packt es dich. Ja, es ist ewig her, dass ich diese Pressevorführung durchlitten habe. Die teils schlechten Ideen, die komische, seltsame Art … aber eines an diesem Film ist packend: Hobalala. Es lässt dich nicht mehr los. Es hat eine Faszination, die du (oder in dem Fall ich) nicht erklären kann. Es ist, als hättest du dich mit etwas infiziert, das keine Krankheit und gleichermaßen unheilbar ist. Hobalala, genauso heißt auch das Buch. Oder der Titel. Oder … ich verrate zu viel.

Darum hat er’s auf die Liste geschafft. Und ich wünsche euch viel Spaß beim gezielten Erkunden dieses Phänomens, dass seit drei Tagen in Deutschland in ausgewählten Kinos möglich ist. Vertraut mir – auch, wenn es etwas Zeit braucht: Das Virus wirkt.

Hobalala.

 

.kinoticket-Empfehlung: Nach Unterhaltungswerten gemessen ein schrecklicher Film, der eine ungemein gutartige Faszination ausübt und somit das krudeste Projekt überhaupt ist, dass ich je gesehen habe: Während der Erstvorstellung hab ich das Ding gehasst und Wochen danach auf einmal geliebt.

Man muss zwar viel Geduld mitbringen, aber danach, sobald die Krankheit richtig ausgebrochen ist, lässt es dich nicht mehr los.

 

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts mehr.

Kinostart: 22. November 2018

Original Title: Where Are You, Joao Gilberto?
Length: 106 Min.
Rate: FSK 0

Cold War – Der Breitengrad der Liebe


© 2018 Neue Visionen

 

Cold War – Kalter Krieg, Russland, unverständliche Sprache, Vodka und eine uns völlig fremde Kultur, die so fern dessen ist, was in Europa und im westlichen Teil der Welt stattfindet, dass man quasi schon das kalte Schaudern kriegt, wenn man das Wort allein liest und auf den Film schon mal vorab keinen Bock hat.

„Der Breitengrad der Liebe“ – hört sich ebenfalls nach nem schmalzigen Titel der neuen Baronin-Sissy-Filme an, also ist die gesamte Fraktion der Nicht-Schnulzgestörten auch aus dem Zielpublikum weg… Was bleibt? Kucken wir lieber was anderes.

Und nun soll es meine Aufgabe sein, euch allen einen Arschtritt zu verpassen, auf dass ihr in den Sälen in eben jenem Film landet?

Schritt eins war die Platzierung in meiner Top 5 of the Week: Dort kommen tatsächlich die Filme rein, auf die ich so stolz bin respektive die so gut sind, dass ich es selbst als quälende Herausforderung ansehe, auf den regulären Kinostart zu warten, um sie mir endlich noch 2-3x ansehen zu können.

Und da rauf hat es dieser Film geschafft! Vergesst also das Russlandgequatsche. Vergesst den kalten Krieg. Vergesst sämtliche Assoziationen, die ihr mithilfe des Plakats vornehmen könntet: Sie sind allesamt gnadenlos falsch!

Was euch hier erwartet ist ein Reigen voller blühender Kunst und brachialer Intelligenz, die zu einem formschön-vollendeten Werk zusammengebündelt wurde und im Vorbeigleiten die Schönheit einer ganzen Kultur offenbart: Zu Zeiten des kalten Krieges! Allein für diese Perversion sollte man ein .kinoticket lösen.

Man verliert sich nicht in slawischer Manier, man sieht keine neunmalklugen Hitler-Bilder oder ergießt sich im trist-schnöden Grau der lasziv vollzogenen künstlerischen Härte eines untergehenden Landes, sondern fokussiert sich auf etwas, womit ganz sicherlich niemand das Wort „Krieg“ in Verbindung bringen würde.

Und glaubt mir, wenn ich euch sage, dass dieses Phänomen so ergreifende Wirkung zeigt, dass es eine Schande wäre, wenn Filme wie dieser im Sumpf der Masse an Filmen untergehen, nur weil nicht Disney als Präsenter oben drauf steht.

 

.kinoticket-Empfehlung: Sämtliche Assoziationen zu jedem Wort aus dem Titel sind falsch: Es gibt nämlich nur eine richtige Reaktion => Reingehen!

Cold War spricht eine glamouröse Sprache und zeugt von hohem Niveau, das es mit Leichtigkeit fertig bringt, die verborgensten Winkel der Seele zu packen und mit Schönheit zu umspülen. Auch, wenn man es nicht glauben mag: Nach diesem Film ist man verliebt in selbigen. Also geht unbedingt rein!

 

Nachspann
❌ nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 22. November 2018

Original Title: Zimna Wojna
Length: 89 Min.
Rate: FSK 12

Verschwörung

Verschwörung
© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

 

Verschwörung hat marketingtechnisch einiges verkehrt gemacht in meinen Augen: Das Label The Girl in the Spider’s Web gehört irgendwo aufs Cover – allein, um sich irgendwie von einer möglichen Bourne-Assoziation zu distanzieren, man hätte vielleicht etwas publiker machen müssen, dass es sich hierbei auch um einen Teil von Stieg Larsson’s Millennium-Reihe handelt und man damit begonnen hat, die Saga insofern fortzuspinnen, indem man ihr ein Prequel schenkt, das quasi die „Geburtsstunde“ all dessen einläutet und mainstreamtauglich auf die Leinwand bringt.

Und genau da sind wir beim Publishing-Fehler: Man hätte diesen Teil als erstes bringen müssen. Der versierte Kinofreak darf nun Daniel Craig’s Verblendung à lá Planet der Affen (2001) ausblenden und als nicht-existent werten, um dann evtl. den süßen Vorgeschmack einer USA-fizierten Variante des schwedischen Klassikers zu erleben, die sich sehr wohl sehen lassen kann.

Sony hat hier nämlich alle Pauken geschlagen, die man in den Räumlichkeiten der nicht häufigen Gebräuchlichkeit gefunden hat: Die Action des Films ist absolut gelungen, die Farbgebung und das Kolorit ist ein Augenschmaus sondergleichen und – obgleich man hier etwas von der Buchvorlage abweicht – der optische und klangliche Anreiz des Films zeugt von wahrem Können, das definitiv eines garantiert: Verdammt gute Unterhaltung auf hohem Blockbuster-Niveau!

Und das wirklich ausnahmslos! Es gibt keine Pausen dazwischen, keine Actionszenen, die nicht absolut gelungen sind und für sensationelle Unterhaltung grade stehen. Und damit gehört dieser Teil für mich zu den besten, die sich außerhalb der Original-Trilogy bewegen. Geht man jetzt den Schritt weiter und verfilmt quasi die Original-Story auch nochmal in diesem Style, hat man eine amerikawürdige Version dessen geschaffen, in die sich zwar die eingeschworene Fangemeinde nicht so sehr verlieben wird, die aber marketingstrategisch abräumen könnte, denn schlecht ist wirklich etwas völlig anderes.

 

.kinoticket-Empfehlung: Schaut den Film, organisiert euch den Soundtrack und hofft auf weitere „Fortsetzungen“, denn die Kapitel dieser Story sind noch längst nicht ausgeschrieben.

Soundtrack, Optik, Action, Unterhaltungswert, Spannung: In dem Film passt alles. Man liefert einen Mainstreamkracher, der sich gewaschen hat und einfach unfassbar gut den Abend füllen kann. Also haut rein und betet mit mir, dass es damit dann auch weiter geht.

 

Nachspann
❌ muss nicht zwingend ausgesessen werden, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 22. November 2018

Original Title: The Girl in the Spider’s Web: A New Dragon Tattoo Story
Length: 116 Min.
Rate: FSK 16

Night School

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© 2018 Universal Pictures International

 

Abendschule, wie der dumm übersetzte deutsche Titel heißen könnte, spielt mit Kevin Hart und landet daher auch voll in dessen Metier. Wer mit ihm also schon immer nichts anfangen konnte, möge diesen Titel meiden. Wer mit seiner Humor-Klasse klar kommt, der erlebt einen Film, der mit fortschreitender Zeit tatsächlich immer besser wird und quasi in einem fulminanten Ende gipfelt. Je länger man also im Saal sitzen bleibt, umso besser wird es. Und diesen Fakt hat es eigentlich schon ewig nicht mehr gegeben, denn normalerweise wird’s mit fortschreitender Zeit ja eigentlich immer lahmer, bis es schließlich enttäuschend endet. Nicht hier.

Und haltet euch dabei bitte immer vor Augen, dass die Grenzen zu Hart’s Verständnis von Humor und Comedy dabei niemals überschritten werden und auch kein Dwayne Johnson die Show retten könnte, was viele noch bei Central Intelligence erlebt haben. Es mag also Enttäuschungen geben von Menschen, die hierzulande ins Kino wanken, in den USA hat das Teil inzwischen die Toplisten erklommen und erfreut sich bester Beliebtheit – und dort passt der Film auch irgendwo hin.

Der Humor bleibt sich selbst absolut treu und trägt vollkommen Hart’s Siegel: Dumm genug, um nicht elitär zu wirken oder auf normaler Ebene wahrgenommen zu werden, aber eben auch gut genug, um nicht als Schund abgestempelt zu werden und in die unterste Schublade abzurutschen: Wer in vergangenen Filmen hier und da lachen musste, sollte den Titel auf jeden Fall mitnehmen und die bitterbösen ersten Minuten überstehen, denn die sind erstmal sehr merkwürdig und reizen stark, den Saal einfach zu verlassen und sein Geld zurückzufordern.

Aber dann kommt so etwas wie „Niveau“ in die Geschichte rein und man spürt, dass hier eben keine Schulklassensprecher am Werk waren, sondern schon Erfahrung und auch eine Portion Geld drin steckt und die Gags immer Ausgewählter werden und so mancher „Wow“-Moment auf der Bildfläche erscheint. Und das macht aus dem Ding am Schluss dann eben doch einen Kinoabend, der nicht völlig für die Katz war, sondern sehr wohl zu unterhalten wusste, auch wenn davon später vielleicht nicht zwingend etwas hängen bleibt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Je länger, desto besser: Wer am Anfang raus rennt, verpasst die besten Szenen, denn der Film wird mit fortlaufender Zeit immer besser.

Night School ist absolut Kevin Hart: zu schlecht, um ihn hier in den Himmel zu loben, und gleichzeitig zu gut, um ihn deswegen nicht gesehen zu haben: Wer mit seinem Humor klar kommt, erlebt hier vielleicht den besten Film, den er je gedreht hat.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 15. November 2018

Original Title: Night School
Length: 111 Min.
Rate: FSK 12

Juliet, Naked

Juliet Naked
© 2018 PROKINO Filmverleih GmbH

 

Ich sitze wieder einmal da und weiß nicht recht, was ich über diesen Film erzählen soll, ohne euch etwas zu verraten: Das Schwierige ist, dass er weder gut noch schlecht ist und auch kein Mittelmaß als Aussage dafür herhalten könnte, denn alles trifft gleichermaßen zu und auch nicht zu.

Juliet, Naked hat definitiv seine Momente und ich stelle es mir als Buch irre toll vor, die Verstrickungen und bösen Anwandlungen machen sicherlich Lust, das zu lesen, aber als Film kommt er nicht wirklich aus sich heraus und bläst so richtig den Comedy-Marsch, den man erwarten würde, wenn man die Sprüche vom Coverplakat durchliest.

Er ist da, er hat wirklich seine vor Komik rührenden Situationen, die stellenweise auch wirklich zum Lachen herausfordern, aber alles schwankt dann zu sehr hin und her und hat irgendwie keinen richtigen Bestand. Man möchte gleichzeitig elitär wirken, die ältere Generation mit seichter Unterhaltung beschäftigen und setzt verschiedene Anhaltspunkte für Personenkult an, die wiederum ein ganz bestimmtes Klientel ansprechen sollen und rudert sich dann mit der Story in Gewässer, in denen man schier die Kontrolle über das Geschehen zu verlieren scheint und einfach alles nur noch so dahin schwappt. Es ist kein klares Ziel mehr erkennbar, die Komik verschwindet irgendwie in kitschiger Roman-Fließbandarbeit und am Ende hat man einen Film, der da ist – den man aber auch wieder vergessen könnte. Und sicherlich in 10 Jahren dann auch endgültig hat.

Dabei sind die Schauspieler aber eigentlich gar nicht schlecht und auch die Ideen gar nicht übel – nur an der Umsetzung hapert es halt gewaltig.

 

.kinoticket-Empfehlung: Man muss genau diese Erzählart lieben, um mit dem Film warm zu werden.

Der hat seine Momente, büchst aber nie daraus aus, sondern schippert dann zum Ende hin einfach ziellos hin und her, ohne auf etwas wirklich hinaus zu wollen. Und das zerstört das eigentlich gute Prinzip, das man anfangs inszeniert.

 

Nachspann
✅ Ja, nicht gleich raus springen, hier kommt noch ein kleines Video.

Kinostart: 15. November 2018

Original Title: Juliet, Naked
Length: 105 Min.
Rate: FSK 0